Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)

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Abschnitt I.5 BGI 599, Zugeinrichtungen
Abschnitt I.5 BGI 599
Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Titel: Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 599
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt I.5 BGI 599 – Zugeinrichtungen

Auch Zugeinrichtungen (Zuggabeln, Zugdeichseln und Zugösen) gehören zu den Einrichtungen, die nach § 22a StVZO nur in amtlich genehmigter Bauart verwendet werden dürfen.

Die Bauartgenehmigung erlischt, wenn nachträgliche Veränderungen an derartigen Einrichtungen durchgeführt werden.

Aus diesem Grunde dürfen Schweiß- und Richtarbeiten an Zugeinrichtungen nur von dem Inhaber der amtlichen Genehmigung durchgeführt werden - das ist in der Regel der Hersteller.

I.5.1
Zuggabeln für Gelenkdeichselanhänger

Das lichte Maß für die Bodenfreiheit von Zuggabeln an Gelenkdeichselanhängern muss mindestens 200 mm betragen, um Fußverletzungen nach dem Abkuppeln durch das Herabfallen der Zugeinrichtung zu vermeiden.

Das bedeutet, dass die aus Horizontallage herabfallende Zuggabel das Maß von 200 mm - gemessen an der Zugöse - nicht unterschreiten darf.

Für teleskopierbare Zuggabeln gilt das lichte Maß für die Bodenfreiheit auch bei größtem Auszug.

Ausreichende Bodenfreiheit auch bei teleskopierter Zugeinrichtung

Die Zugöse muss zum gefahrlosen Ankuppeln jeweils in Höhe des Fangmauls der Bolzenkupplung einstellbar sein.

Siehe auch Abschnitt I.6.1 Höheneinstelleinrichtungen

Zuggabeln gibt es vielfach auch in gekröpften Ausführungen, um deutlich voneinander abweichenden Anbauhöhen von Anhängekupplungen und Zuggabeln Rechnung zu tragen, denn in gekuppeltem Zustand muss die Zugöse horizontale Lage aufweisen (zulässig ist in der Regel nur eine Abweichung von bis zu 3 aus der Horizontallage).

Gekröpfte Zugeinrichtung für horizontale Lage der Zugöse beim Ankuppeln

I.5.2
Zugdeichseln für Starrdeichselanhänger

Auch die Zugdeichsel des Starrdeichselanhängers muss - wie die des Gelenkdeichselanhängers - bodenfrei sein. Da die Deichsel starr mit dem Anhänger verbunden ist, bedeutet dies, dass der Anhänger nicht nach vorne kippen darf (ebenso wenig darf er nach hinten kippen können).

Dies ist z.B. durch geeignete feste oder klappbare, höhenverstellbare Stützen möglich.

Siehe auch Abschnitt I.6.2 Stützeinrichtungen

Achtung: Bei Flanschzugösen älterer Bauart der Größe 50, die mit 6 Schrauben an der Zugdeichsel befestigt sind, besteht die Gefahr der Überdehnung dieser Schrauben durch extreme Überlastung, z.B. im Fall von Schwenkwinkelüberschreitungen im Rangierbetrieb oder bei extremem Kurvenlauf. Da eine solche Vorschädigung optisch nicht feststellbar ist, kann ein nicht vorhersehbarer Abriss der Schraubverbindungen der Flanschzugöse während der Fahrt erfolgen und damit der Anhänger vom Zugfahrzeug getrennt und so zur tödlichen Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden.

Unfall durch abgerissene Zugöse mit 6-Loch-Flansch

Das Kraftfahrt-Bundesamt empfiehlt deshalb, die Zugöse 50 mit 6-Loch-Flansch gegen eine geeignete Zugöse mit 8-Loch-Flansch, unter Verwendung von dafür vom Hersteller vorgeschriebenen hochfesten Schrauben, durch eine autorisierte Fachwerkstatt austauschen zu lassen.

Zugöse 50
mit 6-Loch-Flansch

Zugöse 50
mit 8-Loch-Flansch

Zugösen der Größe 40 sind hiervon nicht betroffen. Diese werden weiterhin mit 6-Loch-Flanschbefestigung genehmigt und können problemlos verwendet werden.