DGUV Information 206-001 - Stress am Arbeitsplatz (bisher: BGI 609)

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Abschnitt 6.3, Checklisteneinsatz
Abschnitt 6.3
Stress am Arbeitsplatz (bisher: BGI 609)
Titel: Stress am Arbeitsplatz (bisher: BGI 609)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – Checklisteneinsatz

Grundvoraussetzung für den Einsatz der Checklisten zur Groberfassung beeinträchtigender Folgen psychischer Belastung und Beanspruchung im Betrieb ist das Einverständnis aller Verantwortlichen und Beteiligten: Unternehmer, Führungskräfte, Beschäftigte, Betriebsund Personalräte usw. Die Erfassung der beeinträchtigenden Folgen erfolgt getrennt für jede Arbeitstätigkeit. Damit ist es möglich, Arbeitstätigkeiten als geschlossene Einheit zu bewerten, die auch an unterschiedlichen Arbeitsplätzen ausgeführt werden.

Außerdem ist die Bewertung von Tätigkeiten möglich, die von mehreren Beschäftigten ausgeübt werden.11

Für die Erfassung der Merkmale der vier Bereiche sind die Beobachtung der Arbeitstätigkeiten und die Befragung der Beschäftigten zu nutzen. Bei Tätigkeiten, die von mehreren Beschäftigten ausgeübt werden, könnten auch Sicherheitszirkel für die Datenerhebung durchgeführt werden.

Die Einbeziehung der Beschäftigten in die Analyse, Bewertung und Gestaltung der Arbeitstätigkeiten, z.B. in einem Sicherheitszirkel, fördert die Akzeptanz der Ergebnisse und der Maßnahmen, motiviert die Mitarbeiter und führt zu Zeitersparnissen bei den Untersuchungen (HILLA, 1994).

Jedes Merkmal wird, wenn es zutrifft, mit "ja" oder, wenn es nicht zutrifft, mit "nein" beantwortet.

Die Einsatzzeiten variieren in Abhängigkeit von den Erfahrungen der Untersucher. Da die hier vorgelegten Checklisten keinen großen Merkmalsumfang aufweisen, wird die Zeitökonomie für die Datenerhebung gewährleistet sein.

Bisherige Erfahrungen12 haben gezeigt, dass eine kurze Einführung über Ziel, Sinn und Ergebnisse der Checklisten sinnvoll ist. Das kann einzeln oder in Gruppen erfolgen. Der Einsatz aller vier Checklisten je Arbeitnehmer hat danach 20 bis 30 Min. gedauert.

Die Checklisten können zur Selbst- und Fremdeinschätzung angewendet werden.

11

Die ermittelten Daten im Leistungs- und Verhaltensbereich sollten dann anonym behandelt oder als Gruppenwert dargestellt werden.

12

Bekannt ist der Einsatz der Checklisten an mehreren Arbeitsplätzen in versicherten Betrieben der Maschinenbau- und Metall-BG durch Debitz (In: Debitz; Gruber; Richter, G., 2001).