DGUV Information 203-007 - Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)

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Abschnitt 8.7, 8.7 Gefährdung durch Brände/Explosionen
Abschnitt 8.7
Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Titel: Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.7 – 8.7 Gefährdung durch Brände/Explosionen

8.7.1
Brandgefahr durch Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase

  • Brandlast reduzieren z. B. durch Reduzierung der bereitgestellten Arbeitsstoffe, Verpackungen und Hilfsmitteln (Putzmittel und ölgetränkte Putzlappen)

  • Putzlappen und ölgetränkte Putzlappen nicht im Bereich von Zündquellen ablegen

  • Nach Beendigung der Arbeiten sind alle Materialien und Hilfsmittel aus der WEA zu entfernen

  • Zündquellen, z. B. offenes Licht, Rauchen, Funken, Lichtbögen und Wärmestrahlung, sind zu vermeiden.

  • Regelmäßige Wartung der elektrischen Anlage zur Vermeidung von Störlichtbögen

  • Feuerlöscheinrichtungen, z. B. Handfeuerlöscher, sind bereitzuhalten, zu kennzeichnen und gut zugänglich zu halten

  • Feuerarbeiten, z. B. Schweißen, Trennschneiden, Brennschneiden, Schleifen und Schrumpfen, sind durch Erlaubnis bzw. Arbeits-/Betriebsanweisung zu regeln

8.7.2
Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre

Durch Schweiß- und Schneidarbeiten, aber auch beim Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten und Gasen, können Brände entstehen oder Explosionen ausgelöst werden.

  • Schweißtechnische Arbeiten

    Bei schweißtechnischen Arbeiten außerhalb dafür eingerichteter Werkstätten muss mit dem Vorhandensein von Bereichen mit Brand- und Explosionsgefahr gerechnet werden. Deshalb muss der Unternehmer durch eingehende Besichtigung der Arbeitsstelle und seiner Umgebung im Einzelfall prüfen, ob es sich um einen derartigen Bereich handelt. Dazu ist eine sachkundige Beratung durch den Auftraggeber notwendig. Das Vorhandensein brennbarer Stoffe (z. B. Isolierstoffe, Kunststoffe, Ablagerungen von Schmiermitteln) und Gase, die sich durch schweißtechnische Arbeiten in Brand setzen lassen, bedeutet stets einen Bereich mit Brand- und Explosionsgefahr. Unbemerktes ausströmendes Acetylen kann mit der umgebenden Luft nahezu in jedem Mischungsverhältnis explosionsgefährlich sein.

    Ist die Brand- oder Explosionsgefahr nach gründlicher Prüfung nicht völlig auszuschließen, so sind die folgenden Maßnahmen durchzuführen:

    • schriftliche Festlegung von Sicherheitsmaßnahmen in einer Schweißerlaubnis (Muster für einen Schweißerlaubnisschein in BGI 554 Gasschweißer)

    • Auswahl erfahrener, verantwortungsbewusster Personen für den Einsatz

    • einwandfreie Gasschweißgeräte incl. Zubehör einsetzen, u.a. mit Sicherheitseinrichtungen gegen Gasrücktritt und Flammendurchschlag

    • schwer entflammbare Schutzkleidung tragen wegen der räumlichen Enge

    • verbleibende Stoffe und Gegenstände abdecken, eventuell feucht halten

    • Öffnungen in der Umgebung der Schweißstelle sicher abdecken

    • Festlegung eines Brandpostens als Brandwache mit geeignetem Löschgerät

    • nach Beendigung der Feuerarbeit und dann in den folgenden Stunden ist eine wiederholte Kontrolle der Schweißstelle und ihrer Umgebung notwendig

  • Schrumpfen mit Flüssiggas

    Flüssiggas ist mit Luft bereits in sehr niedriger Konzentration explosionsfähig. Deshalb sind alle Beschäftigten, die mit Flüssiggasanlagen umgehen, anhand einer Betriebsanweisung zu unterweisen.

