DGUV Information 208-006 - Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und L...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 5, 5 Handbetriebene Transportmittel
Abschnitt 5
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und Lagerarbeiten (bisher: BGI 582)
Titel: Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und Lagerarbeiten (bisher: BGI 582)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – 5 Handbetriebene Transportmittel

Neben den einfachen Hilfsmitteln werden in den Betrieben handbetriebene Transportmittel eingesetzt.

Auswahl und Einsatz richten sich nach

  • Form, Zustand und Eigenschaften des Transportgutes,

  • Gewicht des Transportgutes,

  • Maßen des Transportgutes,

  • Länge des Transportweges,

  • Zustand des Transportweges und

  • Größe der zu überwindenden Höhendifferenz.

Zu den handbetriebenen Transportmitteln können auch die bereits erwähnten Transportfahrwerke gerechnet werden.

Weitere handbetriebene Transportmittel, die insbesondere zur Überbrückung größerer Entfernungen beim Transport dienen, sind unter anderem:

  • Stechkarren,

  • Schiebkarren,

  • Handwagen,

  • Heberoller und

  • Hubwagen.

Die Stechkarre, bekannter unter der Bezeichnung "Sackkarre" (Bild 5-1), wird zum Transport von Einzelteilen oder Behältern, wie Säcken oder Kästen, häufig benutzt.

Bild 5-1: Sackkarre

Sie werden auch in Sonderbauform hergestellt, z.B.

  • als Flaschenkarre (Bild 5-2) und

  • mit Spezialfahrgestell, durch welches die Karre "treppengängig" wird.

Bild 5-2: Eine Sonderbauform der Stechkarre ist die Flaschenkarre

Wenn der Schwerpunkt der Last auf einer Stechkarre genau über der Achse liegt, ist die Haltekraft an den Griffen am geringsten. Das "Halten des Schwerpunktes über der Achse" ist umso schwieriger, je höher der Schwerpunkt liegt.

Der Könner belädt seine Stechkarre daher so, dass der Lastschwerpunkt

  • möglichst nahe an den Holmen und

  • möglichst tief liegt.

Die Gefahr von Handverletzungen wird durch Handschutzbügel vermieden (Bild 5-3).

Bild 5-3: Handschutzbügel

Die Schiebkarre, auch Schubkarre genannt und nach DIN 4902 als Kastenkarre bezeichnet, verliert beim innerbetrieblichen Transport an Bedeutung, da es bessere und sicherere Transportmittel gibt.

Für Sonderaufgaben wird sie jedoch wegen ihrer universellen Einsatzmöglichkeit für Stück- und Schüttgüter sowie bedingt auch für Flüssigkeiten fast in jedem Betrieb bereitgehalten.

Beim Beladen von Schiebkarren ist zu beachten:

  • Lastschwerpunkt mittig zwischen die Holme bringen,

  • Lastschwerpunkt so niedrig wie möglich halten.

Auch bei der Schiebkarre werden Sonderbauformen, zum Teil auch mit zwei Rädern, z.B. Plattenkarren, Muldenkarren, Tonnenkarren oder Kippkarren, von den Herstellern angeboten.

Roller sind Handfahrzeuge, deren "Fahrwerk" aus drei oder mehr Rollen besteht. Durch zu hohes oder außermittiges Beladen verlieren Roller leicht ihre Kippstabilität und kippen um, ganz besonders, wenn Lenkrollen vorhanden sind.

Die Rollpritsche (Bild 5-4) ist eine Sonderform des Rollers. Bei ihr sind auf einer Seite die Rollen durch Stützen ersetzt.

Bild 5-4: Rollpritsche und Heberoller mit Aushebesicherung

Abgestellt ist ihre Standfestigkeit sehr gut. Sie ist dann auch gegen Wegrollen, beispielsweise während des Beladens, gesichert. Zum Verfahren der Rollpritsche muss die Seite mit den Stützen angehoben werden. Das geschieht üblicherweise mit einem Heberoller.

Zu beachten ist, dass insbesondere während des Absetzens ein Wechsel der Kraftrichtung an der "Deichsel" eintritt: Zuerst wird angehoben, aber nach Überschreitung des Totpunktes muss gegengehalten und langsam bis zum Aufsetzen der Pritsche nachgegeben werden.

Während des Fahrens muss die Verbindung zwischen Rollpritsche und Heberoller gegen Ausheben gesichert sein.

Wagen können mit unterschiedlichen Aufbauten versehen sein. Sie werden danach auch bezeichnet, z.B. als Plattformwagen, Hordenwagen, Kastenwagen, Tischwagen, Muldenwagen oder Hubwagen.

Auf einige wichtige Punkte wird hingewiesen:

  • Der Schwerpunkt der Last muss immer zwischen den Rädern liegen.

  • Die Kippgefahr ist besonders groß, wenn bei Wagen mit Drehschemel-Lenkung die Lenkung eingeschlagen ist.

  • Die Deichsel eines Handwagens darf nicht auf dem Boden aufliegen. Sie muss in ihrer untersten Stellung eine Begrenzung haben. Beim Fallenlassen der Deichsel können sonst Fußverletzungen verursacht werden.

    Ein Abstand von 20 cm zwischen Unterkante der Deichsel und Boden verhindert diese Verletzungen.

  • Bei abgestelltem Wagen ist die Deichsel hochzustellen, damit sie nicht in die Verkehrsfläche hineinragt und zur Stolperstelle wird.

  • Damit die Deichsel nicht zum "Schlagwerkzeug" wird, muss eine Vorrichtung vorhanden sein, mit der die Deichsel in oberer Stellung festgehalten und gegen Herabfallen gesichert ist. Am besten haben sich selbsttätig wirkende Vorrichtungen bewährt.

Handhubwagen und Handgabelhubwagen werden zum Transportieren von Paletten eingesetzt, wenn ein kraftbetriebener Stapler zu schwer oder sein Einsatz unwirtschaftlich ist oder wenn für seinen Einsatz kein ausreichender Platz vorhanden ist.

Insbesondere ist darauf zu achten, dass Hochhubwagen nur gefahren werden, wenn die Last so tief wie möglich - etwa 5 bis 10 cm zwischen Unterkante der Last und dem Boden - geführt wird.

Je höher der Schwerpunkt des Systems Hubwagen und der Last liegt,

  • desto geringer ist die Standsicherheit und

  • desto größer ist die Gefahr des Umkippens.

Die Bilder 5-5 und 5-6 zeigen, dass durch den Einsatz von Hubwagen beim Transport von Hand das Arbeitsverfahren sicherer und leichter gestaltet werden kann.

Bild 5-5: Transport von Hand

Bild 5-6: Transport mit dem Hubwagen

Bei Winden muss die Kurbel durch Sicherheitssperrklinken und bei hydraulischen Hebern (Bild 5-7) der Hebel durch Rückschlagventil gegen Zurückschlagen gesichert sein.

Bild 5-7: Hydraulisch betätigter Handgabelhubwagen mit Bremseinrichtung

Wenn jedoch in das Pumpengehäuse der Hydraulik Luft eingedrungen ist, kann der Hebel stark federn und Verletzungen verursachen. In solchen Fällen ist deshalb schnellstens eine Entlüftung durch eine befähigte Person durchführen zu lassen.

Zur Vermeidung von Unfällen sind Winden und hydraulische Heber regelmäßig auf zuverlässige Funktion der Sperrklinken und Rückschlagventile zu prüfen. Dabei ist bei Sperrklinken besonders auf Verschleiß und bei hydraulischen Bauteilen auf Dichtheit und ausreichenden Ölstand zu achten.