DGUV Information 209-015 - Instandhalter (bisher: BGI 577)

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Abschnitt 1.2, Planung von Instandhaltungsarbeiten
Abschnitt 1.2
Instandhalter (bisher: BGI 577)
Titel: Instandhalter (bisher: BGI 577)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-015
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.2 – Planung von Instandhaltungsarbeiten

Instandhaltungsarbeiten können geplant oder ungeplant durchgeführt werden (Bilder 1-9 und 1-10). Als Hilfsmittel zur Abwicklung von Planung und Steuerung kann die Datenverarbeitung eingesetzt werden.

Aber auch einfache Instandhaltungsanweisungen oder Reparaturpläne können dazu beitragen, Instandhaltungsarbeiten geordnet und sicher durchzuführen (Bild 1-11).

Das Ergebnis der Planung und Steuerung von Instandhaltungsarbeiten ist ein Arbeitsplan (Bild 1-12).

Bild 1-9: Steigende Arbeitssicherheit durch geplante Instandhaltung

Bild 1-10: Planung und Steuerung von Instandhaltungsarbeiten

Bild 1-11: Muster einer Instandhaltungsanweisung

Bild 1-12: Beispiel für einen Arbeitsplan "Instandsetzung"

Dieser soll u.a. folgende Fragen klären:

  • Was soll instand gehalten werden?

  • Wo soll instand gehalten werden?

  • Wann soll instand gehalten werden?

  • Wie lange wird die Instandhaltungsmaßnahme wahrscheinlich dauern?

  • Wer soll instand halten?

  • Welche Qualifikation des Instandhalters ist notwendig?

  • Wie dringend ist die Arbeit?

  • Welche Störung/welcher Schaden liegt vor?

  • Welche Arbeiten sind auszuführen?

  • Welche Betriebsmittel und Materialien werden benötigt?

  • Welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich?

Zusammenfassend bleibt festzuhalten:

Eine ausgeprägte Planung und Steuerung der Instandhaltung stellt einen entscheidenden Faktor zur Erhöhung der Arbeitssicherheit dar.

Prüflisten zur Sicherheit bei der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen sind ein weiteres Hilfsmittel zur organisatorischen Aufbereitung von Instandhaltungsarbeiten (Bild 1-13). Sie müssen aber noch durch zusätzliche, betriebsbezogene Maßnahmen ergänzt werden.

In vielen Betrieben wird nach jedem Schadensereignis eine Schwachstellenanalyse durchgeführt. Die konsequente Erfassung und Abstellung von Schwachstellen hilft dabei nicht nur der Produktion, sondern auch der Vermeidung von Instandhaltungsarbeiten und den damit verbundenen Kosten.

Bild 1-13: Beispiel für eine Prüfliste zur Sicherheit bei der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen

Prüfliste zur Sicherheit bei der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen

  1. 1.

    Organisatorische Maßnahmen

    1. 1.1

      Werden Ablauf der Instandhaltungsarbeiten und zugehörige Sicherheitsmaßnahmen mit allen Beteiligten besprochen und abgestimmt?

    2. 1.2

      Werden bei umfangreichen oder gefährlichen Arbeiten Instandhaltungsanweisungen erstellt?

    3. 1.3

      Wird ein Verantwortlicher bestimmt, der die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen überwacht?

    4. 1.4

      Werden alle Beteiligten unterwiesen?

    5. 1.5

      Ist ein Koordinator erforderlich?

    6. 1.6

      Werden geeignete Werkzeuge, Hilfsmittel und persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt?

    7. 1.7

      Sind die eingesetzten Personen für die Instandhaltungsarbeiten geeignet?

    8. 1.8

      Sind Maßnahmen für die Befreiung erfasster oder eingeklemmter Personen und für die erste Hilfe notwendig?

  2. 2.

    Maßnahmen vor Beginn der Instandhaltungsarbeiten

    1. 2.1

      Wurden Maschinen und Anlagen vor Beginn der Arbeiten stillgesetzt?

    2. 2.2

      Wird ein unbefugtes oder irrtümliches Ingangsetzen durch Abschließen des Hauptschalters oder Trennen von Energieanschlüssen (z.B. Elektrik, Hydraulik, Pneumatik) vermieden?

    3. 2.3

      Sind an automatischen Maschinen und Anlagen Maßnahmen gegen das unbefugte oder irrtümliche Einschalten des Automatikbetriebes getroffen (z.B. Abziehen des Schlüssels Hand-Automatik, Einhängen von Schlössern in überwachte Türen)?

    4. 2.4

      Wird das Ingangkommen Gefahr bringender Bewegungen infolge gespeicherter Energie (z.B. Druckbehälter, Federn, angehobene Maschinenteile) verhindert?

    5. 2.5

      Werden besondere Sicherheitsmaßnahmen bei Instandhaltungsarbeiten an laufenden Maschinen eingehalten (z.B. trennende oder ortsbindende Schutzeinrichtungen, ortsbewegliche Steuereinrichtungen mit Not-Aus-Schaltern, Zustimmungsschalter, reduzierte Geschwindigkeit)?

    6. 2.6

      Werden in verketteten Anlagen besondere Schutzmaßnahmen getroffen, wenn einzelne Komponenten oder Teilbereiche weiter betrieben werden müssen (bewegliche Absperrungen, Lichtschranken, Schaltmatten)?

  3. 3.

    Maßnahmen nach Beendigung der Instandhaltungsarbeiten

    1. 3.1

      Werden vor der Wiederinbetriebnahme alle Schutzeinrichtungen wieder angebracht oder eingeschaltet?

    2. 3.2

      Wird die Funktion von Maschinen und Anlagen einschließlich ihrer Schutzeinrichtungen vor der Freigabe für den Normalbetrieb überprüft?

    3. 3.3

      Ist vor dem Anlauf von Maschinen und Anlagen besonders bei Automatikbetrieb sichergestellt, dass alle Personen die Gefahrenbereiche verlassen haben?

    4. 3.4

      Werden an unübersichtlichen Maschinen und Anlagen vor dem Ingangsetzen unerwarteter, Gefahr bringender Bewegungen deutlich wahrnehmbare Warnanlagen betätigt?