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DGUV Information 209-020 - Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bisher: BGI 616)
Titel: Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche (bisher: BGI 616)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-020
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche
(bisher: BGI 616)

Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften

Stand der Vorschrift: 2005

Für die wertvolle Unterstützung bei der Beschaffung von Daten über die chemische Analyse und Emissionsraten der hier vorgestellten Zusatzwerkstoffe und für die gute Zusammenarbeit sei der Schweißelektroden-Vereinigung e.V. (SEV) gedankt.

Gleichzeitig geht der Dank auch an den Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS) als auch an das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) für die Genehmigung der Übernahme von Auszügen aus Publikationen und Normen.

Für die Unterstützung bei der Erstellung der Dateien über die chemischen Zusammensetzungen der Zusatzwerkstoffe sei den Herren Gohl und Struß von der Norddeutschen Metall-Berufsgenossenschaft (NMBG) gedankt.

Vorwort

Zum Schutz der Gesundheit schreibt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vor, die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln, zu beurteilen und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen.

Um die Betriebe bei der Beurteilung der Gefährdung durch die chemische Einwirkung der partikelförmigen Stoffe (= Schweißrauche) - die während des Schweißens und der verwandten Verfahren entstehen - zu unterstützen, wird hier eine an der Praxis orientierte Hilfestellung gegeben.

Die in dieser Broschüre enthaltenen Informationen und Angaben versuchen, die in den letzten Jahren an den Fachausschuss "Metall und Oberflächenbehandlung" (früher "Eisen und Metall I"), Sachgebiet "Schadstoffe in der Schweißtechnik" herangetragenen Fragen zu beantworten.

Diese betreffen Informationen und Angaben über

  • die Entwicklung der Schweißverfahren, insbesondere zwischen den 50er und 80er Jahren,

  • die Entwicklung der Werkstoffe, insbesondere der typischen Legierungen und deren chemischen Zusammensetzungen

    sowie

  • einige relevante Auszüge aus schweißtechnischen Normen ab den 50er Jahren bis heute.

Mit dem In-Kraft-Treten der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) am 01.01.2005 in der Fassung vom 23.12.2004 sind für Betriebe Änderungen gegenüber der alten Verordnung eingetreten.

Zu den wichtigsten Änderungen, die auch für das Schweißen und verwandte Verfahren von Bedeutung sind, gehören:

  • Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW), die vom neuen Verständnis her so konzipiert sind, dass bei ihrer Einhaltung akute oder chronische schädliche Wirkungen nicht zu erwarten sind.

  • Biologische Grenzwerte (BGW), die arbeitsmedizinisch toxikologisch abgeleitet sind und die Konzentrationen im biologischen Material angeben, bei denen im Allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird. Gemäß dieser Definition entsprechen die bisherigen MAK den AGW, die bisherigen BAT-Werte den BGW. Technisch basierte Werte, wie sie die TRK darstellen, sind nicht vorgesehen, die bisherigen TRK entfallen.

  • Die Gefährdungsbeurteilung - die als Kern der Verordnung anzusehen ist.

  • Das Schutzstufenkonzept - das in engem Zusammenhang mit der Gefährdungsbeurteilung steht und die Schutzmaßnahmen in vier Stufen nach der Gefährdungshöhe zuordnet (für die Schweißtechnik siehe auch die BG-Regel "Schweißrauche" [BGR 220]).

  • Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

    Diese sind beim Schweißen und Trennen von Metallen zu veranlassen, wenn die Schweißrauchkonzentration 3 mg/m3 überschreitet; jedoch sind sie auch anzubieten, wenn diese Konzentration eingehalten wird.

In dieser Broschüre werden die "alten" TRK herangezogen, da sie den Stand der Technik bis Ende 2004 beschreiben und somit erfahrungsgemäß eine Hilfe bei der Beurteilung der Exposition am Arbeitsplatz geben können.

