DGUV Information 205-002 - Brandschutz bei feuergefährlichen Arbeiten BGHW-Kompa...

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Abschnitt 1.1, Zur Erläuterung:
Abschnitt 1.1
Brandschutz bei feuergefährlichen Arbeiten BGHW-Kompakt M 19 (bisher: BGI 563)
Titel: Brandschutz bei feuergefährlichen Arbeiten BGHW-Kompakt M 19 (bisher: BGI 563)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.1 – Zur Erläuterung:

Je nach Arbeitsverfahren entstehen unterschiedlich viele und große glühende Partikel. Die Ausbreitung dieser Brennschneidpartikel ist von vielen Faktoren abhängig. Die Reichweite von den wegfliegenden glühenden Partikeln setzt sich dabei aus der Flug- und Rollweite zusammen.

  • Beim Gasschweißen und Lichtbogenschweißen mit Stabelektrode fallen relativ wenige und kleine Schweißfunken an. Die horizontale Flugweite ist dabei gering. Die Funken fallen von der Arbeitsstelle fast senkrecht nach unten. Die Reichweite wird deshalb wesentlich durch die Rollwirkung der Einzelpartikel bestimmt. Auf harten und glatten Untergrund erfolgt die Ausbreitung kreisförmig um die Arbeitsstelle.

  • Beim Brennschneiden entstehen viele große Schweißfunken. Die Reichweite der Funken ist dabei in Schneidrichtung am größten und kann bei ungehinderter Ausbreitung bis zu max. 7,5 m betragen. Nach dem Auftreffen auf hartem und glattem Untergrund rollen die Partikel noch bis zu ca. 2,5 m weiter. Bei diesem Verfahren spritzen die Partikel auch nach oben, unten und hinten weg. Damit ist der feuergefährdete Bereich auch in diese Richtungen auszudehnen. Die hierbei zu tragende Arbeitskleidung soll den Körper ausreichend bedecken und darf nicht mit entzündlichen Stoffen verunreinigt sein; keine Kleidungsstücke aus Gewebe mit hohem Kunstfaseranteil tragen.

In der Tabelle 1 sind Anhaltswerte für die Ausbreitung von glühenden Partikeln, bezogen auf das Arbeitsverfahren, angegeben. Aus dieser Zone sind beim Schweißen sämtliche brennbaren Gegenstände und Stoffe zu entfernen; siehe auch Punkt 4 des Erlaubnisscheines.

Tabelle 1:
Anhaltswerte zur Bestimmung brandgefährdeter Bereiche

Brand- und explosionsgefährdeter Bereich:Horizontale Reichweite (bei üblichen Arbeitshöhen von ca. 2 bis 3 m)Vertikale Reichweite
Arbeitsverfahren: nach obennach unten
Löten mit Flammebis zu 2 mbis zu 2 mbis zu 10 m
Schweißen (Manuelles Gas- u. Lichtbogenschweißen)bis zu 7,5 mbis zu 4 mbis zu 20 m
Thermisches Trennenbis zu 10 mbis zu 4 mbis zu 20 m

Da die wegfliegenden glühenden Metallpartikel z.T. noch eine Temperatur von 500-1000 C aufweisen, haben sie die Fähigkeit, andere Materialien zu entflammen. Die Zündtemperatur der meisten gebräuchlichen Stoffe liegt zwischen 200-400 C. Solche Stoffe sind: Holzwolle, Hobelspäne, Polyurethanschaum, ölgetränkte Sägespäne und Putzlappen, Styropor, PVC, Textilien, Faserstoffe, Isolierstoffe, bei längerer Einwirkung auch Pappe, Packmaterial, Holzteile und Spanplatten.

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