DGUV Information 209-022 - Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)

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Abschnitt 6.2, Spezieller Teil
Abschnitt 6.2
Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Titel: Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-022
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.2 – Spezieller Teil

Alle unter 1 bis 13 genannten Produkte entziehen der Haut Fett und Wasser.

Bild 6-9:
Hautgefährdung und Maßnahmen bei Montage und Instandhaltung

Lfd. Nr.Verwendete ProdukteHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
 a) Instandhaltungund Montage allgemein
1Maschinenöl,
Hydrauliköl,
Motorenöl,
Getriebeöl,
Schmierfett
Entfettung der Haut; es können Talgdrüsenausgänge verstopfen (Ölakne). Gewisse Inhaltsstoffe wirken sensibilisierend.NBR
CR
IIR
Plan B 
2Aliphatische Kohlenwasserstoffe, z.B. Dieselkraftstoff, Petroleum usw.Entfettung der Haut.NBR
FKM
(Plan B) 
3Verkokte Öle und Fette, Ruß, Graphit, Metallabrieb, Harz, DichtmassenChemische und physikalische Reizung der Haut sowohl bei der Verarbeitung, insbesondere aber bei der Reinigung der Hände.NBR
FKM
Plan C 
4Sekundenkleber und SchraubensicherungsmittelCyanacrylate binden sehr schnell auf der Haut ab und führen zu Hautverklebungen. Methacrylat wirkt sensibilisierend.
Vgl. Bild 6-16
NBR1
PVC
PE
(Plan C)Der Abbindevorgang auf der Haut ist schneller als auf dem Material.
5Reinigungsmittel für MaschinenteileSiehe Bild 6-10   
6Umgang mit künstlichen Mineralfasern (KMF)Mikroverletzungenbeschichtete TextilhandschuhePlan EHautfestigende Hautschutzpräparate verwenden.
 b) Ergänzung Maschinen-Instandhaltung
7Anhaftende wassergemischte KSSSiehe Bild 6-11NBR
PVC, NR
Plan A/D 
8Anhaftende nicht wassermischbare KSS (Honöl, Schneidöl, Bahnöl)Siehe Bild 6-11NBRPlan B/D 
 c) Ergänzung Kfz-Instandhaltung
9Bremsflüssigkeiten, Frostschutzmittel, GlykoleGlykole sind hautresorptiv, wirken irritativ, stark entfettend und entwässernd.NBR
NR
  
10VergaserkraftstoffEntfettung der Haut. Gefahr durch das hautresorptive und krebserzeugende Benzol.NBR  
11Konservierungsmittel, wie Öle, Wachse, Politur, Produkte auf Teer- und Bitumenbasis, PVC-flüssig. Je nach Anteil des Lösemittels sind sie flüssig bis pastös. Sie können aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole und Wasser enthaltenChemische und physikalische Reizung der Haut sowohl bei der Verarbeitung als auch der Reinigung der Hände. Können sensibilisierende Substanzen enthalten.NBR
NR
PE
Plan C/DBei der Verwendung von PVC-flüssig mit Tetrahydrofuran kann zurzeit kein geeigneter Handschuh empfohlen werden.
12Schmierseife und ähnliche wasserlösliche Gleitmittel beim Umgang mit Elastomeren (z.B. Gummi)Weichen die Haut auf.
Gummiinhaltsstoffe können sensibilisierend wirken.
NBR
NR
Plan A/DMöglichst durch trockene Gleitmittel ersetzen, z.B. asbestfreies Talkum.
13Entkonservierungsmittel (z.B. Lösemittel)Siehe Bild 6-10  Ersatzverfahren, z.B. Schutzfolien, verwenden Schutzhandschuhe
14BatteriesäureVerätzungNBR Schutzhandschuhe, ggf. Hautschutzmittel gem. Plan E verwenden
In der Praxis kommen häufig wechselnde Belastungen vor, sodass gefährdungsabhängig Auswahl-Liste für Hautschutzplan D (wechselnde Arbeitsstoffe) angewendet werden kann.

