DGUV Information 205-001 - Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bis...

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Abschnitt 9.3, 9.3 Klassifizierung von Bauteilen
Abschnitt 9.3
Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bisher: BGI 560)
Titel: Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bisher: BGI 560)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9.3 – 9.3 Klassifizierung von Bauteilen

Außer der Zuordnung von Baustoffen zu Baustoffklassen ist die Klassifizierung von Bauteilen geregelt. Hierzu zählen Decken, Stützen, Unterzüge, Lüftungsleitungen, tragende und nicht tragende Wände, Brandschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschachtwänden, Verglasungen, Lüftungsleitungen, Installationsschächte und -kanäle.

Stahlkonstruktionen

Die Forderung, nur solche Baustoffe und Bauteile einzusetzen, die sich im Brandfall gegenüber den Auswirkungen des Brandes als genügend widerstandsfähig erweisen, lässt sich mit einer Stahlkonstruktion nur durch besondere zusätzliche Maßnahmen erfüllen.

Stahl erhält nur in Verbindung mit speziellen wärmeisolierenden Brandschutzmaßnahmen, wie:

  • Brandschutzanstrich, der im Brandfalle aufschäumt

  • Betonschalung

  • Ummantelung mit nicht brennbaren, wärmeisolierenden Stoffen

eine ausreichende Feuerwiderstandsfähigkeit.

Holz

Der Baustoff Holz verhält sich brandschutztechnisch günstiger. Dachträger aus Holz verkohlen zwar, behalten ihre Tragfähigkeit jedoch länger als ungeschützte Tragkonstruktionen aus Stahl.

Brandschutzverglasungen

Brandschutzverglasungen finden weltweiten Einsatz in den folgenden Anwendungsfeldern:

  • Glastrennwände

  • leichte Trennwände

  • Fassaden

  • Dächer

  • Türkonstruktionen

  • Rauchschutztüren

  • Rauchschürzen usw.

Für all diese Anwendungsbereiche sind bauaufsichtliche Zulassungen erforderlich.

Unter Brandschutzverglasung sind stets ganze Systeme zu verstehen, also nicht nur das eigentliche Brandschutzglas, sondern vielmehr die gesamte Konstruktion (Glas, Rahmen, Dichtung und Befestigungsmaterial), die nach DIN geprüft und eingestuft wird.

Grundsätzlich werden Brandschutzverglasungen in zwei Kategorien unterschieden:

  • G-Verglasungen:
    Sie verhindern den Flammen- und Brandgasdurchtritt entsprechend der angegebenen Zeit, z. B. G 30, ... G 120, die Brandhitze kann sich ausbreiten.

  • F-Verglasungen:
    Sie müssen neben der Rauch- und Flammendichtigkeit auch eine Übertragung des Brandherdes durch Hitzestrahlung im geforderten Zeitraum unterbinden, z. B. F 30, ... F 120. Vorwiegend werden F-Verglasungen im Innenbereich angewendet.

Brandschutzverglasungen müssen immer entsprechend ihrem Zulassungsbescheid eingebaut und abgedichtet werden.

Bild 9-5: Brandschutztür