DGUV Information 208-006 - Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und L...

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Abschnitt 17.2, 17.2 Schutzhandschuhe
Abschnitt 17.2
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und Lagerarbeiten (bisher: BGI 582)
Titel: Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und Lagerarbeiten (bisher: BGI 582)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 17.2 – 17.2 Schutzhandschuhe

Die am meisten gefährdeten Körperteile des Transportarbeiters sind die Hände und an den Händen Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger. Etwa vierzig Prozent aller Arbeitsunfälle haben Handverletzungen zur Folge. Durch das Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen bei Transportarbeiten lassen sich viele Verletzungen vermeiden (Bild 17-2).

Bild 17-2: Schutzhandschuhe aus Kunststoff, mit Stahldrahteinlage und Edelstahlgeflecht

Handschutzmaßnahmen sollen die Hände schützen vor Verletzungen durch

  • mechanische Beanspruchungen, wie Schneiden, Reißen, Stoßen,

  • Einwirkungen chemischer Stoffe, wie Säuren, Laugen, Lösemittel

    und

  • physikalische Einflüsse, wie Hitze, Kälte, Funken, Elektrizität.

Art und Größe der Beanspruchungen müssen Material und Widerstandsfähigkeit der Handschuhe bestimmen. Form und Materialdicke werden vom Arbeitsprozess bestimmt, z.B.

  • Fausthandschuhe, wenn grobe Arbeiten durchgeführt werden und

  • Fingerhandschuhe, wenn der Gebrauch der Finger für die Arbeit notwendig ist.

Bild 17-3: Beim Hantieren mit scharfkantigen Werkstücken - immer Schutzhandschuhe tragen

Hier einige Tipps zur Auswahl der Schutzhandschuhe:

  • Lederhandschuhe (Bild 17-3) sind gegen mechanische Beanspruchung widerstandsfähig. Man kann mit ihnen auch kurzzeitig heiße Gegenstände anfassen. Schrumpfarme Spezialleder vertragen auch eine längere Wärmeeinwirkung. Vorteilhaft ist, dass die Hände in Lederhandschuhen nicht so stark schwitzen, weil Leder den auf der Haut verdunstenden Schweiß aufnimmt bzw. durchlässt.

  • Kunststoffhandschuhe sind einzusetzen, wenn ein Hautkontakt mit chemischen Stoffen, wie Säuren, Laugen, Ölen, Fetten, Lösemitteln, vermieden werden muss. Nachteilig ist das Feuchtwerden der Hände wegen der fehlenden Schweißdurchlässigkeit. Außerdem dürfen heiße Gegenstände mit ihnen nicht angefasst werden, da die meisten Kunststoffe schnell erweichen bzw. schmelzen.

  • Kunststoffbeschichtete Textilhandschuhe (Bild 17-4) bieten guten Tragekomfort, da ein Schwitzen der Hände weitgehend vermieden wird. Je nach Art und Dicke der Kunststoffbeschichtung können sie eine größere Sicherheit gegen Schnitt- und Stichverletzungen bieten als Lederhandschuhe. Eine spezielle Gestaltung der Greifflächen, beispielsweise durch Aufrauung, Noppen, Rillen, ermöglicht das sichere Greifen von fettigen und öligen Gegenständen. Heiße Gegenstände dürfen allerdings auch mit kunststoffbeschichteten Textilhandschuhen nicht angefasst werden.

  • Textilhandschuhe eignen sich nicht für Arbeiten mit feuchten oder nassen Teilen. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Kälte ist in Abhängigkeit von der Stärke des Materials, bei Verwendung von Baumwolle oder Wolle, recht gut. Der Schutz gegen Schnitt- oder Stoßverletzungen ist jedoch gering. Sie eignen sich besonders als Unterziehhandschuhe bei der Benutzung von Kunststoffhandschuhen und für Arbeiten, bei denen es darauf ankommt, auf empfindlichen Materialien keine Abdrücke zu hinterlassen.

  • Handschuhe aus hitzebeständigen Kunstfasern haben sich nicht nur in Warmbereichen bewährt, sondern auch dort, wo mit Schnittverletzungen gerechnet werden muss. Werden diese Kunstfasern zusätzlich noch mit einem innen liegenden Stahldraht versehen, kann die Schnittfestigkeit nochmals erhöht werden.

Die Verwendung von Asbesthandschuhen ist nicht zulässig.

Bild 17-4: Kunststoffbeschichteter Schutzhandschuh und Handmagnet im Einsatz

Ausführliche Angaben zu Schutzhandschuhen, z.B. zur Gefährdungsermittlung, Bewertung und Auswahl, Benutzung, Betriebsanweisung und Unterweisung, sind in der BG-Regel "Benutzung von Schutzhandschuhen" (BGR 195) enthalten.