Das Modell zur Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche entspricht im Großen und Ganzen der Anforderung der Gefahrstoffverordnung (siehe Abschnitt 3).

Ein Schwerpunkt dieser BG-Information liegt in der Darstellung

  • des Zusammenhangs zwischen der chemischen Zusammensetzung der wichtigsten Schweißzusatzwerkstoffe und der chemischen Zusammensetzung der entstehenden Schweißrauche,

  • der Zuordnung der Leitkomponenten zu den Verfahren und Werkstoffen beim Schweißen,

  • der Berechnung der maximal zulässigen Gesamtschweißrauchkonzentration für die vorher ermittelten Leitkomponenten.

Verfahrensspezifische Schweißrauchklassen (= Emissionsklassen) sowie wirkungsspezifische Schweißrauchklassen (= Wirkungsklassen) wurden als Leitfaden in einem Modell zur Beurteilung der Gefährdung durch Schweißrauche gewählt.

Die daraus resultierenden Konsequenzen und die zu treffenden Schutzmaßnahmen sind abschließend genannt.

Diese Informationsschrift soll Hilfestellung bei der Beantwortung von Fragen zu technischen Gegebenheiten am Schweißarbeitsplatz, zur Ermittlung der kumulativen Schweißrauchdosis am Arbeitsplatz, zur Anamnese der Berufskrankheiten, insbesondere der obstruktiven Atemwegserkrankung, geben, wenn für alle infrage kommenden Beschäftigungszeiträume jeweils ein Anamnesebogen (Anhang 2) ausgefüllt wird.

Sie dient als Ergänzung zur BGI 593 "Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren" für Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften, Arbeitsschutzsachverständige, Versicherte, Sicherheitsfachkräfte, Mediziner und andere.

Redaktionelle InhaltsübersichtAbschnitt
  
Entwicklung der Schweißverfahren1
Schweißtechnische Anwendung der Schweißverfahren1.1
Entwicklung der Werkstoffe 2
Schweißtechnische Anwendungen2.1
Typische Legierungen; chemische Zusammensetzung der repräsentativen Grund- und Zusatzwerkstoffe2.2
Beurteilung der Gefährdung und Empfehlungen für die Praxis3
Verfahrensspezifische Faktoren3.1
Werkstoffspezifische Faktoren3.2
Arbeitsplatzspezifische Faktoren3.3
Relevante Schweißzusatzwerkstoffe und deren Schweißrauche3.4
Beurteilung der Exposition3.5
Ultrafeine Partikel (UFP)3.6
Beispiele von Schweißrauchkonzentrationen bei verschiedenen Verfahren3.7
Empfehlungen für praxisbezogene Schutzmaßnahmen4
Auswahl von schadstoffarmen Verfahren und Werkstoffen4.1
Optimierung der Arbeitsbedingungen4.2
Lüftung4.3
Persönliche Schutzausrüstungen4.4
Schutzmaßnahmen für die Bereiche mit sehr hoher und hoher Gesundheitsgefährdung4.5
Schutzmaßnahmen für die Bereiche mit mittlerer Gesundheitsgefährdung4.6
Schutzmaßnahmen für die Bereiche mit niedriger Gesundheitsgefährdung4.7
Arbeitsmedizinische Vorsorge5
Schweißrauchdatenblatt/Sicherheitsdatenblatt6
Vorschriften und Regeln7
Unfallverhütungsvorschriften7.1
BG-Regeln, BG-Informationen und BG-Grundsätze7.2
Verordnungen und Technische Regeln7.3
DIN-Normen7.4
Sonstige Regeln der Technik7.5
Andere Literaturquellen7.6
  
SchweißrauchdatenblattAnhang 1
ArbeitsanamnesebogenAnhang 2
Nationale und internationale Forschungsergebnisse zur Emissionscharakterisierung von Schweißrauchen in Laboruntersuchungen in der "Fume-Box"Anhang 3