DGUV Information 209-016 - Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahr...

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Abschnitt 6.1, 6.1 Messverfahren für gasförmige Stoffe
Abschnitt 6.1
Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren (bisher: BGI 593)
Titel: Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren (bisher: BGI 593)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.1 – 6.1 Messverfahren für gasförmige Stoffe

Die personenbezogene Exposition wird im Allgemeinen ermittelt durch (Bild 6-1):

  • kontinuierliche Messverfahren mit direktanzeigenden Messgeräten (elektrische Direktanzeigegeräte, Prüfröhrchen [Bild 6-2 auf Seite 60]),

  • diskontinuierliche Messverfahren.

Kontinuierliche Messverfahren

Elektrische Direktanzeigegeräte

Durch den Einsatz mobiler IR-Analysatoren zur Bestimmung der CO-Konzentration bzw. direktanzeigender Geräte zur Messung von Stickstoffoxiden und Ozon, die nach dem Chemilumineszens-Verfahren arbeiten, kann die Höhe und der zeitliche Verlauf eventueller Schadstoffexpositionen direkt vor Ort angezeigt werden. Diese Geräte sind nützlich für Übersichtsmessungen: der zeitlichen Konzentrationsveränderung, des Schichtmittelwertes sowie für Grenzwert-Vergleichsmessungen und periodische Messungen. Für Einsatz und Wartung bedarf es qualifizierter Personen. Auf Querempfindlichkeiten ist zu achten.

MessverfahrenGase und Dämpfe
Ozon (O3)Kohlenstoffmonoxid
(CO)
Kohlenstoffdioxid
(CO2)
Stickstoffmonoxid (NO) +
Stickstoffdioxid (NO2)
Organische Dämpfe
0,01 ppm bis 3 ppm3 ppm bis 500 ppm500 ppm bis 10%0,3 ppm bis 250 ppm-
Elektrische
Direktanzeigegeräte
Allgemein
verwendungsfähig
Allgemein
verwendungsfähig
Allgemein
verwendungsfähig
Allgemein
verwendungsfähig
Einsetzbar, Nützlichkeit aber begrenzt durch geringe spezifische Wirksamkeit
PrüfröhrchenEinsetzbar aber nicht
empfohlen
Allgemein
verwendungsfähig
Allgemein
verwendungsfähig
Allgemein
verwendungsfähig
Einsetzbar, Nützlichkeit aber begrenzt durch geringe spezifische Wirksamkeit
Indirekte Verfahren mit
Laboranalyse
Nicht allgemein
anwendbar
Nicht allgemein
anwendbar
Nicht allgemein
anwendbar
Einsetzbar aber nicht allgemein verwendungsfähigAllgemein
verwendungsfähig
*) DIN EN ISO 10882: Probenahme von partikelförmigen Stoffen und Gasen im Atembereich des Schweißers (Teil 2: Probenahme von Gasen)

Bild 6-1: Messung einzelner Gase und organischer Dämpfe
(Auszug aus der DIN EN ISO 10882 *); Anhang B)

 

Prüfröhrchen

Ein definiertes Luftvolumen wird mittels einer geeigneten Handpumpe bzw. batteriegetriebenen Pumpe durch das geöffnete Röhrchen angesaugt.

Anhand der Verfärbung des Füllpräparates, das spezifisch für einen Schadstoff oder eine Schadstoffgruppe ist, kann die Konzentration abgelesen werden. Es gibt Kurzzeit- und Langzeitröhrchen.

Prüfröhrchen sind sehr nützlich für Übersichtsmessungen des Schichtmittelwertes und weniger für Grenzwert-Vergleichsmessungen oder periodische Messungen.

Diskontinuierliche Messverfahren

Die Probeluft wird mittels elektrisch betriebener Probenahmepumpen durch geeignete Sorptionsröhrchen hindurchgesaugt, so z. B. Aktivkohle- oder Silikagelröhrchen. Die Aufnahmekapazität des Absorbers muss ausreichend groß sein. Probenahmen können sowohl stationär wie personeneetraeen erfolgen.

Bild 6-2: Direktanzeigende Prüfröhrchen; Einhandgasspürpumpe und Pumpautomat accuro 2000 mit Prüfröhrchen für die Messung von gasförmigen Schadstoffen
[Spiegel-Ciobanu BGI 593 Ausg 2008 nach Dräger]

Die Anwendung von Passivsammlern ist ebenfalls möglich. Eine Auswertung ist ausschließlich im Labor möglich. Diese Verfahren haben getrennte Probenahme- und Analysestufen.