DGUV Information 201-005 - Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Bi...

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Anhang 5, Glossar
Anhang 5
Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung (BioStoffV) Tätigkeiten mit Boden sowie bei Grundwasser- und Bodensanierungsarbeiten (bisher: BGI 583)

Anhangteil

Titel: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung (BioStoffV) Tätigkeiten mit Boden sowie bei Grundwasser- und Bodensanierungsarbeiten (bisher: BGI 583)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 5 – Glossar

AerosolEin Gas, vor allem Luft, in dem kleine Partikel (Rauch oder Staub) oder Flüssigkeitströpfchen (Nebel) schweben.
AllergenStoff, der eine Überempfindlichkeit (Allergie) auslöst.
Allergene Wirkung/AllergieBereitschaft eines Organismus, gegen einen als fremd erkannten Stoff (Allergen) mit einer Überreaktion des Immunsystems zu antworten. Die Reaktion kann sofort oder auch verspätet einsetzen.
Anamnese
(anamnestisch)
(gr. anamnesis Erinnerung) Vorgeschichte von Patienten; die Eigenanamnese beruht auf Angaben der Patienten selbst, eine Fremdanamnese wird von anderen Personen (Verwandte, Unfallzeugen) erhoben.
AnreicherungskulturenPräparate, die dem Boden oder Grundwasser zugesetzt werden, um die Zahl schadstoffumsetzender Mikroorganismen zu erhöhen. Anreicherungskulturen sind Kultursuspensionen sowie getrocknete Mikroorganismen mit oder ohne organisches Trägermaterial. Komposte oder organische Zuschlagstoffe, denen zur Anreicherung von schadstoffumsetzenden Mikroorganismen Schadstoffe zugesetzt worden sind, gelten ebenfalls als Anreicherungskulturen. Dies gilt auch für Abläufe aus Kläranlagen und Klärschlämme.
AntigeneStoffe oder Stoffteile, die im Organismus eine Reaktion des Immunsystems auslösen können.
AntikörperProteine im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten, deren Bildung durch Antigene ausgelöst wird.
autoklavierenHitzesterilisieren von Materialien (z.B. Instrumente, Kulturmedien) durch wassergesättigten, unter Druck stehenden Dampf (→ Sterilisation).
BakterienMikroskopisch kleine, einzellige Lebewesen, deren Chromosom nicht von einer Membran umhüllt ist, die also keinen echten Zellkern haben.
BioaerosolLuftgetragene Teilchen biologischer Herkunft. (EN 13098, 9/2000)
BlastomykoseErkrankung durch Hefen oder hefeartige Organismen, deren Sprossformen im Gewebe nachweisbar sind.
DermatomykoseInfektion der Haut, Haare und Nägel durch Pilze
EAA
(Exogen allergische Alveolitis)
Lungenentzündung durch Einatmen staubförmiger organischer Substanzen (z.B. Schimmelpilzsporen). Bei dauerhafter Allergenexposition kann daraus eine chronische Lungenentzündung und Bronchitis entstehen. Eine EAA kann langfristig zu einer nicht wieder umkehrbaren Schädigung von Lungengewebe führen.
ExpositionVorhandensein von biologischen Arbeitsstoffen, mit denen der Beschäftigte am Arbeitsplatz in Kontakt kommen kann. (siehe auch TRBA 400)
HistoplasmosePilzerkrankung von Mensch und Tier durch Histoplasma capsulatum. Nach Einatmen der Erreger als Lungenerkrankung (klinisch wie eine Tuberkulose) oder aber als schwere Allgemeinerkrankung
HumanLateinisch, sinngemäß "vom Menschen stammend" bzw. "den Menschen betreffend". Auch mit der Bedeutung "menschlich".
Immunisierung1. Aktive Immunisierung: Impfung mit Antigenen zur Auslösung einer Reaktion des Immunsystems (Bildung von Antikörpern)
 2. Passive Immunisierung: Impfung mit Antikörpern.
ImmunitätUnempfindlichkeit des Organismus für eine Infektion mit pathogenen Mikroorganismen bzw. Schutz vor der Wirkung mikrobieller Stoffwechselprodukte sowie pflanzlicher oder tierischer Gifte aufgrund unspezifischer Abwehrmechanismen.
ImpfstoffSubstanz zur vorbeugenden Behandlung oder Abwehr einer Infektionskrankheit durch Aktivierung des Immunsystems. (Immunisierung).