Bild 6-10:
Hautgefährdung und Maßnahmen bei der Teilereinigung und Entfernung

Lfd. Nr.Verwendete ProdukteHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
1Chlorkohlenwasserstoffe (CKW) oder deren Gemische mit Stabilisatoren.
Noch zugelassene Vertreter: Dichlormethan (Methylenchlorid), PERchlorethen, TRIchlorethen.
Sie werden z.B. zur Entfettung von Metallteilen in geschlossenen Anlagen eingesetzt.
Stark fettlösend, zerstören den natürlichen Schutzfilm der Haut.PVAL
FKM
 Unmittelbarer Hautkontakt ist durch Tragen geeigneter Schutzhandschuhe zu vermeiden.
2Schwach alkalische, neutrale und schwach saure Reiniger auf Wasserbasis.
Typische Vertreter: Seifen, stark verdünnte Laugen, Waschpulver, Silikate, Borate, Phosphate, Carbonate u. v. a.
Hautreizende Wirkung, zerstören den natürlichen Schutzfilm der Haut.NR
NBR
CR
Plan ApH-Bereich 3 - 10
3Stark alkalische und stark saure Reiniger auf Wasserbasis.
Typische Vertreter: Kalilauge, Kalkmilch, Ätznatron, Soda, Salmiakgeist, Silikate, Phosphate, starke Säuren (z.B.Schwefel-, Salz- oder Salpetersäure).
Ätzende Wirkung, zerstören den natürlichen Schutzfilm der Haut.NR
NBR
CR
FKM
 pH-Bereich 11 - 14:
stark alkalisch;
pH-Bereich 0 - 3:
stark sauer
Direkten Hautkontakt durch Tragen geeigneter Schutzhandschuhe unbedingt vermeiden. Vgl. Bild 6-13, Nr. 1, 6 und 7.
4Emulsionsreiniger, Gemische von Kohlenwasserstoffen (z.B. Mineralölen) mit Tensiden.
Typische Vertreter: Kaltreinigergemische, Motorreiniger, wassermischbar.
Je nach Zusammensetzung hautreizend und entfettend.NBR
FKM
 Direkten Hautkontakt durch Tragen geeigneter Schutzhandschuhe vermeiden.
5Lösemittelgemische aus z.B. aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffen (Toluol, Xylole, Ethylbenzol, Benzine, Naphthene), Ester, Alkohole, Ketone.
Typische Vertreter: KW-Reiniger für geschlossene Anlagen; Reiniger für Lackiergeräte und Pinsel etc., z.B. Verdünner (Nitro).
Entfetten die Haut. Ethylbenzol und Xylole sind als hautresorptiv eingestuft.NBR2
FKM
IIR
 Auch bei kurzfristigen Reinigungsarbeiten sollten Schutzhandschuhe getragen werden.

Bild 6-11:
Hautgefährdung und Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen

Lfd. Nr.Verwendete EinrichtungenHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
1Maschinen zur mechanischen Bearbeitung von Metallen (spanend und spanlos, offene Bearbeitungszentren)Mechanische Verletzungen (Grate, Späne). Entfettung und Entwässerung (Abnutzungsdermatose). Quellung der Haut, toxische Reaktionen, Allergisierung.Das Tragen von Schutzhandschuhen an Maschinen mit Einzugsgefahr ist verboten.Wassergemischte KSS Plan A.Höhere Priorität haben technische oder organisatorische Maßnahmen:
1.Spritzschutzvorrichtungen anbauen/verwenden.
2.Optimale Einstellung des KSS-Stromes.
3.Geeignete Hilfswerkzeuge verwenden, z.B. Zangen zum Entnehmen von Werkstücken, Reinigungstauchkörbe.
4.Werkstücke nicht durch Abblasen, sondern durch Tauchen reinigen.
5.Bei Spritzgefahr weitere PSA, z.B. wasserdichte Schürze, verwenden.
6.Durchfeuchtete Arbeitskleidung wechseln, vor Wiederverwendung waschen.
7.Hände nicht an Putzlappen abtrocknen, saubere Handtücher verwenden.
8.Gebrauchte Handtücher nicht in die Hosentasche stecken.
9.Höchstkonzentrationen nach Herstellerangabe dürfen nicht überschritten werden.
2Automatische Werkzeugmaschinen (geschlossener Bauart)Wie lfd.Nr.1,
zusätzlich Hautaufweichung beim Tragen undurchlässiger Schutzhandschuhe.
NBR
NR
beschichtete Gewebehandschuhe
Siehe lfd. Nr. 1,
zusätzlich beim Tragen von Schutzhandschuhen Plan E.
Siehe lfd.Nr.1, zusätzlich:
10.Bei Hineinbeugen in die Maschine (Werkzeugwechsel, Störungen) geeignete PSA (Schürze) verwenden.
11Automatisches Abblasen der Werkstücke nur bei geschlossener Maschine.
3Verkettete Anlagen und Sondermaschinen (geschlossener Bauart)Wie lfd.Nr. 2,
wassergemischte und nicht wassermischbare KSS im Wechsel.
NBR
NR
beschichtete Textilhandschuhe
Plan DFalls das Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen nicht möglich ist, Verfahrensänderung (Entketten) anstreben.
Bei bestehender Unfallgefahr (Erfasstwerden durch rotierende Teile) ist das Tragen von Schutzhandschuhen verboten.

