DGUV Information 209-015 - Instandhalter (bisher: BGI 577)

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Abschnitt 3.4, Schweiß- und Schneidarbeiten
Abschnitt 3.4
Instandhalter (bisher: BGI 577)
Titel: Instandhalter (bisher: BGI 577)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-015
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – Schweiß- und Schneidarbeiten

Beim Schweißen und Schneiden können gesundheitsschädliche Gase, Dämpfe, Rauche und Stäube auftreten. Art und Menge der gesundheitsschädlichen Stoffe sind abhängig vom Schweißverfahren, vom Schweißzusatz, vom Werkstück und von beschichteten Oberflächen. Als gesundheitsschädliche Gase sind besonders zu nennen

  • Stickoxide,

  • Ozon,

  • Kohlenmonoxid und

  • Kohlendioxid.

Erhöhte Konzentrationen dieser Gase sind dann zu erwarten, wenn Schweißarbeiten in schlecht belüfteten Bereichen durchgeführt werden müssen.

Stickoxide - Nitrose Gase - entstehen am Rand der Flamme oder des Lichtbogens. Beim Einatmen schon geringer Mengen können Hustenreiz und Atemnot auftreten und die Lunge kann geschädigt werden. Der Schweiß- oder Schneidbrenner soll daher auch bei kurzen Unterbrechungen von Schweiß- und Anwärmarbeiten abgestellt werden. Ozon bildet sich durch ultraviolette Strahlung aus dem Sauerstoff der Luft beim Lichtbogenschweißen, besonders beim Verschweißen blanker Metalle (Aluminium, Chrom-Nickel-Stähle). Ozon hat einen charakteristischen Geruch, ist giftig und kann Reizungen der Schleimhaut und Kopfschmerzen hervorrufen.

Kohlenmonoxid entsteht bei nur unvollständigen Verbrennungen oder durch thermischen Zerfall von Kohlendioxid aus dem Schutzgas, wenn Kohlendioxid im Schutzgas vorhanden ist. Kohlenmonoxid verhindert die Sauerstoffaufnahme im Blut. Kohlendioxid entsteht ebenfalls bei allen Verbrennungen, ist schwerer als Luft und kann den Sauerstoffgehalt der Atemluft verdrängen. Gesundheitsstörungen können auftreten, wenn der Sauerstoff weniger als 17 Vol.-% beträgt.

Beim Lichtbogenhandschweißen und bei den Schutzgasschweißverfahren entstehen Metallrauche. Bei mittel- und hochlegierten Werkstoffen wurden in den Schweißrauchen Nickel und Chromate festgestellt. Beide Stoffe zählen zu den krebserzeugenden Arbeitsstoffen. Beim Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-Schweißen) werden in der Regel die zulässigen Konzentrationen für Nickel und Chromate sicher unterschritten.

Beim Schweißen und Schneiden von Werkstücken, die mit metallischen Überzügen, Lacken oder anderen Beschichtungen versehen sind, können durch thermische Zersetzung und Verdampfung gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden. Das gilt besonders für Schweiß-, Schneid- und Anwärmarbeiten an verzinkten oder mit bleihaltigen Anstrichstoffen versehenen Oberflächen.

Auch das Schweißen und Anwärmen von Werkstücken, die mit chlorkohlenwasserstoffhaltigen Reinigungsmitteln behandelt worden sind, kann gesundheitsschädlich sein, wenn das Reinigungsmittel noch an der Oberfläche haftet und sich zu den sehr giftigen Phosgenen zersetzt.

Grundsätzlich ist dafür zu sorgen, dass Gase, Dämpfe und Rauche, die besonders gesundheitsschädlich sind, an der Entstehungsstelle erfasst und abgeführt werden (Bild 3-7).

Bei Instandhaltungsarbeiten ist die Schutzmaßnahme nicht immer durchführbar. Es sollte dann aber geeigneter Atemschutz zur Verfügung gestellt und getragen werden.

Bei Instandhaltungsarbeiten unter beengten Verhältnissen muss genügend Frischluft zur Verfügung stehen. Auf keinen Fall darf zur Luftverbesserung Sauerstoff eingeblasen werden. Die Sauerstoffanreicherung der Luft würde die Verbrennung selbst schwer entflammbarer Kleidung ermöglichen. Sauerstoff kann zur Lebensgefahr werden und darf daher nicht eingesetzt werden

  • zum Belüften,

  • zum Reinigen von Arbeitskleidung und

  • zum Wegblasen von Spänen, Rost oder Stäuben.

Bild 3-7: Erfassung von Schadstoffen an der Entstehungsstelle durch ein Schweißerschutzschild mit Absaugung