    Folgende Maßnahmen sollen verhindern, dass Flüssiggas unkontrolliert ausströmen kann und gefährlich werden kann:

    • Flüssiggasflaschen dürfen nur stehend betrieben werden, damit kein verflüssigtes Gas in die Leitungen gelangen kann

    • Flüssiggasflaschen müssen so betrieben werden, dass keine gefährliche Erwärmung (d. h. Temperaturen über 40 C) auftreten kann

    • es ist darauf zu achten, dass infolge zu hoher Gasentnahme keine Unterkühlung des Flüssiggases (erkennbar durch Reifbildung an der Flasche) eintritt, da dies zum Erlöschen der Flamme am Verbrauchsgerät führen kann

    • die meisten Explosionen entstehen durch falsch angeschlossene Druckregler; beim Anschluss des Druckreglers sicherstellen, dass dieser mit dem Flaschenventil in Gewinde und Dichtfläche übereinstimmt; wenn Druckregler mit Kombinationsanschluss verwendet werden, können Undichtigkeiten verhindert werden

    • unmittelbar hinter dem Druckregler müssen Schlauchbruchsicherungen montiert sein; bei Verwendung von Verbrauchsanlagen unter Erdgleiche müssen Leckgassicherungen oder Druckregler mit integrierter Dichtheitsprüfung und einer Schlauchbruchsicherung mit Nennwert bis zu 1,5 kg/h eingesetzt werden

    • ortsveränderliche Gasverbrauchsanlagen müssen wiederkehrend mindestens alle zwei Jahre durch eine befähigte Person geprüft werden; der Prüfnachweis muss an der Einsatzstelle vorliegen

  • Verarbeiten von lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffen

    Lösemittelhaltige Beschichtungsstoffe enthalten häufig brennbare Bestandteile. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bei der Verarbeitungvon brennbaren Beschichtungsstoffen Explosionsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Die höchste Explosionsgefahr besteht, wenn hoch- bzw. leichtentzündliche Stoffe (gekennzeichnet mit Gefahrensymbol und F bzw. F+) oder entzündliche Stoffe mit einem Flammpunkt < 40 C verarbeitet werden. Im Rahmen der Ersatzstoffprüfung sollten nur solche Stoffe ausgewählt werden, von denen nur eine geringe Explosionsgefahr ausgeht. Dies sind entzündliche Beschichtungsstoffe mit einem Flammpunkt über 40 C. Von diesen Stoffen geht dann nur noch eine mittlere Explosionsgefahr aus. Besser noch ist die Verwendung von Beschichtungsstoffen mit einem Flammpunkt > 55 C oder die Anwendung von Wasserlacken mit einem geringen Anteil an Lösungsmitteln.

    Explosionsgefahr bei Beschichtungsstoffen
    Flammpunkt< 21 C<40C40 ... 55 C> 55 C> 100 C
    Einstufung GefStoffVhochentzündlich F+ leichtentzündlich Fentzündlich-
    Explosionsgefahrhochhochmittelgeringkeine
    • für das Verarbeiten von Beschichtungsstoffen ist eine Betriebsanweisung zu erstellen

    • der Bereich von 5 Meter um die Verarbeitungsstelle ist als feuergefährdeter Bereich anzusehen, d.h. Zündquelle vermeiden und nicht rauchen

    • werden Stoffe beim Verarbeiten fein versprüht oder erwärmt, kann eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten; dies gilt sogar für Beschichtungsstoffe mit einem Flammpunkt über 55 C; also keine Zündquellen zulassen und keine Anwendung in der Nähe heißer Oberflächen

    • für ausreichende Frischluft im Arbeitsbereich sorgen (Beachte: Dämpfe brennbarer Flüssigkeiten sind schwerer als Luft)

    • am Arbeitsplatz vorhandene Farb- und Lösemittelmengen auf den Schichtbedarf begrenzen

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