DGUV Information 209-015 - Instandhalter (bisher: BGI 577)

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Abschnitt 8, Instandhaltungsarbeiten in engen Räumen
Abschnitt 8
Instandhalter (bisher: BGI 577)
Titel: Instandhalter (bisher: BGI 577)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-015
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8 – Instandhaltungsarbeiten in engen Räumen

In vielen Betrieben gehört es zu den Aufgaben der Instandhalter, Inspektionen, Wartungs-, Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten in Behältern, Apparaten, Förderanlagen, Gruben und Schächten vorzunehmen.

Sind die räumlichen Verhältnisse bei diesen Arbeiten beengt und fehlt es am nötigen Luftvolumen oder Luftwechsel, können Gefährdungen durch Anreicherung gesundheitsschädlicher Gase und Dämpfe oder durch Mangel an Sauerstoff auftreten. Sind die Wände eines engen Raumes elektrisch leitend, liegt auch eine erhöhte elektrische Gefährdung vor (Bild 8-1).

Bild 8-1: Enger Raum im Sinne einer erhöhten elektrischen Gefährdung

Zusätzlich können in engen Räumen Gefährdungen durch das Eindringen von Flüssigkeiten, Gasen, Dämpfen oder Stäuben auftreten, die durch undichte Verschlüsse oder unbefugtes Öffnen von Ventilen in enge Räume einströmen. Auch irrtümliches oder unbefugtes Ingangsetzen von Förder-, Misch-, Zerkleinerungs- oder Heizanlagen kann in engen Räumen zu einer Gefahr werden.

In der BG-Regel "Arbeiten in Behältern und engen Räumen" (BGR 117) werden daher besondere Schutzmaßnahmen gefordert:

  • Ermittlung der Gefährdung durch Stoffe oder Einrichtungen,

  • Erstellung von Arbeitsanweisungen und Erlaubnisscheinen (Bild 8-2),

  • Auswahl geeigneter Personen,

  • Benennung eines Aufsichtführenden,

  • Unterweisung der Beschäftigten.

Bild 8-2: Befahrerlaubnisschein für Arbeiten in engen Räumen

In den Arbeitsanweisungen sind Schutzmaßnahmen festzulegen, die auf die Gefährdungen abgestimmt sind:

  • Entleerung von Stoffen,

  • Abtrennung von Zu- und Abgangsleitungen und Sicherung gegen unbefugtes Öffnen (Bilder 8-3 und 8-4),

  • Stillsetzen beweglicher Einrichtungen und Sicherung gegen unbefugtes Ingangsetzen,

  • Absaugung gesundheitsschädlicher Stoffe,

  • Zufuhr von Frischluft,

  • Verwendung zulässiger elektrischer Betriebsmittel bei erhöhter elektrischer Gefährdung,

  • Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen (Bild 8-5), z.B.

    • von der Umgebungsatmosphäre unabhängig wirkende Atemschutzgeräte bei nicht ausreichender Lüftung,

    • schwer entflammbare Schutzanzüge bei Schweißarbeiten,

    • Schutzhelme oder Anstoßkappen,

  • Durchführung von Rettungsmaßnahmen (Bild 8-5),

    • Sicherungsposten außerhalb von Behältern und engen Räumen bei besonderer Gefährdung,

    • Rettungs- und Feuerlöscheinrichtungen,

    • Meldeeinrichtungen.

Bild 8-3: Sicherung von Ventilen gegen unbefugtes Öffnen, Beispiel 1

Bild 8-4: Sicherung von Ventilen gegen unbefugtes Öffnen, Beispiel 2

Bild 8-5: Einstieg in einen engen Raum mit den erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen und Sicherung durch eine Person