Bild 6-12:
Hautgefährdung und Maßnahmen bei der Oberflächenbeschichtung

Lfd. Nr.Verwendete ProdukteHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
1Nitrocelluloselacke und -spachtel, Lack auf der Basis von Acetylcellulose mit Beimengungen von Alkydharzen und anderen Harzen, NitrocombispachtelDie Lösemittel, Gemische von Ketonen, Aceton, Butylglykol und Alkoholen, Amylacetat und als Verschnittmittel Benzin, Toluol und Xylol entfetten die Haut. Mit dem Fett wird der Haut auch das Wasser entzogen. Von besonderer Bedeutung sind die Glykole. Sie erleichtern den Schadstoffen das Eindringen in die Haut.NBR
FKM
PE
(Plan C)1.Maschinelles Mischen der Lacke in geschlossenen Behältnissen.
2.Mischarbeiten grundsätzlich an Sonderplätzen ausführen. An diesen Plätzen sind persönliche Schutzausrüstungen und Hilfswerkzeuge ständig bereitzuhalten.
2Kunstharzlacke, Füller und Spachtel (auf der Basis von Alkydharz mit anderen Harzen, z.B. Melamin, gemischt)Die Lacklösemittel, hier Gemische von Toluol, Xylol, Terpentinersatz, Styrol, entfetten die Haut und dringen in sie ein.NBR
FKM
PE
(Plan C)3.Bei Mischarbeiten Schutzhandschuhe benutzen.
4.Verarbeitung der Lacke nur unter Benutzung von Hilfsmitteln und persönlichen Schutzausrüstungen. Bei Verarbeitung styrolhaltiger Lacke Schutzhandschuhe und Atemschutz benutzen.
3Zwei-Komponenten-Lacke, die in fertiger Mischung vorliegen (verkappte 2-K-Lacke) Acryl-, Polyester- oder EpoxidlackDer Lack selbst zeigt sich wenig reaktiv, da beide Reaktionskomponenten bereits in Mischung vorliegen. Risikoträger ist hier das jeweilige Lösemittel (Verdünner).je nach Lösemittelsystem(Plan C)5.Verschüttetes Gut sofort mit Papiertüchern aufnehmen. Bei hartnäckiger Verschmutzung: Siehe auch Bild 6-9.
6.Beim elektrostatischen Lackieren dürfen keine isolierenden Schutzhandschuhe getragen werden.
4Zwei-Komponenten-Polyurethan (PUR) - bzw. -Acryllacke, -Füller (Reaktionslacke)Beide Komponenten greifen die Haut an. Harz und Härter enthalten wahlweise Amine oder Isocyanate.
Amine sind sensibilisierend. Sie können toxisch wirken und Ekzeme auslösen.
Isocyanate reagieren chemisch mit der Haut und wirken reizend und sensibilisierend. Die Lösemittel, hier Toluol und Xylol mit Benzinen als Verschnittmittel, wirken stark entfettend und gesundheitsschädlich.
NBR
FKM
PE
(Plan C)Amine wirken ätzend auf Haut und Schleimhaut. Isocyanate können bei sensibilisierten Personen auch in geringsten Konzentrationen (weit unter AGW-Wert) Reaktionen auslösen. Asthmatiker und Personen mit empfindlichen Atemwegen dürfen mit diesen Beschichtungsstoffen nicht arbeiten.
5Zwei-Komponenten-ungesättigte Polyesterharzlacke (UP) und -spachtel auf der Basis von Polyester, Styrol und MelaminVon den Komponenten (Polyester, Melamin, Styrol) verdient das Styrol als Verdünner besondere Beachtung. Es ist leicht flüchtig und kann so auch die Gesichtshaut erreichen und reizen. Der Härter enthält bei diesen Kunstharzlacken organische Peroxide. Sie wirken reizend und sensibilisierend.NBR*
FKM
IIR
(Plan C)Durchbruchzeit beachten.
6Zwei-Komponenten-Epoxidharzlack und -spachtelDie Epoxidharze (meist auf der Basis von Bisphenol A und Epichlorhydrin) und Härter (auf der Basis von Aminen, Amiden oder organischen Säuren) können auch in sehr kurzer Zeit Allergien hervorrufen.NBR
FKM
IIR
(Plan C) 
7Phosphatierung, Phosphatierlösung enthält Phosphorsäure (pH-Wert 3 - 4)Phosphorsäure wirkt ätzend.NR
NBR
CR
PVC
(Plan A)1.Automatische Dosiereinrichtungen in geschlossenem Betrieb verwenden.
8Passivierung durch Einsatz von Chromsäure, siehe auch Bild 6-13 lfd. Nr. 8Chrom(VI)-Verbindungen sind ein potentes Allergen. Zusätzlich besteht die Gefahr der Verätzung und Vergiftung.CR
IIR
FKM
(Plan A)2.Zugangsbereich absichern.
3.Waschgelegenheit in unmittelbarer Nähe.
9Elektro-Tauch-Grundierung, dabei ergibt sich eine Anreicherung von EssigsäureEssigsäurelösung wirkt ätzend.NBR
IIR
FKM
(Plan A)4.Persönliche Schutzausrüstungen benutzen.
10Wasserverdünnbare LackeVgl. Nr. 1 - 6NBR(Plan A) 
11PulverlackeJe nach Zusammensetzung Reizung und Sensibilisierung möglich.NBR
FKM
PE
Leder
(Plan C)Pulver kann auch austrocknen.
Nahezu alle unter 1 bis 6 genannten Bindemittelsysteme werden heute als so genannte Wasserlacke angeboten. Sie enthalten so genannte Lösungsvermittler (Tenside, oberflächenaktive Substanzen) und noch ca. 10% organische Lösemittel, darunter auch glykolähnliche Stoffe.

