DGUV Information 209-022 - Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)

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Abschnitt 5, Arbeitsmedizinische Vorsorge
Abschnitt 5
Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Titel: Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-022
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – Arbeitsmedizinische Vorsorge

In die umfassenden Präventionsmaßnahmen müssen Betriebsärzte, Sicherheitsfachkräfte, Hautärzte und die Berufsgenossenschaft einbezogen werden.

  • Durch ärztliche Untersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz, Einstellungsuntersuchungen durch Betriebsärzte sowie individuelle hautärztliche Beratungen sollen Personen mit einem hohen Erkrankungsrisiko, vorbestehender Hauterkrankung oder bekannten Allergien vor Aufnahme bestimmter Ausbildungsberufe bzw. Tätigkeiten besonders beraten werden. Das trifft vor allem auf Tätigkeiten mit intensivem Nässe- und/oder Irritantienkontakt zu. Maßgeblich für die Beurteilung und Beratung sollten auch bei diesen Untersuchungen die im Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 24 "Hauterkrankungen" genannten Kriterien (Merkmale 1. bis 3. Ordnung) sein.

  • Die Gefahrstoffverordnung fordert für bestimmte hautbelastende Tätigkeiten Pflicht- und Angebotsuntersuchungen. Nähere Angaben dazu enthält die TRGS 401 Kapitel 8. Pflichtuntersuchungen sind vom Arbeitgeber z.B. bei:

    • Feuchtarbeit (siehe Abschnitt 3.1) von regelmäßig mehr als 4 Stunden pro Tag,

    • Tätigkeiten mit dermaler Gefährdung durch unausgehärtete Epoxidharze

      und

    • Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Isocyanaten, bei denen ein regelmäßiger Hautkontakt nicht vermieden werden kann

    zu veranlassen.

    Vorsorgeuntersuchungen sind vom Arbeitgeber anzubieten, z.B. bei Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als 2 Stunden pro Tag.

  • Aber auch für andere Tätigkeiten mit hoher Hautbelastung sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durch den Betriebsarzt angezeigt. Für diese Untersuchungen steht der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz G 24 "Hauterkrankungen" zur Verfügung. Hilfestellung zur Auswahl dieses Personenkreises finden sich in der BGI 504-24. Der Arzt soll in Kenntnis der Arbeitsplatzbedingungen und des Untersuchungsbefundes den Arbeitnehmer vor allem umfassend beraten. Besonders gefährdete Personen sollten intensiv arbeitsmedizinisch betreut werden.

  • Bei Verdacht auf eine arbeitsbedingte Hautschädigung oder die Verschlimmerung einer Hauterkrankung unter der beruflichen Belastung muss der Betroffene frühzeitig Vorgesetzte und Betriebsärzte auf seine Probleme hinweisen.

Erforderliche Maßnahmen:

  1. 1.

    Ermittlung möglicher Ursachen, beginnend mit Feststellungen am Arbeitsplatz, Informationen zu Arbeitsstoffen, ergänzt durch ärztliche Verlaufsbeobachtung der Hauterkrankung; ggf. hautärztliche Diagnostik und Begutachtung.

  2. 2.

    Beseitigung bzw. Minderung der Hautbelastung und Prüfung der Wirksamkeit von Hautschutzmaßnahmen. Bei Möglichkeit sollte eine zeitweilige Umsetzung auf einen Arbeitsplatz mit geringerer Hautbelastung erfolgen.

  3. 3.

    Alle Möglichkeiten der medizinischen Behandlung nutzen.

Die genannten Maßnahmen werden durch die Berufsgenossenschaft im Rahmen des so genannten Hautarztverfahrens koordiniert und wirksam unterstützt. Voraussetzung dafür ist die Erstattung eines Hautarztberichtes durch den behandelnden Hautarzt oder den Arbeitsmediziner/Betriebsarzt. Für den Erfolg dieser Maßnahmen ist die Mitwirkung des Erkrankten wichtig.

Die Berufsgenossenschaft hat entsprechend ihres Präventionsauftrages nach § 3 der Berufskrankheitenverordnung den Zusammenhang von beruflicher Tätigkeit und Hauterkrankung zu prüfen. Sie wirkt auf die Beseitigung der Gesundheitsgefährdung hin und erbringt Leistungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation.

Die Verdachtsanzeige auf das Vorliegen einer beruflich bedingten Hauterkrankung (BK 5101) ist bei einem begründeten Verdacht zwischen beruflicher Tätigkeit und vorliegender Hauterkrankung zu erstatten. Die Metall-Berufsgenossenschaften haben Verfahren zur Individualprävention entwickelt, um bei auftretenden Hauterkrankungen durch frühzeitiges Eingreifen die Entstehung einer Berufskrankheit zu verhindern. Hierzu zählen die Einleitung der Betreuung durch den Betriebsarzt, die Beratung durch die Präventionsdienste und die Übernahme der Heilbehandlungskosten (siehe auch BG-Information "Verfahrensablauf beim Auftreten von Hauterkrankungen" [BGI 687]).

Hauterkrankungen im Betrieb dürfen niemals nur als ein Problem des "empfindlichen" Arbeitnehmers behandelt und abgetan werden.