DGUV Information 209-020 - Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bishe...

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Abschnitt 3.6, Ultrafeine Partikel (UFP)
Abschnitt 3.6
Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bisher: BGI 616)
Titel: Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bisher: BGI 616)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-020
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.6 – Ultrafeine Partikel (UFP)

Als ultrafeine Partikel werden alle Partikel bezeichnet, die kleiner als 0,1 µm (100 nm) sind. Ihre Eigenschaften, insbesondere ihre Mobilität, hängen im Wesentlichen vom geometrischen Durchmesser und von der Partikelform (Einzelpartikel, Ketten oder Agglomerate) ab. Die Depositionswahrscheinlichkeit von Partikeln mit einem Durchmesser von 20 bis 50 nm im Alveolarbereich beträgt 50 bis 60 % (siehe Bild 3-18). Hier wird eine besondere Wirkungsqualität angenommen. Der Reinigungsmechanismus der Lunge wird stark beeinträchtigt. Tierversuche zeigen, dass z.B.

  • bei Belegung von 60 % des in den Alveolen vorhandenen Makrophagenvolumens deren Reinigungsverhalten erliegt und die ultrafeinen Partikel in der Lunge verbleiben,

  • die Toxizität der ultrafeinen Partikel wesentlich von der in der Lunge deponierten Partikelanzahl (Partikelanzahlkonzentration: N/m3) und deren Oberfläche abhängt.

Bild 3-18: Depositionswahrscheinlichkeit von Partikeln im Alveolarbereich der menschlichen Lunge in Abhängigkeit von deren Größe (nach ICPR 1994)

Die Erforschung der Wirkung von ultrafeinen Partikeln ist noch nicht abgeschlossen, deshalb können hierzu keine sicheren Angaben gemacht werden.

Auch in der Schweißtechnik treten ultrafeine Partikel auf. Da gezielte Messungen am Arbeitsplatz und im Labor zur Anzahlkonzentration, Oberfläche u.a. spezifischen Parametern noch weiter durchgeführt werden müssen, bis sie zu einer aussagefähigen Auswertung führen können, kann über die damit verbundene Gefährdung z.Zt. noch keine zuverlässige Aussage getroffen werden.