Bild 6-13:
Hautgefährdung und Maßnahmen in der Galvanik

Lfd. Nr.Verwendete ProdukteHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
 a) Transport und Lagerhaltung
1Basen, Laugen, Säuren, giftige Arbeitsstoffe, mit wassergemischtem Kühlschmierstoff benetzte TeileWasser führt zur Quellung, die Inhaltsstoffe bewirken Reizung, Ätzung und Entfettung der Haut.NBR*
IIR
FKM
 *.Eine aufgeweichte Haut ist empfindlicher gegenüber Schadstoffen
2Fette, Rost,
Öle, Lösemittel
Chemische und physikalische Reizung der Haut sowohl bei der Arbeit als auch bei der Reinigung der Hände; Entfettung und Austrocknung der Haut.NBR*
FKM
(Plan B)*Geeignete Schutzhandschuhe sind in Abhängigkeit vom Lösemittel auszuwählen.
3Vernickelte OberflächenBei längerem Hautkontakt Sensibilisierung auf Nickel(II)-Verbindungen möglich.Baumwolle, Leder, PUR Bei feuchter Ware kunststoffbeschichtete Baumwollhandschuhe verwenden.
 b) Reinigung und Vorbehandlung
4Anorganische und organische Stäube von Schleif- und Poliervorgängen. Beispiele: Korund, Quarz, Stahl, NE-Metalle, Fettsäuren und Fettsäureestern, Paraffine, Mineralöle, FarbstoffeMechanische Reizung der Haut durch anorganische Stäube, Austrocknung durch organische und anorganische Partikel. Die starke Verschmutzung erfordert starke Reinigungsmittel, welche die Haut entfetten.NBR*
getauchte Baumwolle
(Plan C)*Wenn Kolophonium Bestandteil der Schleif- und Polierpasten ist, besteht die Gefahr der Sensibilisierung.
5LösemittelVgl. Bild 6-10   
6Säuren, Basen, Laugen, Emulgatoren, Tenside, Konservierungsmittel, Oxidationsmittel, giftige Arbeitsstoffe (z.B. Cyanide, Flußsäure*), SalpetersäureReizung, Ätzung, Entfettung und Austrocknung der Haut.NBR
FKM*
 Vergiftungsgefahr beachten!
Cyanide und Fluorwasserstoff sind hautresorptiv.
*Bei Flusssäure nur FKM.
 c) Oberflächenbeschichtung
7Säuren, Basen, Laugen, giftige Arbeitsstoffe, Aerosole, die Nickel-, Chrom(III)- und/oder Chrom(VI)-Verbindungen enthalten können, galvanisch beschichtete Oberflächen (z.B. Nickel, Chrom)Reizung, Ätzung der Haut. Nickel(II)- und Chrom(VI)-Verbindungen sind sensibilisierend.NBR
FKM
 Auch ein längerer Hautkontakt zu vernickelten Oberflächen kann zu einer Sensibilisierung führen.
Chrom(VI)-Verbindungen in atembarer Form sind krebserzeugend.
 d) Nachbehandlung
8Säuren, Chrom(VI)-VerbindungenReizung, Ätzung und Sensibilisierung der Haut möglich.NBR*
