Sicherer Umgang mit Wechselbehältern (BGI 598)

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Abschnitt 2.1 BGI 598, 2 Sicherheitstechnische Hinweise zur ...
Abschnitt 2.1 BGI 598
Sicherer Umgang mit Wechselbehältern (BGI 598)
Titel: Sicherer Umgang mit Wechselbehältern (BGI 598)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 598
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 BGI 598 – 2 Sicherheitstechnische Hinweise zur Beschaffenheit

2.1 Wechselbehälterfahrzeuge und deren Anhänger sowie Schnellwechselfahrzeuge

Bei der Beschaffung von Wechselbehälterfahrzeugen, deren Anhängern sowie Schnellwechselfahrzeugen ist Folgendes zu beachten:

StVZO

Die verkehrstechnische Beschaffenheit von Fahrzeugen ist durch die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung geregelt.

9. GPSGV

Richtlinie 2006/42/EG

Die Beschaffenheit von Maschinen, die auf Fahrzeugen angebracht sind, ist durch die Maschinenverordnung geregelt.

BetrSichV

BGV D29

Für die Beschaffenheit sowie den Betrieb der Schnellwechsel-, Wechselbehälterfahrzeuge und deren Anhänger gelten auch die Betriebssicherheitsverordnung und die Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29).

2.1.1
Hubsysteme

9. GPSGV

Richtlinie 2006/42/EG

Hubsysteme, die nach dem 31.12.1994 erstmalig in Verkehr gebracht werden, fallen in den Geltungsbereich der Maschinenverordnung. Diese Verordnung bestimmt, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen des Anhangs I der EG-Maschinenrichtlinie eingehalten werden müssen.

Nr. 1.7.4 Anhang I Maschinenrichtlinie

Die Übereinstimmung mit diesen Anforderungen wird vom Hersteller durch die Konformitätserklärung bestätigt und durch die CE-Kennzeichnung am Aufbau sichtbar gemacht. Eine Betriebsanleitung ist mit Hinweisen zur Montage, zum Aufbau und zum Anschluss der Maschine, Inbetriebnahme und Betrieb, Verwendung, Wartung, Instandsetzung und Überprüfung der Funktionsfähigkeit, in der Sprache des Betreibers abzufassen und vom Hersteller mitzuliefern. Eine fehlerhafte oder unvollständige Betriebsanleitung stellt einen Mangel des Arbeitsmittels dar.

BGV D8

BGV D29

Für Hubsysteme, die vor dem 01.01.1995 in Betrieb genommen wurden, gelten weiterhin die Bau- und Ausrüstungsbestimmungen der entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften.

2.1.2
Fahrgestell

StVZO

BGV D29

Um ein sicheres Betreiben der Schnellwechsel-, Wechselbehälterfahrzeuge und deren Anhänger zu gewährleisten, muss die Ausrüstung

  • zwischen Betreiber und Hersteller des Hubsystems und des Fahrgestells sowie

  • zwischen Aufbauer und Hersteller des Fahrgestells bei der Bestellung vereinbart werden.

Weitere Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb sind

  • ausreichende Festigkeit der Konstruktion und

  • ausreichende Standsicherheit des Fahrzeuges.

2.1.3
Befehlseinrichtungen

Befehlseinrichtungen werden zum Ingangsetzen, Abschalten und Umschalten von Bewegungsrichtungen an Huborganen benötigt. Dies gilt für kraftbetriebene und handbetriebene Huborgane.

Stellteile von Befehlseinrichtungen müssen so beschaffen und am Fahrzeug angebracht sein, dass

  • diese nicht im Gefahrbereich angeordnet sind;

  • die eingeleitete Bewegung nach dem Loslassen der Steilteile selbsttätig zum Stillstand kommt;

  • Zuordnung, Schaltsinn und Schaltzustand durch eine dauerhafte Kennzeichnung eindeutig zu erkennen sind;

  • unbeabsichtigtes Betätigen verhindert wird, z.B. durch Bügel, Kragen, Rahmenkonstruktion und

  • sie sich leicht und gefahrlos betätigen lassen.

Befehlseinrichtungen dürfen nicht in unmittelbarer Nähe von Auspuffanlagen angeordnet sein. Die ausströmenden Abgase dürfen nicht auf Bedienplätze von Befehlseinrichtungen gerichtet sein.

Eindeutig beschriftetes Stellteil

2.1.4
Hydraulische Einrichtungen

BGR 237

Bei hydraulischen Einrichtungen muss sichergestellt sein, dass

  • Schlauchleitungen nicht auf Zug, Torsion oder Stauchung beansprucht sind;

  • Schlauchleitungen gegen vibrationsbedingte Beschädigungen gesichert sind;

  • Druckschlauchleitungen, die in der Nähe von Befehlseinrichtungen verlaufen, so verlegt bzw. gesichert sind, dass der Bediener nicht durch herausspritzende Flüssigkeit gefährdet wird;

  • eine Überbeanspruchung der Hydraulikanlage durch ein Druckbegrenzungsventil vermieden wird;

  • am Filter der Hydraulikanlage eine Verschmutzungsanzeige vorhanden ist;

  • Schlauchleitungen nicht überlackiert sind und

  • eine Füllstandsanzeige vorhanden ist.

2.1.5
Pneumatische Einrichtungen

Bei pneumatischen Einrichtungen muss sichergestellt sein, dass

  • Schlauchleitungen nicht auf Zug, Torsion oder Stauchung beansprucht sind;

  • Schlauchleitungen gegen vibrationsbedingte Beschädigungen gesichert sind;

  • eine Überbeanspruchung der Pneumatikanlage durch ein Druckregel- bzw. Druckbegrenzungsventil vermieden wird;

  • Schlauchleitungen nicht überlackiert sind und

  • Schalldämpfer in Abluftöffnungen verwendet werden, um den durch die ausströmende Luft verursachten Schalldruckpegel niedrig zu halten.