DGUV Information 209-015 - Instandhalter (bisher: BGI 577)

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Abschnitt 5.3, Erhöhte elektrische Gefährdung
Abschnitt 5.3
Instandhalter (bisher: BGI 577)
Titel: Instandhalter (bisher: BGI 577)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-015
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.3 – Erhöhte elektrische Gefährdung

Eine erhöhte elektrische Gefährdung beim Lichtbogenschweißen liegt z.B. vor,

  1. 1.

    wenn der Schweißer zwangsweise (z.B. kniend, sitzend, liegend oder angelehnt) mit seinem Körper elektrisch leitfähige Teile berührt;

  2. 2.

    an Arbeitsplätzen, an denen bereits eine Abmessung des freien Bewegungsraumes zwischen gegenüberliegenden elektrisch leitfähigen Teilen weniger als 2 m beträgt, sodass der Schweißer diese Teile zufällig berühren kann;

  3. 3.

    an nassen, feuchten oder heißen Arbeitsplätzen, an denen der elektrische Widerstand der menschlichen Haut oder der Arbeitskleidung und der Schutzausrüstung durch Nässe, Feuchtigkeit oder Schweiß erheblich herabgesetzt werden kann.

Auch an Bauteilen größten Ausmaßes können derartige Gefährdungen vorliegen, wenn der Schweißer zum Beispiel in oder an großen Tanks auf einem Stahlrohrgerüst arbeitet.

Nach Schätzungen werden weit über die Hälfte aller Schweißarbeiten unter erhöhten elektrischen Gefährdungen ausgeführt. Da Gleichstrom weniger gefährlich ist als Wechselstrom, sind Gleichstromquellen zum Schweißen unter erhöhter elektrischer Gefährdung zu empfehlen.

Alle Schweißstromquellen, die für Lichtbogenarbeiten unter erhöhter elektrischer Gefährdung geeignet sind, müssen deutlich erkennbar und dauerhaft das Symbol    tragen oder die bisherigen Symbole bei Wechselstromquellen    und    bei Gleichstromquellen.

Die zum Lichtbogenschweißen unter erhöhter elektrischer Gefährdung zulässigen, verminderten Werte der Leerlaufspannung bieten allein keinen ausreichenden Schutz für den Schweißer.

Deshalb ist es besonders unter erhöhter elektrischer Gefährdung notwendig, die Isolation des Schweißers z.B. durch isolierende Unter- oder Zwischenlagen sicherzustellen. Elektrowerkzeuge dürfen in engen Räumen aus leitfähigen Bauteilen bei Verwendung von Wechselstrom nur mit Schutzkleinspannung oder Schutztrennung betrieben werden. Die Kleinspannungs- oder Trenntransformatoren müssen außerhalb des engen Raumes aufgestellt sein.

Zur Beleuchtung enger Räume aus leitfähigen Bauteilen werden im Allgemeinen ortsveränderliche elektrische Leuchten eingesetzt. Vorübergehend ortsfest angebrachte und über bewegliche Zuleitungen angeschlossene Leuchten dürfen nur unter Anwendung der Schutztrennung oder Schutzkleinspannung bis 50 Volt Wechselspannung oder 120 Volt Gleichspannung verwendet werden. Kleinspannungs- oder Trenntransformatoren müssen außerhalb des engen Raumes aufgestellt sein. Handleuchten dürfen nur mit den Schutzmaßnahmen Schutzkleinspannung oder Schutztrennung verwendet werden.