DGUV Information 213-005 - Spraydosen und Gaskartuschen (bisher: BGI 646)

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Abschnitt 2, Gefahren und Unfallerfahrungen
Abschnitt 2
Spraydosen und Gaskartuschen (bisher: BGI 646)
Titel: Spraydosen und Gaskartuschen (bisher: BGI 646)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – Gefahren und Unfallerfahrungen

Spraydosen enthalten den Wirkstoff (= das eigentliche Produkt), dessen Lösungsmittel und das Treibmittel. Jede dieser Komponenten kann hoch entzündlich oder leichtentzündlich sein und/oder gesundheitsschädliche Eigenschaften besitzen. Die Treibmittel sind hoch entzündlich, die Wirkstoff-Lösungsmittel sind sehr oft leicht entzündlich oder entzündlich, je nach Warenart auch gesundheitsschädlich, reizend oder ätzend.

Früher enthielten die Spraydosen als Treibmittel die unbrennbaren Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und galten daher als relativ ungefährlich. Da die FCKW jedoch die Ozonschicht der Stratosphäre zerstören, kommen aus Umweltschutzgründen in Spraydosen heute meist wieder brennbare Flüssiggase zum Einsatz oder DME (Dimethylether), die beide gasförmig schwerer als Luft sind und sich daher in Bodennähe ansammeln können.

Der Einsatz dieser hochentzündlichen Treibmittel hat das von Spraydosen ausgehende Gefahrenpotenzial wesentlich erhöht:

  • Bei undicht gewordenen Spraydosen oder bei intensiver Verwendung in kleinen Räumen kann sich unbemerkt (!) eine explosionsfähige Atmosphäre bilden.

  • Im Falle eines Brandes können die Spraydosen durch Überhitzung platzen und so durch Freisetzen größerer Mengen hochbrennbarer Stoffe zu einer wesentlichen Verschlimmerung des Brandes oder zur Explosion führen.

Dieser Sachverhalt muss bei der Menge (Tagesumsatz) der im Verkauf bereitgestellten Spraydosen berücksichtigt werden: Wird etwa ein Vorratsraum erforderlich, der auch baurechtlichen Anforderungen genügen muss? (zuständige Arbeitsschutzbehörde, z.B. Staatliche Ämter für Arbeitsschutz, Gewerbeaufsichtsämter fragen!)

Unfallbeispiele:

  1. 1

    Beim Nachfüllen eines Verkaufsregals fiel aus ca. 1,6 m Höhe eine Spraydose auf die Metallkante eines am Boden liegenden Rostes. Dabei wurde die Dose beschädigt. Als die Verkäuferin sich bückte, um die Dose aufzuheben, wurde sie von der herausspritzenden Flüssigkeit an den Augen getroffen. Die Verätzung beider Augen musste ärztlich behandelt werden.

    Zur Vermeidung dieses Unfalles hätte die Verkäuferin die beschädigte Dose abdecken, z.B. mit einem Tuch, und ins Freie befördern sollen.

  2. 2

    Bei einem Großbrand in einem Supermarkt haben explodierende Spraydosen ein mehrere Quadratmeter großes Loch in die Gebäudedecke gerissen. Einzelne Spraydosen wurden im Umkreis von mehreren hundert Metern gefunden.

    Im Brandfalle stellen erhitzte und platzende Spraydosen eine erhebliche Gefahr für flüchtende Personen, Retter und Feuerwehrleute dar.

Bild 1: Explosion einer Spraydose

(Foto: Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land)

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