IIR
FKM
 Chrom(VI)-Verbindungen in atembarer Form sind krebserzeugend.
*Nur bei verdünnten Lösungen.
 e) Verpacken/Versand
9Kunststoff-Folien, Packpapiere, Pappkarton, Holz, StahlMechanische Beanspruchung der Haut. Gewisse Inhaltsstoffe, wie Weichmacher, Antioxidantien und Lichtschutzmittel in Kunststoff-Folien und Kolophonium in Papieren und Pappkartons, können zu einer Sensibilisierung führen.Leder, Baumwolle, beschichtete Montagehandschuhe (siehe Bild 6-7, lfd. Nr. 11)  
 f) Abwasserbehandlung
10Säuren, Basen, Laugen, Reduktions-, Oxidations- und Fällungsmittel, GiftstoffeReizung, Ätzung und Sensibilisierung der Haut möglich.NBR
IIR
FKM
 Vergiftungsgefahr beachten.
 g) Instandhaltung
11Laugen, Säuren, Emulgatoren, Tenside, Konservierungsmittel, Metallsalze (z.B. Nickel-, Chrom(VI)-Verbindungen), Reduktions-, Oxidations- und Fällungsmittel, giftige Arbeitsstoffe, wassergemischte KSSReizung, Ätzung, Entfettung, Austrocknung der Haut und Sensibilisierung.NBR
IIR
FKM
  
12Lösemittel, Öle, FetteEntfettung und Austrocknung der Haut, evtl. Ölakne.
Siehe lfd. Nr. 2.
NBR
FKM
(Plan B)Geeignete Schutzhandschuhe sind in Abhängigkeit vom Lösemittel auszuwählen.

Bild 6-14:
Hautgefährdung und Maßnahmen in der Gießerei

ArbeitsverfahrenVerwendete ProdukteHautgefährdung und Maßnahmen
ModellbauEpoxidharze
PUR-Harze
Polyesterharze
siehe Bild 6-12 lfd. Nr. 6
siehe Bild 6-12 lfd. Nr. 4
siehe Bild 6-12 lfd. Nr. 5
Mikroverletzungen der Haut durch Glasfasern.
Cold-Box-VerfahrenPUR-Harzesiehe Bild 6-12 lfd. Nr. 4
Obwohl der Binder im fertigen Sand nur etwa 4% ausmacht, sollte Haut- und Atemwegskontakt vermieden werden.
SO2-Verfahren (Hardox)Polyesterharze oder andere säureaktive Harzesiehe Bild 6-12 lfd. Nr. 5
Es besteht Verätzungsgefahr.
Hot-Box-VerfahrenFurfurylalkohol (Furan oder Phenolharze) und als Härter saure Salze (z.B. Ammoniumchlorid)siehe Bild 6-12 lfd. Nr. 5
Phenol (Carbolsäure) wirkt ätzend auf die Atemwege.
Schaumstoff-FüllungenPolystyrolgranulat und Fluorkohlenwasserstoffesiehe Bild 6-10 lfd. Nr. 1

Bild 6-15:
Hautgefährdung und Maßnahmen in der Härterei

Lfd. Nr.Verwendete ProdukteHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
1Kaliumnitrit und Natriumnitrit in AnlassbädernHoch giftig!
Salzspritzer auf der Haut brennen ein und transportieren das Gift unmittelbar in den Körper.

