Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)

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Abschnitt V.1 BGI 599, V Prüfungen V.1 Sachkundigenprüfung
Abschnitt V.1 BGI 599
Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Titel: Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 599
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt V.1 BGI 599 – V
Prüfungen

V.1
Sachkundigenprüfung

Der Unternehmer hat nach § 57 Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29) Fahrzeuge bei Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, durch einen Sachkundigen auf ihren betriebssicheren Zustand prüfen zu lassen.

Siehe dazu auch BG-Grundsatz: "Prüfung von Fahrzeugen durch Sachkundige" (BGG 916).

Die Sachkundigenprüfung ersetzt nicht die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO, außer bei Fahrzeugen, die nicht für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sind.

Anhängekupplungen

Um vorzeitigen Verschleiß und damit erhöhte Unfallgefahr zu vermeiden, müssen die Anhängekupplungen regelmäßig nach den Angaben des jeweiligen Herstellers gewartet und kontrolliert werden.

Vor allem folgende Prüfungen sollten (unabhängig von den Vorgaben der Hersteller) vorgenommen werden:

  • Ist Spiel in der Lagerung?

    Zur Prüfung auf Längsspiel nehmen Sie den ganzen Kupplungskopf (nicht das Fangmaul) in beide Hände und rütteln kräftig in Längsrichtung. Die Zugstange darf keinerlei Längsspiel haben. Wegen der Gefahr des Abreißens der Verbindung Gewinde/Abschlussmutter (und damit des Anhängers) darf bei festgestelltem Längsspiel - bis zur erfolgten Instandsetzung durch eine Fachwerkstatt - kein Anhängerbetrieb mehr stattfinden.

    Auch das Höhen-/Radialspiel der Anhängekupplung ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Beachten Sie hierzu die entsprechenden Wartungs- und Überprüfungshinweise der Hersteller.

    Achtung: Bei Feststellung von Spiel in senkrechter oder waagerechter Richtung muss umgehend die Instandsetzung durch eine Fachwerkstatt veranlasst werden.

  • Ist die Arretierung des Fangmauls in kuppelbereiter Stellung funktionsfähig?

    Dazu das Fangmaul mit beiden Händen an den äußeren Rändern greifen und durch kräftiges, ruckartiges Ziehen bzw. Drücken dieses nach beiden Seiten seitlich zu drehen versuchen. Lässt sich das Fangmaul auch nur zu einer Seite trotz Raststellung verdrehen (Vorsicht! Hierbei schlägt der Kupplungsbolzen in die geschlossene Stellung!), ist die Arretierung defekt. Es kann auch die Sperrvorrichtung zur Arretierung des Fangmauls verschlissen sein. Die Kupplung ist unbrauchbar und muss sofort durch eine Fachwerkstatt instand gesetzt oder komplett ausgetauscht werden.

  • Sind Fangmaul und Handhebel unbeschädigt?

  • Ist der notwendige Freiraum um den Handhebel sichergestellt (nicht durch nachträglich montierte Teile reduziert)?

  • Ist das Fabrikschild noch mit allen Angaben lesbar?

  • Ist die Verschleißgrenze des Kupplungsbolzens erreicht?

Zugösen

Zugösen sind regelmäßig auf Verschleiß zu prüfen. Ausgeschlagene Buchsen der Zugösen können auch vom Betreiber durch neue ersetzt werden. Die Erneuerung der Buchsen erfolgt entweder durch Einrollen oder Einpressen; dabei sind die Anweisungen des Herstellers zu beachten. Auf keinen Fall dürfen die Buchsen durch Schweißen befestigt werden; auch Heften ist nicht zulässig.

Bei Flanschzugösen älterer Bauart der Größe 50, die mit 6 Schrauben befestigt sind, besteht die Gefahr der Oberdehnung dieser Schrauben durch Überlastung. Solche Vorschädigung ist optisch nicht feststellbar. Bevorzugt ist daher eine Umrüstung auf Zugösen mit 8-Loch-Flansch vorzunehmen.

Siehe auch Abschnitt I.5.2.

Zuggabeln/Zugdeichseln

Zuggabeln und Zugdeichseln dürfen weder verbogen sein noch andere Beschädigungen aufweisen. Nachträgliche Veränderungen sind nicht zulässig. Schweiß- und Richtarbeiten dürfen nur vom Inhaber der amtlichen Genehmigung (das ist in der Regel der Hersteller selbst) durchgeführt werden.

Die Zuggabellagerung darf kein merkliches Spiel haben.

Höheneinstelleinrichtungen

Höheneinstelleinrichtungen müssen funktionsfähig, unbeschädigt, die Betätigung leicht und sicher sein. Gewinde müssen frei von Rost oder Lack sein. Um eine gefahrlose Betätigung sicherzustellen, ist ein ausreichender Freiraum um die Betätigungseinrichtung erforderlich.

Die Bodenfreiheit der Zuggabel muss mindestens 200 mm betragen. Das bedeutet, dass die aus Horizontallage herabfallende Zuggabel das Maß von 200 mm - gemessen an der Zugöse - nicht unterschreiten darf. Für teleskopierbare Zuggabeln gilt das auch bei größtem Auszug.

Sattelkupplungen, Zugsattelzapfen

Sattelkupplungen, Sattelplatten und Zugsattelzapfen müssen regelmäßig auf Verschleiß und übermäßige Beanspruchung überprüft werden. Verbogene oder nicht maßhaltige Zugsattelzapfen beeinträchtigen die einwandfreie Funktion der Sattelkupplung und müssen ersetzt werden. Die Angaben der Hersteller sind zu beachten.

Für alle Verbindungseinrichtungen gilt, dass diese nach Unfällen oder anderen übermäßigen Beanspruchungen auf Beschädigungen untersucht werden müssen.

Bremsanlage

Für einen verkehrssicheren Betrieb des Zugfahrzeugs mit Anhänger bzw. Auflieger ist nicht nur der ordnungsgemäße Zustand der Verbindungseinrichtung von entscheidender Bedeutung, sondern auch die einwandfreie Funktion der Druckluft-Bremsanlage. Daher müssen die Dichtungen der Druckluft-Kupplungsköpfe und die Bremsschläuche regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden. Probe auf Dichtigkeit!

Erforderlichenfalls sind Bremsschläuche und Dichtungen bzw. die kompletten Kupplungsköpfe auszuwechseln (Fachwerkstatt/Bremsendienst).