in-situ(lat.: in = in; situs = Stellung, Lage) Umwelttechnische Bezeichnung für ein Dekontaminationsverfahren, bei dem der Boden nicht ausgekoffert bzw. das Grundwasser nicht gefördert wird, sondern an Ort und Stelle eingesetzt wird.
InfektionHaften, Eindringen und Vermehrung eines biologischen Arbeitsstoffes in bzw. an dem Menschen mit nachfolgender Abwehr- und/oder Schädigungsreaktion.
KeimTrivialbezeichnung für Mikroorganismen, in der Regel Bakterien.
Kokzidioidomykose"Wüstenfieber", meist nur als Befall der Atemwege mit grippeartigem Verlauf. Zusätzlich zum Wüstenfieber kann bei einer generalisierten Infektion fast jedes Organ befallen werden.
KryptokokkoseErkrankung durch den Hefepilz Cryptococcus neoformans. Meist als Sekundärerkrankung, auch bei verminderter Abwehrlage.
KulturVermehrung von Organismen in oder auf einem Nährmedium.
Mikroorganismen1. Viren, Bakterien, mikroskopisch kleine ein- oder mehrzellige Algen oder Pilze, andere mikroskopisch kleine tierische Mehrzeller (§ 3 Nr. 1 GenTSV)
 2. Alle zellulären oder nichtzellulären mikrobiologischen Einheiten, die zur Vermehrung oder zur Weitergabe von genetischem Material fähig sind.
MykoseErkrankung, die durch eine Infektion mit Pilzen hervorgerufen wird.
NebelEin Gas, vor allem Luft, in dem kleine Flüssigkeitströpfchen schweben.
off-site(engl.: off = weg; site = Stelle) Umwelttechnische Bezeichnung für ein Dekontaminationsverfahren, bei dem der kontaminierte Boden ausgehoben, bzw. das kontaminierte Wasser gefördert, abtransportiert, gereinigt und wieder verwendet wird.
on-site(engl.: on = auf, an, in; site = Stelle) Umwelttechnische Bezeichnung für ein Dekontaminationsverfahren, bei dem der kontaminierte Boden ausgehoben bzw. das kontaminierte Wasser gefördert, an Ort und Stelle gereinigt und anschließend an der entnommenen Stelle wieder verfüllt bzw. eingeleitet wird.
orallateinisch sinngemäß "durch den Mund", "zum Mund" bzw. "zur Mundhöhle gehörig", auch mit der Bedeutung mündlich.
pathogenEine Krankheit auslösend, verursachend
PathogenitätDie grundsätzliche, d.h. genetisch festgelegte Fähigkeit eines Mikroorganismus, beim Menschen eine Krankheit zu erzeugen.
PCR(Polymerase-Kettenreaktion/Polymerase-Chain-Reaction) Nachweisverfahren für Organismen durch gezielte Vermehrung kleiner Abschnitte der Erbsubstanz
PSA (Persönliche Schutzausrüstung)Persönliche Schutzausrüstungen sind Ausrüstungen, die zum Schutz vor Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bestimmt sind und von den Beschäftigten benutzt oder getragen werden, sowie jede mit demselben Ziel verwendete und mit der persönlichen Schutzausrüstung verbundene Zusatzausrüstung.
PopulationDie Gesamtheit der in einem bestimmten Gebiet vorkommenden Individuen einer Art.
StarterkulturenAufgrund spezifischer Eigenschaften ausgewählte und vermehrungsfähige Mikroorganismen.
Schimmel(pilze)Trivialbezeichnung für eine uneinheitliche Gruppe von Pilzen, die, z.B. auf Lebensmitteln, Tapeten und anderen Materialien wachsen
SporeAllgemeiner Begriff für eine Verbreitungs-, Überdauerungs- oder Vermehrungseinheit von Mikroorganismen.
Sensibilisierende Wirkungen biologischer ArbeitsstoffeEigenschaften von biologischen Arbeitsstoffen, die zu einer Verstärkung der Empfindlichkeit des Immunsystems gegenüber einer körperfremden Substanz führen.
SterilisationAbtötung bzw. Inaktivierung sämtlicher biologischer Arbeitsstoffe einschließlich deren Ruhestadien durch physikalische und/oder chemische Verfahren.
SubstratNährboden, Unterlage, Grundlage, Material, auf dem oder in dem Organismen leben.
SuspensionAufschwemmung, Feinstverteilung fester Stoffe in einer Flüssigkeit.
SystemmykosePilzerkrankung eines oder mehrerer innerer Organe.
Toxizität, toxischGiftigkeit, giftig.
Virus, VirenBiologische Einheit, die sich nur in einer geeigneten Wirtszelle vermehren kann.