DGUV Information 205-001 - Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bis...

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Abschnitt 3, 3. Brandbekämpfung ist Sache aller
Abschnitt 3
Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bisher: BGI 560)
Titel: Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bisher: BGI 560)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – 3. Brandbekämpfung ist Sache aller

Die Verhütung und Bekämpfung von Bränden und Explosionen ist eine Gemeinschaftsaufgabe aller im Betrieb Tätigen.

Unternehmer und Führungskräfte müssen:

  • die zur Verhütung von Entstehungsbränden erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen treffen

  • die zur Brandbekämpfung erforderlichen Einrichtungen schaffen und unterhalten sowie deren Benutzung üben lassen

  • die Versicherten auf die mit ihrer Beschäftigung verbundenen Brandgefahren hinweisen und in der Vermeidung und Abwendung dieser Gefahren unterweisen

Der Betriebsrat hat auch auf diesem Gebiet Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte wahrzunehmen.
Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Brandschutzbeauftragten und die Sicherheitsbeauftragten haben den Unternehmer und den Betriebsrat bei der Durchführung dieser Aufgaben zu beraten bzw. die Vorgesetzten zu unterstützen.

Die Beschäftigten müssen:

  • den Weisungen zur Brandverhütung Folge leisten

  • durch ihr Verhalten alle Maßnahmen zur Verhütung von Bränden und Explosionen unterstützen

In größeren Betrieben hat sich der Aufbau einer Brandschutzorganisation bewährt. Sie erleichtert die Koordination allertechnischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen.

Brandschutzbeauftragte werden durch fachspezifische Vorschriften im Unternehmen verstärkt gefordert.
Fachliche Anforderungen und Ausbildungsumfang sind in der BG-Information "Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten" (BGI 847, zur Zeit in Überarbeitung) festgelegt.

Aufgaben von Brandschutzbeauftragten

Brandschutzbeauftragte sollen den Brandschutz-Verantwortlichen eines Betriebes/einer Organisation, z. B. Arbeitgeber/Unternehmer, Betriebsleiter, Behördenleiter, in allen Fragen des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutzes, insbesondere bei den nachfolgenden Aufgaben, beraten und unterstützen:

  • Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen

  • Gestaltung von Arbeitsverfahren und Einsatz von Arbeitsstoffen

  • Ermitteln von Brand- und Explosionsgefahren

  • Erstellen eines Brandschutzkonzeptes

  • Instandhaltung von Brandschutz-Einrichtungen

  • Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden, Feuerwehr und Feuerversicherer

  • Aufstellen des Brandschutzplanes, z. B. Brandalarmplan, Flucht- und Rettungsplan

  • Ausbildung von Mitarbeitern, z. B. Brandschutzhelfer, unterwiesene Personen

Ausbildung des Brandschutzbeauftragten

Muster-Lehrplan zur Ausbildung des Brandschutzbeauftragten:

Themen:

  1. 1

    Rechtliche Grundlagen

  2. 2

    Brandlehre

  3. 3

    Brandrisiken

  4. 4

    Baulicher Brandschutz

  5. 5

    Anlagentechnischer Brandschutz

  6. 6

    Handbetätigte Geräte zur Brandbekämpfung

  7. 7

    Organisatorischer Brandschutz

  8. 8

    Behörden, Feuerwehren, Versicherer

  9. 9

    Abschlussprüfung

Brandschutzhelfer

Der Unternehmer hat eine ausreichende Anzahl von Versicherten durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen. Die ausreichende Anzahl von Versicherten (Brandschutzhelfer) ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Soweit keine besondere Brandgefahr vorhanden ist, haben sich ca. 5 % der Beschäftigten als ausreichend erwiesen. Bei höherer Brandgefährdung(siehe auch BG-Regel "Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern" [BGR 133]), der Anwesenheit großer Personenmengen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität kann eine größere Anzahl von Brandschutzhelfern erforderlich sein.

Bei der Anzahl der Versicherten sollen auch Schichtbetrieb, Abwesenheit einzelner Personen, z. B. Fortbildung, Ferien, Krankheit und Personalwechsel, berücksichtigt werden.

Die Brandschutzhelfer sind im Hinblick auf ihre Aufgaben auszubilden (siehe § 10 Arbeitsschutzgesetz). Als sinnvoll und praktikabel hat sich eine 1/2-tägige Ausbildungsdauer herausgestellt.

Zum Ausbildungsinhalt sollten neben den Grundzügen des vorbeugenden Brandschutzes Kenntnisse über die Funktions- und Wirkungsweise von Feuerlöschgeräten sowie über das Verhalten im Brandfall gehören.

Praktische Übungen (Löschübungen) im Umgang mit Feuerlöschgeräten sollten ebenfalls zur Ausbildung gehören. Durch diese kann die Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit der Geräte erfahren werden.

Es empfiehlt sich, diese Ausbildung in Abständen von drei bis fünf Jahren aufzufrischen.

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