DGUV Information 209-020 - Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bishe...

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Abschnitt 4.3, Lüftung
Abschnitt 4.3
Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bisher: BGI 616)
Titel: Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bisher: BGI 616)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-020
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – Lüftung

Verfahren, Werkstoffe und Einsatzbedingungen sind maßgebend für die Auswahl und die Intensität geeigneter lufttechnischer Maßnahmen:

  • Absaugung im Entstehungsbereich,

  • technische Raumlüftung,

  • freie Lüftung.

Die Eignung einer Lüftung kann durch Konzentrationsmessungen der Schadstoffe nachgewiesen werden. Der Nachweis ist erbracht, wenn die Luftgrenzwerte eingehalten werden.

Bei schweißtechnischen Arbeiten soll sichergestellt werden, dass die entstehenden Rauche und Gase nicht in die Atemluft der Beschäftigten gelangen.

Bei manchen Verfahren sind Menge und Zusammensetzung der Rauche und Gase wesentlich abhängig vom Zusatzwerkstoff bzw. von der Art der Beschichtung. Bei anderen Verfahren sind Menge und Zusammensetzung der Rauche und Gase wesentlich abhängig vom Grundwerkstoff bzw. von der Art der Beschichtung; bei den Autogenverfahren auch vom verwendeten Brenngas.

In engen Räumen reicht eine freie Lüftung nicht aus. Hier sollen die Schadstoffe abgesaugt und gleichzeitig Frischluft zugeführt werden. In vielen Fällen sind diese Maßnahmen nicht ausreichend um die Gefährdung auszuschließen. Deshalb sind in Ergänzung zur Lüftung Atemschutzgeräte anzuwenden.

Bei Schweißrauchen ohne krebserzeugende Stoffe ist eine Luftrückführung zulässig, wenn die abgesaugte Luft ausreichend von Schadstoffen gereinigt wird. Eine Abscheidung gilt als ausreichend, wenn die Konzentration der Stoffe in der rückgeführten Luft 1/5 der jeweiligen Luftgrenzwerte und der maximale Anteil der Rückluft in der Zuluft 70 % nicht überschreitet. Enthalten die Schweißrauche krebserzeugende Anteile - wie Nickeloxide oder Chrom(VI)-Verbindungen - gelten die Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 560 "Luftrückführung beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen". Danach ist Luftrückführung mittels mobiler Schweißrauchabsauggeräte nur im Ausnahmefall zulässig.

Absaugeinrichtungen mit beweglichen Erfassungselementen sind nur wirksam, wenn ihre Erfassungselemente ständig entsprechend dem Arbeitsfortschritt nachgeführt werden.

Integrierte Absaugungen im Schweißbrenner oder im Schutzschild haben den Vorteil, während des Schweißprozesses die Schadstoffe zwangsläufig zu erfassen.

Schweißbrenner mit integrierter Absaugung werden überwiegend an Hochvakuumanlagen angeschlossen und haben einen Luftbedarf von ca. 80 bis 100 m3/h. Konventionelle Erfassungseinrichtungen mit Rüssel haben einen Luftbedarf, der etwa dem Zehnfachen des vorgenannten entspricht.

Zusätzliche Angaben siehe auch die BG-Regeln "Arbeitsplatzbelüftung - Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121) sowie BG-Information "Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren" (BGI 593) und "Schweißrauche" (BGR 220) sowie DVS/VDI Richtlinie "Lüftungstechnik beim Schweißen und bei verwandten Verfahren" (DVS/VDI 6005).