DGUV Information 203-004 - Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter...

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Abschnitt 3.2, Schutzmaßnahmen
Abschnitt 3.2
Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung (bisher: BGI 594)
Titel: Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung (bisher: BGI 594)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-004
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.2 – Schutzmaßnahmen

3.2.1
Schutzmaßnahmen in leitfähigen Bereichen mit begrenzter Bewegungsfreiheit

3.2.1.1
Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind unter Anwendung einer der folgenden Maßnahmen zu betreiben:

  • Schutzkleinspannung (SELV) nach VDE 0100-410 Abschnitt 411.1. Es dürfen nur Betriebsmittel der Schutzklasse III verwendet werden, die jedoch unabhängig von der Nennspannung mindestens der Schutzart IP 2X entsprechen müssen, d.h. isoliert oder fingersicher abgedeckt sind.

  • Schutztrennung nach VDE 0100-410 Abschnitte 413.5.1 und 413.5.2. Dabei darf jeweils nur ein Verbrauchsmittel je Sekundärwicklung eines Trenntransformators oder Motorgenerators (siehe BGI 867 Abschnitt 5.3.2) angeschlossen werden. Die Wicklungen müssen galvanisch voneinander getrennt sein.

  • Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung nach VDE 0100-410 Abschnitt 413.1. Bei Verwendung von Betriebsmitteln der Schutzklasse I sind deren Körper mit einem örtlichen zusätzlichen Potenzialausgleich nach VDE 0100-410 Abschnitt 413.1.6 zu versehen. Für die automatische Abschaltung sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) ohne Hilfsspannungsquelle mit IΔN ≤ 30 mA zu verwenden.

3.2.1.2
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind unter Anwendung einer der folgenden Maßnahmen zu betreiben:

  • Schutzkleinspannung (SELV) nach VDE 0100-410 Abschnitt 411.1. Es dürfen nur Betriebsmittel der Schutzklasse III verwendet werden, die jedoch unabhängig von der Nennspannung mindestens der Schutzart IP 2X entsprechen müssen, d.h. isoliert oder fingersicher abgedeckt sind.

  • Schutztrennung nach VDE 0100-410 Abschnitte 413.5.1 und 413.5.2. Dabei darf jeweils nur ein Verbrauchsmittel je Sekundärwicklung eines Trenntransformators oder Motorgenerators angeschlossen werden. Die Wicklungen müssen galvanisch voneinander getrennt sein.

Handleuchten dürfen nur mit Schutzkleinspannung (SELV) betrieben werden.

Nach VDE 0100-706 sind Leuchtstofflampen-Leuchten mit eingebautem Transformator, der mit SELV gespeist wird und eine höhere Ausgangsspannung erzeugt, gleichermaßen zugelassen.

Ortsveränderliche Stromquellen müssen außerhalb des leitfähigen Bereiches mit begrenzter Bewegungsfreiheit aufgestellt werden. Ist dies aus technischen Gründen nicht möglich, z.B. bei sehr langen Rohrleitungen, Kanälen, Kastenträgern usw., darf im Einzelfall die Stromquelle innerhalb des leitfähigen Bereiches mit begrenzter Bewegungsfreiheit aufgestellt werden, wenn die Zuleitung

  • geschützt verlegt (siehe Abschnitt 3.3.1) und vom Typ H07RN-F oder mindestens gleichwertiger Bauart ist (siehe Anhang 4)

    und

  • über eine stationäre RCD mit IΔN ≤ 30 mA betrieben wird.

Bei der Auswahl von ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln ist anzustreben, nur solche der Schutzklasse II zu verwenden. Ortsveränderliche Trenn- und Sicherheitstransformatoren müssen der Schutzklasse II entsprechen.

Die Festlegungen dieses Abschnittes gelten nicht für ortsveränderliche Betriebsmittel mit eigener Stromquelle.

Solche Betriebsmittel sind z.B. Akku-Schrauber und -Handleuchten.

3.2.2
Schutzmaßnahmen in sonstigen leitfähigen Bereichen

3.2.2.1
Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind unter Anwendung der Schutzmaßnahmen nach VDE 0100-410 zu betreiben.

Es ist jedoch die Anwendung des zusätzlichen Schutzes durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) nach Abschnitt 412.5 VDE 0100-410 zu empfehlen.

Stromkreise mit Steckvorrichtungen IN ≤ AC 32 A sind über RCD mit IΔN ≤ 30 mA zu betreiben.

Für diese Stromkreise (IN ≤ AC 32 A) ist auch ein IT-System mit Isolationsüberwachung zulässig.

3.2.2.2
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind unter Anwendung einer der folgenden Maßnahmen zu betreiben:

  • Schutzkleinspannung (SELV) nach Abschnitt 411.1 VDE 0100410. Es dürfen nur Betriebsmittel der Schutzklasse III verwendet werden, die jedoch unabhängig von der Nennspannung mindestens der Schutzart IP 2X entsprechen müssen, d.h. isoliert oder fingersicher abgedeckt sind.

  • Schutztrennung nach Abschnitte 413.5.1 und 413.5.3 VDE 0100-410.

  • Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung über fest installierte RCDs mit IΔN ≤ 30 mA.

Anmerkung: Hinter einer fest installierten RCD können zur Schutzpegelerhöhung zusätzlich PRCD verwendet werden.