DGUV Information 203-007 - Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)

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Abschnitt 3.3, 3.3 Unfalluntersuchung und Anpassung von Schu...
Abschnitt 3.3
Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Titel: Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.3 – 3.3 Unfalluntersuchung und Anpassung von Schutzmaßnahmen

Die Ergebnisse betrieblicher Unfalluntersuchungen sind bei der Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Die Schutzmaßnahmen sind zu überprüfen und bei Bedarf entsprechend anzupassen.

Das folgende Beispiel erläutert die Vorgehensweise:

Arbeitsunfall beim Steigen im Turm

Unfallhergang

  • Ein Kollege vergaß ein Werkzeug und stieg deshalb erst im großen Abstand von 20 Metern seinem Kollegen auf der Steigleiter nach

  • Beim Durchstieg des letzten Podestes rutschte ein Drehmomentschlüssel aus dem Transportbeutel und schlug auf den Helm des 20 Meter tiefer steigenden Kollegen

  • Folge: Helm (2,5 Jahre alt) gesplittert und verformt

  • Verletzungsart: Platzwunde und Gehirnerschütterung

Unfalluntersuchung unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilung und Beachtung des TOP-Prinzips

Frage: Ist eine Gefährdungsbeurteilung für das Steigen im Turm vorhanden?

  • Folgende Hinweise sind in der BGI 657 Pkt. 5.2 Turm enthalten

    1. T

      Gegenstände gegen Herabfallen sichern

    2. O

      dicht hintereinander steigen oder Steigleiter erst betreten, wenn sich auf ihr keine Person befindet

    3. P

      Schutzhelm tragen

  • Betriebliche Gefährdungsbeurteilung enthielt:

    1. T

      kleine Gegenstände nur in einer verschlossenen, reißfesten Umhängetasche mitführen

    2. O

      schriftliche Betriebsanweisung für Arbeiten auf Windenergieanlagen ("Windenergieanlage ist Gefahrenbereich").

      Es besteht Helmpflicht.

      Betriebsanweisung: "Benutzung Kopfschutz"

    3. P

      bei Betreten der WEA ist der Kinnriemen zu benutzen Prüfung des Helmes vor Gebrauch vornehmen Austausch des Helmes für Servicepersonal nach 4 Jahren

Frage: Sind neue Schutzmaßnahmen gemäß TOP zu treffen?

Mögliche "Technische" Maßnahmen

  • benutzte Umhängetasche hat zum Verschließen einen Schnur-Zugverschluß, der den Beutel nicht vollständig verschließt

  • stabiler Reißverschluss als Transportsicherung wäre besser

  • Umhängetaschen mit einer ausziehbaren Befestigung für Werkzeuge können

  • ein Herabfallen bei Arbeiten im Turm verhindern

Mögliche "Organisatorische" Maßnahmen

  • in Betriebsanweisung sollte schriftlich geregelt werden, dass grundsätzlich dicht hintereinander gestiegen werden soll, wenn dies gemäß Betriebshandbuch zulässig ist.

Mögliche "Personenbezogene" Maßnahmen

  • Werkzeuge, die auf Grund ihrer Größe oder Gewichtes nicht sicher in der Tasche aufbewahrt sind, müssen zusätzlich an einer Öse oder Karabiner der Tasche einzeln befestigt werden

  • der beschädigte Helm ist der Benutzung zu entziehen

  • alle Helme des Service-Personals sind zu überprüfen, ob die betrieblich festgelegte Gebrauchsdauer eingehalten wird

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