DGUV Information 203-007 - Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)

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Abschnitt 3.1, 3 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren 3.1 Ge...
Abschnitt 3.1
Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Titel: Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – 3 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren
3.1 Gefährdungsbeurteilung

Der Unternehmer hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Diese Verpflichtung ergibt sich aus unterschiedlichen Vorschriften wie z. B.

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

  • berufsgenossenschaftliche Vorschriften ("UVV")

Die Beurteilung hat der Unternehmer nach Art der auszuführenden Tätigkeiten an Windenergieanlagen vorzunehmen. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen ist die Beurteilung eines typischen Arbeitsplatzes oder einer repräsentativen Tätigkeit ausreichend, jedoch sind die jeweiligen örtlichen Bedingungen bei der Durchführung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Zu den fachkundigen Personen, die bei der Gefährdungsbeurteilung zur Unterstützung herangezogen werden können, gehören insbesondere Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte.

Gefährdungen/Belastungen sind möglich durch:

  1. 1.

    Organisatorische Mängel*)

  2. 2.

    Arbeitsplatzgestaltung

  3. 3.

    Nichtbeachten ergonomischer Erkenntnisse

  4. 4.

    Mechanische Einwirkungen

  5. 5.

    Elektrischen Strom

  6. 6.

    Gefahrstoffe

  7. 7.

    Brände/Explosionen

  8. 8.

    Spezielle physikalische Einwirkungen

  9. 9.

    Weitere mögliche Gefährdungen und Belastungen

Mögliche psychische, biologische und weitere Gefährdungen/Belastungen werden in dieser BG-Information nicht vertiefend behandelt; sie werden im Katalog unter 8.9 Weitere mögliche Gefährdungen und Belastungen beispielhaft erwähnt. Sie sind jedoch im Einzelfall vom Unternehmer im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Bei der Beurteilung ist auch auf Wechselwirkungen zu achten, die sich durch das gleichzeitige Vorhandensein unterschiedlicher Gefährdungen ergeben können.

Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind konkrete Schutzmaßnahmen (z. B. Bereitstellung geeigneter Arbeitsmittel und persönlicher Schutzausrüstungen (PSA)) gegen die betrachteten Gefährdungen und Belastungen.

Einrichtungen, Anordnungen und Maßnahmen müssen den allgemein anerkannten Regeln der Sicherheitstechnik, der Arbeitsmedizin und der Hygiene sowie den sonstigen gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Der Unternehmer hat die getroffenen Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

Informationen bezüglich anlagen- und betriebsspezifischer Gefährdungen muss der Unternehmer rechtzeitig vor Aufnahme der Arbeiten vom Betreiber einholen (z. B. Sicherheitsanleitungen nach DIN EN 50308).

*)

Organisatorische Mängel können auf alle Bereiche zutreffen, daher sind diese nicht in der tabellarischen Übersicht aufgeführt; im Katalog wird auf organisatorische Maßnahmen hingewiesen.