DGUV Information 210-002 - Sichere Verwendung von Flüssiggas in Metallbetrieben ...

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Abschnitt 8.1, 8 Sicherheitseinrichtungen 8.1 Schlauchbruchs...
Abschnitt 8.1
Sichere Verwendung von Flüssiggas in Metallbetrieben (bisher: BGI 645)
Titel: Sichere Verwendung von Flüssiggas in Metallbetrieben (bisher: BGI 645)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 210-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.1 – 8
Sicherheitseinrichtungen

8.1
Schlauchbruchsicherung und Leckgassicherung gegen Gasaustritt bei Schlauchbeschädigung

Auch beim sorgfältigen Umgang mit Flüssiggasanlagen und trotz guter Ausrüstung besteht insbesondere auf Baustellen oder im Stahl- und Schiffbau die Gefahr, dass Flüssiggasschläuche beschädigt werden, z.B. durch Abreißen oder Lockern der Schlauchanschlüsse, beim Versetzen von Flaschen oder Verbrauchseinrichtungen, durch herabfallende Gegenstände oder durch Auftreffen der eigenen Flüssiggasflamme.

Werden derartige Beschädigungen nicht rechtzeitig erkannt, können große Mengen unverbrannten Flüssiggases unbemerkt aus dem Schlauch ausströmen, sich in Ecken oder Vertiefungen ansammeln und zu einem explosionsfähigen Gas-Luft-Gemisch führen.

Um solche Gefahren zu vermeiden, müssen alle Verbrauchsanlagen, bei denen die Schläuche besonderen mechanischen, chemischen oder thermischen Beanspruchungen unterliegen, unmittelbar vor den Schläuchen mit einer Sicherheitseinrichtung gegen Gasaustritt bei Schlauchbeschädigung ausgerüstet sein.

Dies gilt jedoch nicht bei Schlauchlängen unter 0,40 m oder bei Versorgung aus Kleinstflaschen.

Besondere Beanspruchungen der Schläuche liegen im Allgemeinen vor bei

  • Gefahr des Knickens, Abreißens, Überfahrens usw. (z.B. auf Baustellen, in Schiffbau-, Stahlbau- und Abwrackbereichen),

  • Vorhandensein von aggressiven Medien (z.B. Galvanik, Beizereien) und

  • Berührung durch heiße Teile, Gase oder Brennerflammen (z.B. in Gießereien, Hüttenbetrieben, Walzwerken und dergleichen).

Als Sicherheitseinrichtungen gegen Gasaustritt bei Schlauchbeschädigung müssen eingesetzt werden:

  • Über Erdgleiche:

    Schlauchbruchsicherung (Bild 8-1) oder Druckregler mit integrierter Schlauchbruchsicherung.

  • Unter Erdgleiche:

    Leckgassicherung (Bild 8-2) oder - bei einem Anschlusswert bis zu 1,5 kg/h - Druckregler mit integrierter Dichtheitsprüfeinrichtung und Schlauchbruchsicherung (Bild 8-3).

Die Schlauchbruchsicherung ist eine Sicherheitseinrichtung, die den Gasstrom zwangsweise unterbricht, wenn es hinter der Schlauchbruchsicherung zu einem plötzlichen Druckabfall kommt. Das wäre z.B. bei der Durchtrennung des Schlauches der Fall. Schlauchbruchsicherungen müssen dem Verbrauch und dem Arbeitsdruck der Anlage angepasst ausgewählt werden. Ansonsten kommt es zu häufigen Fehlauslösungen der Sicherheitsfunktion.

Die Leckgassicherung ist eine Sicherheitseinrichtung, die schon bei kleinen Schlauchbeschädigungen (Leckgasmengen) die Gaszufuhr abstellt. Sie funktioniert nur mit einem Spezialdoppelschlauch und sichert auch nur den Bereich des Doppelschlauches ab.

Druckregler mit integrierter Dichtheitsprüfung sind Regler, in denen neben einer Schlauchbruchsicherung zusätzlich eine Dichtheitsprüfeinrichtung eingebaut ist, mit der die gesamte Verbrauchsanlage zwangsläufig vor Inbetriebnahme auf Dichtheit geprüft wird. Zu beachten sind die Angaben des Herstellers bezüglich der schlauchlängenabhängigen Prüfzeiten auf dem Bauteil.

Bild 8-1: Schlauchbruchsicherungen

Bild 8-2: Beispiel einer Leckgassicherung (nur mit Spezialdoppelschlauch!)

Bild 8-3: Beispiel Druckregler mit Schlauchbruchsicherung und integrierter Dichtheitsprüfung