Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)

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BGI 599 - Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen
Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Titel: Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen (BGI 599)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 599
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen
(BGI 599)

(vorher ZH 1/245)

Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen

Stand der Vorschrift: Oktober 2003

Ein Wort vorweg

Bei den tödlichen Unfällen mit Lkw stehen die Kuppelunfälle nach den Verkehrsunfällen an zweiter Stelle. Warum kommt es beim Kuppeln von Fahrzeugen immer wieder zu solch schweren Unfällen?

Bei der Untersuchung dieser Unfälle stellt sich fast immer heraus, dass nicht technische Mängel, sondern unsachgemäßes Verhalten bis hin zu bodenlosem Leichtsinn die Ursache waren.

Solche folgenschweren Unfälle sind vermeidbar, wenn beim Kuppeln ordnungsgemäß und mit "eingeschaltetem" Verstand vorgegangen wird. Dies setzt voraus, dass bestimmte Regeln und Hinweise bekannt sind und beachtet werden.

Diese Regeln und Hinweise, aber auch einige Empfehlungen für die Neubeschaffung von Fahrzeugen, sind in dieser BG-Information zusammengefasst.

Diese BG-Information wendet sich an

  • den Lkw-Fahrer, um ihm das An- und Abkuppeln leichter und sicherer zu ermöglichen und um ihn gefahrenbewusst zu machen,

  • den Fahrzeughalter, der in seiner Eigenschaft als Unternehmer die Fahrer regelmäßig zu unterweisen hat,

  • den Ausbilder in der Lkw-Fahrschulausbildung, weil dem An- und Abkuppeln mehr Bedeutung beigemessen werden muss,

  • den Sachkundigen, der im Rahmen der Sachkundigenprüfung nach Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" auch den sicheren Zustand von Verbindungseinrichtungen überprüfen können muss (unabhängig von der Sachverständigenprüfung nach § 29 StVZO),

  • den Fahrzeughersteller, damit dieser bei der konstruktiven Gestaltung und Ausrüstung der Fahrzeuge diejenigen Belange mit berücksichtigt, die für die Sicherheit des Fahrers beim Kuppelvorgang wichtig sind.

Begriffe

Einige im Straßenverkehrsrecht, in den Unfallverhütungsvorschriften, in den Fahrzeugpapieren und im Sprachgebrauch von Fachleuten immer wieder verwendete Begriffe werden im Folgenden erläutert, teilweise auch mit Bezeichnungen, die den Fahrern geläufiger sind als die Begriffe aus den Vorschriften und Normen.

Bauartgenehmigung

Amtliche Bestätigung des Kraftfahrt-Bundesamtes, dass ein Fahrzeugteil nach straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften geprüft und mit Erteilung eines Prüfzeichens und einer Prüfnummer national für die Verwendung zugelassen wurde.

ABG = Allgemeine Bauartgenehmigung

D-Wert

Theoretische Vergleichskraft für die Deichselkraft als horizontale Kraftkomponente zwischen Zugfahrzeug und Anhänger; bei Starrdeichselanhängern: Dc-Wert.

EWG-Typgenehmigung

Amtliche Bestätigung des Kraftfahrt-Bundesamtes oder einer vergleichbaren Institution in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), dass eine fahrzeugverbindende Einrichtung entsprechend der Richtlinie 94/20/EG geprüft und mit Erteilung eines Prüfzeichens und einer Prüfnummer innerhalb der EU für die Verwendung zugelassen wurde.

Gelenkdeichselanhänger

(auch Mehrachs- oder Drehschemelanhänger)

Anhängefahrzeug mit mindestens zwei Achsen, von denen mindestens eine Achse lenkbar ist. Die winkelbewegliche Verbindung zum ziehenden Fahrzeug erfolgt über eine mit dem Fahrgestell vertikal beweglich verbundene Zugeinrichtung.

Mehrachsanhänger

siehe "Gelenkdeichselanhänger"

Sattelanhänger

(auch Sattelauflieger oder Auflieger)

Anhängefahrzeug, bei dem anstelle der bei Gelenkdeichselanhängern vorhandenen ersten Achse eine Sattelvorrichtung angeordnet ist und ein wesentlicher Teil seiner Gesamtmasse auf eine Sattelzugmaschine übertragen wird.

