DGUV Information 203-007 - Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)

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Abschnitt 8.3, 8.3 Gefährdung durch Nichtbeachten ergonomisc...
Abschnitt 8.3
Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Titel: Windenergieanlagen (DGUV I 203-007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.3 – 8.3 Gefährdung durch Nichtbeachten ergonomischer Erkenntnisse

8.3.1
Schwere körperliche Arbeit

  • Aufstiegshilfen

    • Es wird empfohlen, WEA mit Steighilfen oder Befahranlage auszurüsten, um körperliche Belastungen zu verringern, sichere Verkehrswege zu schaffen und Rettungsmöglichkeiten zu verbessern.

    • Vorhandene Steighilfen oder Befahranlagen sind zu benutzen

  • Manuelles Hinaufziehen von Werkzeugen und Material an Seilen ohne Winde

    • Seil so zu führen, dass ein Durchschießen der Last verhindert wird.

    • Aufenthalt unter schwebender Last untersagen

    • Arretiermöglichkeiten des Seiles festlegen und nutzen.

  • Heben und Tragen

    • Ergonomisch günstige Haltung anstreben

    • Richtwerte für Heben und Tragen sind zu beachten.

      Anmerkung: siehe BGI 869 "Betriebliches Transportieren und Lagern"

  • Anziehen von Verschraubungen

Zum Aufbringen von hohen Drehmomenten geeignetes Werkzeug vorhalten (z. B. hydraulische oder elektrische arbeitende Werkzeuge) sind mit Muskelkraft betriebenen vorzuziehen. Vor Freigabe der Energie ist auf korrekte Positionierung des Werkzeuges zu achten. Dabei auf geeignete, feste Standplätze achten und das Gleichgewicht halten. Die Freigabe der Energie für diese Werkzeuge durch einen zweiten Beschäftigten darf erst nach Bestätigung der korrekten Positionierung erfolgen.

Für den Umgang mit hydraulischen Schraubenspannvorrichtungen ist unter Beachtung der Angaben des Herstellers eine Betriebsanweisung zu erstellen und zu berücksichtigen.

  • Einbau von Großkomponenten

    • geeignete Druck-, Press-, Zugwerkzeuge (z. B. Hydraulikzylinder) vorhalten

8.3.2
Beleuchtung

  • Beleuchtung auf Verkehrswegen

    • Die vorhandene Beleuchtungsstärke muss eine sichere Orientierung beim Benutzen der Aufstiegssysteme und eine Inaugenscheinnahme der Steigschutzeinrichtung gestatten.

  • Ausfall der Sicherheitsbeleuchtung

    • Sicherheitsbeleuchtungen sind regelmäßig wiederkehrend zu prüfen (Herstellervorgaben beachten!). Das Ergebnis der Prüfung ist so zur Verfügung zu stellen, dass vor Beginn der Arbeiten Einsicht genommen werden kann.

    • Anlagen die noch nicht mit einer funktionsfähigen Sicherheitsbeleuchtung ausgerüstet sind, sollen beispielsweise mit mitgeführter netzunabhängiger Beleuchtung begangen werden

  • Zusatzbeleuchtung

    • Entsprechend der Sehaufgabe ist neben der Grundbeleuchtung eine Zusatzbeleuchtung (z. B. Handleuchte) zu benutzen.

In die Steigleiter integrierte netzunabhängige Notbeleuchtung.

8.3.3
Wetter, Witterungsbedingungen, Klima

  • Gefährdung durch Witterungsbedingungen

    • Schutzkleidung gegen Wind, Nässe, Kälte zur Verfügung stellen und nutzen

  • Gefährdung durch hohe Temperaturen

    • Atmungsaktive Arbeitskleidung zur Verfügung stellen und tragen

    • Angepasste Pausenregelung treffen und einhalten

    • Beschäftigte achten auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme

  • Gefährdung durch Sonnenstrahlung

    • körperbedeckende Kleidung tragen

    • UV-Schutzmittel mit angepasstem Lichtschutzfaktor und (Schutz-)Brillen mit ausreichendem UV-Schutz bereitstellen und benutzen

  • Gefährdung durch Wind

    • Maßnahmen sind in den Betriebsanweisungen festzulegen und zu beachten. Rechtzeitig, spätestens beim Erreichen der für die WEA kritischen Windgeschwindigkeit, sind die Arbeiten einzustellen und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Hierbei sind die Herstellerangaben zu berücksichtigen.

  • Gefährdung durch Gewitter

    • Im Vorfeld von Arbeiten Wetterbericht einholen

    • Bei Gewitter die WEA verlassen und im Montagefahrzeug aufhalten

    • Andere Arbeitsteams in benachbarten WEA informieren

8.3.4
Heben und Tragen

  • Hebezeugbetrieb

    • nur geprüfte Hebezeuge zur Verfügung stellen und nutzen

  • Manuelles Heben und Tragen

    siehe auch BGI 641

GeschlechtLastgewicht
(in kg)
Heben,
Absetzen,
Umsetzen
und Halten
Tragen
Dauer
<5 s
Trageentfernung
5 bis < 10 m
Trageentfernung
10 bis < 30 m
Trageentfernung
≥ 30 m
Männer< 10Im Allgemeinen keine Einschränkungen
10 bis < 15bis 1.000 mal pro Schichtbis 500 mal pro Schichtbis 250 mal pro Schichtbis 100 mal pro Schicht
15 bis < 20bis 250 mal pro Schichtbis 100 mal pro Schichtbis 50 mal pro Schicht
20 bis < 25bis 100 mal pro Schichtbis 50 mal pro Schicht 
≥ 25Nur in Verbindung mit speziellen präventiven Maßnahmen3)
Frauen< 5Im Allgemeinen keine Einschränkungen
5 bis < 10bis 1.000 mal pro Schichtbis 500 mal pro Schichtbis 250 mal pro Schichtbis 100 mal pro Schicht
10 bis < 15bis 250 mal pro Schichtbis 100 mal pro Schichtbis 50 mal pro Schicht
≥ 15Nur in Verbindung mit speziellen präventiven Maßnahmen3)

Orientierende Werte zu Hebe- und Tragehäufigkeiten1) von Lasten1) für Männer und Frauen in einer Ganztagsschicht2), bei deren Überschreitung vorzugsweise technische und/oder organisatorische Maßnahmen insbesondere zum Schutz der Lendenwirbelsäule vorzusehen sind.

8.3.5
Wahrnehmungsumfang/Informationsaufnahme

  • Bei Nutzung elektronischer Anzeige- oder Dokumentationsmittel ist die Darstellung an das Anzeigemittel anzupassen, die Grundsätze der Ergonomie sind bei der Softwaregestaltung zu beachten

  • Warnhinweise in der Dokumentation müssen sicher erkannt werden können.

  • Die Software ist an die Arbeitsaufgabe anzupassen.

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