Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)

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Abschnitt I.7 BGI 599, Sattelverbindungseinrichtungen
Abschnitt I.7 BGI 599
Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Titel: Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 599
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt I.7 BGI 599 – Sattelverbindungseinrichtungen

I.7.1
Sattelkupplungen

Sattelkupplungen stellen die Verbindung zwischen Sattelzugmaschine und Sattelanhänger (Auflieger) dar. Sie sind in der Regel genormt und auf der Sattelzugmaschine aufgebaut (mit oder ohne Montageplatte). Zur Anpassung des Sattelvormaßes sind einige Sattelkupplungen auf Verschiebeplatten aufgebaut.

I.7.2
Zugsattelzapfen

Zur Verbindung mit der Sattelkupplung dient am Sattelanhänger eine Aufgleitplatte mit einem Zugsattelzapfen (im Sprachgebrauch auch "Königszapfen" genannt). Bei Sattelanhängern mit Zwangslenkung befindet sich hinter dem Zugsattelzapfen noch ein (gefederter) Lenkkeil, der beim Kurvenlauf die zwangsweise Lenkung der Lenkachse bewirkt.

I.7.3
Sattelverbindung - Funktionsprinzip

Beim Aufsatteln löst der in die Sattelkupplung eingeführte Zugsattelzapfen eine Sperre, wodurch die Kupplung in Schließstellung gebracht und der Zugsattelzapfen durch einen Kupplungshaken bzw. Verschlussriegel formschlüssig umfasst wird.

Der Zugsattelzapfen ist nach dem Schließvorgang ordnungsgemäß gekuppelt, wenn - je nach Ausführung - die Sicherungsfalle eingefallen ist oder der Karabinerhaken bzw. ein Vorhängeschloss angebracht werden kann.

Zum Absatteln wird nach Anheben der Sicherungsfalle bzw. nach Entfernen des Karabinerhakens mit dem Handgriff die Zugstange zur Seite geschwenkt, anschließend nach außen gezogen und ggf. mit einer Aussparung in der Zugstange am Rand der Sattelplatte eingehängt. Beim Vorziehen der Sattelzugmaschine wird durch den ausfahrenden Zugsattelzapfen automatisch wieder Einkuppelbereitschaft hergestellt.

Einfahrstellung

Fahrstellung

Ausfahrstellung

Sattelkupplung offen (A)

Sattelkupplung geschlossen und gesichert durch Karabinerhaken (B) bzw. Sicherungsfalle (C)

I.7.4
Sensor-Sattelkupplung

Gelegentlich kommt es während der Fahrt zum Verlust von Sattelanhängern, weil der Aufsattelvorgang nicht korrekt durchgeführt wurde und dies unter den schwierigen räumlichen Verhältnissen (enger Spalt zwischen Auflieger und Kotflügel der Sattelzugmaschine), oft zusätzlich erschwert durch Dunkelheit, vom Fahrer bei der Durchführung seiner Sichtkontrolle nicht bemerkt wurde. Dadurch können auch Verriegelungen beschädigt und außer Funktion gesetzt werden.

Um das wirksam zu verhindern, gibt es als neue Entwicklung so genannte "Sensor-Sattelkupplungen".

Berührungslos wirkende Sensoren an der Sattelkupplung fragen die Position des Zugsattelzapfens und die Stellung des Verriegelungsmechanismus ab. Eine Steuerung führt nach Einschalten der Zündung einen Selbsttest durch. Das Ergebnis wird optisch über Kontrollanzeigen und im Falle von Funktionsstörungen oder nicht ordnungsgemäßem Aufsattelvorgang zusätzlich auch akustisch dem Fahrer im Führerhaus mitgeteilt.

Er hat also unmittelbar nach dem Aufsattelvorgang die Information über den Kuppelzustand.

Fehlerhaftes Aufsatteln wird damit sofort erkannt und kann korrigiert werden.

I.7.5
Sattelstützen

Sattelstützen zählen nicht zu den Verbindungseinrichtungen, dennoch erfüllen sie am Sattelanhänger (auch) die Funktion einer Höheneinstelleinrichtung, ähnlich derjenigen an einer Zuggabel.

Sattelstützen

Mit Sattelstützen erfolgt die Höhenanpassung des Sattelanhängers bzw. dessen Zugsattelzapfens an die Sattelkupplungshöhe der Sattelzugmaschine. Gemäß § 44 Abs. 1 StVZO muss eine Stützeinrichtung vorhanden sein oder angebracht werden können; ein Verzicht kommt jedoch allenfalls dann infrage, wenn ein betriebsmäßiges Ab-/Aufsatteln nicht erfolgt, weil z.B. die Verbindung nur zu Zwecken der Instandhaltung werkstattmäßig getrennt wird.

Sattelstützen sind in der Regel so ausgelegt, dass sie den beladenen abgesattelten Auflieger tragen können. Ist das nicht der Fall, müssen sie deutlich erkennbar und dauerhaft mit der Aufschrift

Nur den leeren Anhänger absatteln!

Den abgesattelten Anhänger nicht beladen!

gekennzeichnet sein.

Bei der Fahrzeugbeschaffung sollte darauf geachtet werden, dass nicht nur die Stützlast, sondern auch die Hublast für den beladenen Auflieger ausreicht, wenn ein beladenes Absatteln vorkommen kann.