Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)

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Abschnitt IV BGI 599
Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Titel: Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 599
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt IV BGI 599 – Empfehlungen für die Neubeschaffung von Fahrzeugen

Um den Fahrern das teilweise schwierige und gefährliche Kuppeln von Fahrzeugen leichter und sicherer, damit aber auch schneller und wirtschaftlicher zu machen, sollte der Unternehmer bei der Neubeschaffung von Anhängern und Aufliegern auf Folgendes achten:

  • Bei Gelenkdeichselanhängern muss die Lage der Bremsbetätigungseinrichtungen (Anhängerbremsventil, Vorderachslöseventil, Federspeicherbremsventil) und der Luftfederstellteile seitlich am Fahrzeug und darf nicht - wie früher - im Bereich der Zugeinrichtung sein.

    Seitliche Betätigungseinrichtungen - das ist Stand der Technik

  • Bremsventile dürfen nicht verwechselbar und müssen klar und eindeutig gekennzeichnet sein. Das gilt auch für Luftfeder- und Liftachsstellteile.

    So nicht!

    Dieser Anbringungsort für die Bremsventile zwingt den Fahrer in den Gefahrbereich. Kommt der Anhänger (unbeabsichtigt ins Rollen, wird es für den Fahrer höchst gefährlich - wie in diesem Fall; er hat es nicht überlebt.

    Völlig unübersichtliche Anordnung verschiedener nicht gekennzeichneter Bremsventile und des Luftfeder-Drehschieberventils

  • Anhänger sollte mit Federspeicher-Feststellbremse ausgerüstet sein - statt mit Spindelbremse.

  • Gelenkdeichselanhänger (mit Drehschemel) sollten immer mit einem besonderen Vorderachslöseventil ausgerüstet sein.

  • Unterlegkeile sollten in der Nähe der Hinterachse bzw. des Zentralachsaggregats (nicht jedoch an eventuell vorhandener Liftachse oder Lenkachse) untergebracht, einfach zu entnehmen, wieder unterzubringen und zu sichern sein.

    Unterlegkeile

  • Anhänger sollte Parkdosen für Stecker und Bremsluftkupplungen haben, damit diese nicht bis auf den Boden durchhängen und verschmutzt bzw. beschädigt werden.

    Parkdosen

  • Für Fahrzeuge in "geschlossenen" Fuhrparks, bei denen eine freie Austauschbarkeit mit anderen Zugfahrzeugen und Anhängern keine Rolle spielt, kann deren Ausrüstung mit pneumatischen Schnellkupplungen (Produktbezeichnung: Duo-Matic Schnellkupplung) empfehlenswert sein. Vorteile: Verwechseln der Reihenfolge beim Anschließen bzw. Trennen ist ausgeschlossen (vertauschsicher), Einhandbedienung.

    Duo-Matic Schnellkupplung

  • Alternativ ist auch eine parallele Ausstattung der Fahrzeuge mit derartigen Schnellkupplungen möglich - also zusätzlich zu den konventionellen Kupplungsköpfen. Dann ist auch die freie Austauschbarkeit weiter gewährleistet.

  • Achten Sie schon beim Kauf von Gelenkdeichselanhängern unbedingt auf eine funktionsfähige, praxistaugliche Höheneinstelleinrichtung. Ist die Höheneinstellung tatsächlich leicht und sicher möglich? Bei Fahrzeugübernahme ausprobieren! Akzeptieren Sie keine Höheneinstelleinrichtung, die von Hand gelöst werden muss und die zerstört wird, wenn das vergessen wird.

    Untaugliche HEE

  • Sattelstützen von Sattelanhängern sollten stets ausreichende Stützlast und Hublast für den beladenen Sattelanhänger haben.

    Reicht die Stützlast im Ausnahmefall nicht aus, muss unmittelbar neben der Stützkurbel eine Sicherheitskennzeichnung vorhanden sein.

    Alternativ ein Schild mit folgendem Text:

    Nur den leeren Anhänger absatteln!

    Den abgesattelten Anhänger nicht beladen!

    Sicherheitskennzeichnung

  • Sattelanhänger mit Luftfederung sollten stets Sattelstützen mit Ausgleichsfüßen haben, weil Luftverlust sonst zu irreparablen Schäden an den Stützen führen kann.

  • Kupplungsköpfe und Steckdosen für die Versorgungsleitungen sollten sich nicht in einer besonders ungünstigen, bei Fehlkuppelversuchen stark gefährdeten Position befinden.

  • Für Zugmaschinen mit denen häufig auf-/abgesattelt wird, empfiehlt sich die Ausrüstung mit Sensor-Sattelkupplungen. Diese ermöglichen einfache und wirksame Kontrolle, ob die Verbindung ordnungsgemäß hergestellt und gesichert ist; dadurch können folgenschwere Verluste von Sattelanhängern während der Fahrt wirksam vermieden werden. (Siehe auch Abschnitt I.7.4)

    Sensor-Sattelkupplung

  • Achten Sie darauf, dass die vom Hersteller mitzuliefernde Betriebsanleitung für die jeweilige Verbindungseinrichtung vorhanden ist.