Aufnahme durch die Haut auch bei Kontakt mit trockenen Salzen.
Hitze-Schutzhandschuhe 1.Die Verwendung der persönlichen Schutzausrüstungen ist zu überwachen.
2.Höchste Priorität haben geeignete Schutzhandschuhe, Hautschutzmittel wirken nur unzureichend.
2Kaliumcyanid und Natriumcyanid in Härtebädern  3.Vor dem Ablegen der Schutzhandschuhe sind diese abzuwaschen (Salzspritzer!)
4.Technische Hilfswerkzeuge sind zu verwenden.
3Kalium- und Natriumhypochlorit zum Entgiften und Neutralisieren der Bäder NBR
FKM
 vgl. Bild 6-13 lfd. Nr. 10
4Glykole in Abschreckölbädern (nicht wassermischbar)Sie durchdringen die Haut und tragen Schadstoffe hinein.NR
NBR
 vgl. Bild 6-9 lfd. Nr. 9
5Wässrige Abschreckbäder (Polyvinylpyrrolidon)Gefahr der Bildung krebsverdächtiger Stoffe.NR
CR
IIR
NBR
 Es darf nur mit Eintauchhilfen, wie Zangen oder Körben, evtl. in Verbindung mit Hebezeugen, gearbeitet werden.

Bild 6-16:
Hautgefährdung und Maßnahmen beim Verarbeiten von Klebstoffen und Dichtungsmassen

Lfd. Nr.Verwendete ProdukteHautgefährdungMaßnahmenBemerkungen
SchutzhandschuhHautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
1PVC-flüssig zur Nahtabdichtung an Fahrzeugen oder zum Kleben von Rohren, pastös.
Lösemittelbestandteile: Alkohole, Glykole, Tetrahydrofuran, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe.
Die Weichmacher (Dibutyl- und Dioctylphthalate) können über die Lösemittel in die Haut eindringen. Tetrahydrofuran ist hautreizend; aromatische Kohlenwasserstoffe sind als hautresorptiv eingestuft.NBR
NR
PE
 Diese Klebstoffe nur mit Schutzhandschuhen verarbeiten!
Für Tetrahydrofuran gibt es zurzeit noch kein geeignetes Handschuhmaterial.
vgl. Bild 6-9 lfd. Nr. 11
2Haftklebstoffe zum Einkleben von Matten, Filzen, pastös bis flüssig.
Lösemittel:
Essigester, Aceton, aromatische Kohlenwasserstoffe u.Ä.
Die Lösemittel entfetten die Haut.PE
IIR
NBR3
 Wenn möglich, lösemittelfreie Systeme verwenden.
Klebstoff auf der Haut sollte mechanisch (reiben) entfernt werden.
3Haftklebstoffe zum Kleben von Kleinteilen, Schildern etc., pastös.
Lösemittel: Essigester.
Die Lösemittel wirken fettlösend.NBR
PE
(Plan C)Wenn möglich, lösemittelfreie Systeme verwenden.
Klebstoff auf der Haut sollte mechanisch (reiben) entfernt werden.
Bei hartnäckiger Verschmutzung siehe Bild 6-9 lfd. Nr. 4.
4Schnell abbindende Klebstoffe
- Cyanacrylate,
- Methacrylate, flüssig bis gelartig.
Cyanacrylate binden sehr schnell auf der Haut ab. Verklebte Körperteile müssen z.T. operativ getrennt werden. Methacrylate wirken stark hautsensibilisierend.PE Wegen der hohen Abbindegeschwindigkeit - insbesondere auf der Haut - keine Verarbeitung ohne Handschuhe.
5Zwei-Komponenten-Klebstoffe
- Epoxidharze,
- ungesättigte Polyesterharze (UP) mit Styrol, flüssig.
   Siehe Bild 6-12 lfd. Nr. 5 und Nr. 6
6Silikonkautschukdichtungsmassen zum Abdichten von Anschluss- und Dehnungsfugen, pastös.Produkte können die Haut reizen. Oximhärtende Massen können sensibilisieren.CR
NR
PVC
(Plan C)Glätten oximhärtender Fugenmassen nicht mit den Fingern, sondern mit Spachtel o.Ä. verarbeiten.
1

Kurze Durchbruchzeit

2

Nicht bei Essigestern.

3

Nicht bei Essigestern.

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