DGUV Information 209-015 - Instandhalter (bisher: BGI 577)

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DGUV Information 209-015 - Instandhalter
DGUV Information 209-015 - Instandhalter (bisher: BGI 577)
Titel: Instandhalter (bisher: BGI 577)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-015
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Instandhalter
(bisher: BGI 577)

Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften

Stand der Vorschrift: 2008

Vorwort

Unter dem Begriff "Instandhaltung" wird nach DIN 31 051

  • die Kombination aller technischen und administratorischen Maßnahmen sowie

  • Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus einer Betrachtungseinheit (Teil, Bauelement, Gerät usw., das für sich allein betrachtet werden kann) zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustandes oder der Rückführung in diesen, sodass sie die geforderte Funktion erfüllen kann,

verstanden.

Die Grundmaßnahmen der Instandhaltung sind:

  • Wartung,

  • Inspektion,

  • Instandsetzung,

  • Verbesserung.

Bild 1: Instandhaltung nach DIN 31 051

Im Laufe der Zeit verlieren technische Arbeitsmittel durch Abnutzung und Korrosion teilweise oder ganz ihre Funktionsfähigkeit. Dabei können auch sicherheitstechnisch bedenkliche Zustände auftreten. Aufgabe der Instandhaltung ist es daher, durch regelmäßige Maßnahmen nicht nur die Betriebssicherheit einer Maschine oder einer Anlage zu gewährleisten, sondern auch die Arbeitssicherheit. Entsprechendes gilt für die in vielen technischen Regelwerken geforderten wiederkehrenden Prüfungen, die durch befähigte Personen (ehemals Sachverständige oder Sachkundige) erfolgen.

Die Hersteller von Maschinen und Anlagen legen in Betriebsanleitungen Wartungs- und Inspektionsmaßnahmen fest, um den betriebs- und arbeitssicheren Zustand zu gewährleisten. Diese Instandhaltungsarbeiten werden insbesondere von Kundendienstmonteuren und speziellen Instandhaltern durchgeführt. Durch die Instandhaltung wird insofern auch ein besonderer Beitrag für die Sicherheit technischer Arbeitsmittel geleistet.

Bei der Inspektion, Wartung und Instandsetzung von Maschinen, Anlagen, Geräten oder Einrichtungen treten Gefährdungen auf, die mit den bekannten Gefährdungen in der Fertigung nicht vergleichbar sind. Es muss dafür gesorgt werden, dass Instandhaltungsarbeiten sicher durchgeführt werden. Unfälle bei Instandhaltungsarbeiten bilden nach den Transportunfällen den größten Schwerpunkt. Bei der Instandhaltung geschehen über 50 % mehr Unfälle als in der gesamten Fertigung. Entsprechend hoch ist der Anteil der tödlichen Arbeitsunfälle. Die hierzu gemachten Angaben in Bild 2 basieren auf einer Auswertung aller tödlichen Arbeitsunfälle in der Bundesrepublik Deutschland.

Bild 2: Statistik tödlicher Unfälle

Einen Schwerpunkt bei den Instandhaltungsunfällen bilden Absturzunfälle, die sich besonders bei Arbeiten auf Leitern oder auf ungesicherten hoch gelegenen Arbeitsplätzen ereignen. Instandhaltungsarbeiten an laufenden Maschinen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Zur Arbeitserleichterung oder zur Vermeidung von Stillstandszeiten werden Schutzeinrichtungen umgangen oder unwirksam gemacht.

Instandhalter sind auch Gefährdungen durch Gase, Dämpfe, Stäube, Hitze und unter Druck stehenden Medien ausgesetzt. Durch eine gefährliche Umgebung können Brände und Explosionen oder Gesundheitsschäden entstehen.

Die Ursache für das überdurchschnittliche Unfallgeschehen liegt häufig in der fehlenden oder unzureichenden organisatorischen Vorbereitung von Instandhaltungsarbeiten.

Oft werden Instandhaltungsarbeiten unter Zeitdruck durchgeführt. Ständig wechselnde Arbeitsbedingungen, Aufgaben und Örtlichkeiten setzen vor Arbeitsbeginn immer eine Gefährdungsbeurteilung voraus. Dieses Bewusstsein muss gerade bei Instandhaltern ständig trainiert werden.

Beim Erreichen des Einsatzortes muss sich der Instandhalter folgende Fragen stellen:

  • Welche Gefährdungen sind vorhanden?

  • Welche Auswirkungen haben diese Gefährdungen auf mich?

  • Wie kann ich mich schützen?

Die Beantwortung dieser Fragen und eine gezielte Vorbereitung von Instandhaltungsarbeiten in Verbindung mit Instandhaltungsanweisungen und Unterweisungen bietet die Voraussetzung für mehr Sicherheit bei der Instandhaltung.

Die vorliegende BG-Information soll zur Ermittlung von Gefährdungen beitragen und Maßnahmen aufzeigen, die zu einer sicheren Instandhaltung führen.

Bild 3: Besondere Gefährdung des Instandhaltungspersonals

Redaktionelle InhaltsübersichtAbschnitt
  
Instandhaltung an Maschinen und Anlagen1
Sicherheit bei der Instandhaltung1.1
Planung von Instandhaltungsarbeiten1.2
Sicherheit durch regelmäßige Instandhaltung1.3
Instandhaltungsarbeiten mit Absturzgefahr2
Ortsfeste Arbeitsbühnen2.1
Fahrgerüste2.2
Hubarbeitsbühnen2.3
Arbeitsbühnen an Gabelstaplern2.4
Leitern2.5
Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gegen Absturz2.6
Betreten von Dächern2.7
Gefahrstoffe bei Instandhaltungsarbeiten3
Gefährdungsermittlung3.1
Schutzmaßnahmen3.2
Reinigungsarbeiten mit Lösemitteln3.3
Schweiß- und Schneidarbeiten3.4
Brand- und Explosionsgefahren durch Instandhaltungsarbeiten4
Schweiß-, Schneid- und Anwärmarbeiten4.1
Arbeiten an Behältern4.2
Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten und Gasen4.3
Gefährdungen durch elektrischen Strom5
Wirkung des Stromes auf den Menschen5.1
Gefährdungen und Schutzmaßnahmen beim Elektroschweißen5.2
Erhöhte elektrische Gefährdung5.3
Regelmäßige Prüfung elektrischer Betriebsmittel5.4
Sicherheitsregeln für den Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln5.5
Gebrauch von Werkzeugen6
Transportarbeiten7
Transport von Hand7.1
Einsatz von Hilfsmitteln7.2
Transport mit Hebezeugen7.3
Instandhaltungsarbeiten in engen Räumen8
Alleinarbeitsplätze9
Koordinierung und Verantwortung bei Instandhaltungsarbeiten10
Erste Hilfe11
Vorschriften und Regeln12
Unfallverhütungsvorschriften12.1
BG-Regeln12.2
Verordnungen und Technische Regeln12.3
Berufsgenossenschaftliche Prüfvorschriften13