Sattelkraftfahrzeug

(auch Sattelzug)

Zusammenstellung aus einer Sattelzugmaschine und einem winkelbeweglich aufgesattelten Sattelanhänger. Diese Fahrzeugkombination wird (nach Norm) "Sattelkraftfahrzeug", im Sprachgebrauch jedoch "Sattelzug" genannt.

Sattellast

Massenanteil des Sattelanhängers, der im statischen Zustand auf die Sattelkupplung übertragen wird.

Sattelvormaß

Abstand Mitte des gekuppelten Zugsattelzapfens bis Mitte Hinter- bzw. Doppelhinterachse der Zugmaschine (kann im Falle verschiebbarer Sattelkupplungen veränderlich sein).

Selbsttätiger Kuppelvorgang

Selbsttätig ist ein Kuppelvorgang, wenn allein durch das Zurücksetzen des Zugfahrzeugs gegen den Anhänger ohne weiteren äußeren Eingriff vollständig und selbsttätig eine ordnungsgemäße Verbindung der gesamten Verbindungseinrichtung zustande kommt, diese selbsttätig gesichert wird und das Eingreifen der Sicherung angezeigt wird.

Starrdeichselanhänger

Starrdeichselanhänger ist ein gezogenes Fahrzeug mit einer Achse oder Achsgruppe und einer Zugeinrichtung, die nicht frei beweglich mit dem Fahrgestell verbunden ist, und bei dem nach seiner Bauart ein Teil seiner Gesamtmasse von dem ziehenden Fahrzeug getragen wird, wobei auch höhere Stützlasten als bei Zentralachsanhängern auftreten können.

Hierzu gehören auch Tandemanhänger und Zentralachsanhänger.

Stützlast

Massenanteil des Starrdeichselanhängers, der im statischen Zustand am Kuppelpunkt übertragen wird.

V-Wert

Theoretische Vergleichskraft für die vertikale Kraft zwischen Zugfahrzeug und Starrdeichselanhänger.

Zentralachsanhänger

(Untergruppe der Starrdeichselanhänger)

Zentralachsanhänger ist ein gezogenes Fahrzeug mit einer Zugeinrichtung, die nicht senkrecht beweglich ist, und dessen Achseln) so nah am Schwerpunkt des Fahrzeugs angeordnet ist (sind), dass nur eine kleine vertikale Last von höchstens 10 % der Gesamtmasse des Anhängers oder 1000 kg (es gilt der kleinere Wert) auf das Zugfahrzeug übertragen wird.

Zugeinrichtung

(Zuggabel oder Zugdeichsel, Zugöse)

Zugeinrichtungen sind vorn an gezogenen Fahrzeugen oder am Fahrzeugrahmen angebracht und zusammen mit Kupplungseinrichtungen zur Verbindung mit Zugfahrzeugen geeignet.

Wenn Zuggabeln vertikal beweglich (gelenkig) angebracht sind, spricht man von "Gelenkdeichselanhängern".

Sind Zuggabeln vertikal nicht beweglich (starr) oder sind starre Zugdeichseln angebracht, spricht man von "Starrdeichselanhängern".

Redaktionelle InhaltsübersichtAbschnitt
  
Die Verbindungseinrichtungen I
BauartgenehmigungenI.1
ÜbersichtI.2
AnhängekupplungenI.3
FernbetätigungI.4
ZugeinrichtungenI.5
Höheneinstelleinrichtungen, StützeinrichtungenI.6
SattelverbindungseinrichtungenI.7
Das Kuppeln von Fahrzeugen II
AllgemeinesII.1
Kuppeln mit selbsttätigen Bolzenkupplungen II.2
Kuppeln mit Sattelkupplungen II.3
Handsignale für Einweiser von FahrzeugenIII
Empfehlungen für die Neubeschaffung von FahrzeugenIV
Prüfungen V
SachkundigenprüfungV.1
Prüfung durch FahrpersonalV.2
Vorschriften und RegelnVI
AnhangVII