DGUV Information 209-014 - Lackierer (bisher: BGI 557)

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Abschnitt 8, 8. Einrichtungen
Abschnitt 8
Lackierer (bisher: BGI 557)
Titel: Lackierer (bisher: BGI 557)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8 – 8. Einrichtungen

Das regelmäßige Spritzen oder Sprühen von leicht entzündlichen oder entzündlichen Beschichtungsstoffen darf nur an Ständen, an Wänden, in Kabinen oder in ähnlichen Einrichtungen ausgeführt werden. Häufigste Einrichtung in Lackierbetrieben ist ein nach einer Seite offener Spritzstand, vor dem sich der Arbeitsplatz des Lackierers befindet. Das zu lackierende Gut steht innerhalb des Standes. Lack und Lösemittel, die am Arbeitsstück vorbeispritzen (Overspray), werden durch das Filtersystem (Nass- oder Trockenfilter) aus der Abluft entfernt.

Bei Verdüsung des Beschichtungsstoffes mit Luft wird eine Luftgeschwindigkeit an der Eintrittsöffnung des Spritzstandes von ca. 0,5 m/s empfohlen. Diese Luftgeschwindigkeit kann sicherlich bei Änderung des Auftragsverfahrens, beispielsweise auf Airless-Verfahren, elektrostatisches Sprühen, niedriger gehalten werden.

Andererseits ist zu beachten, dass die Wirksamkeit des Abluftsystems z. B. durch die Anordnung sperriger Werkstücke vor einer Spritzwand erheblich vermindert werden kann. Für größere Werkstücke wird das Lackieren in Spritzkabinen empfohlen. Deren Wirksamkeit wurde bereits unter dem Abschnitt Lüftung beschrieben.

Tauchbehälter müssen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen und so beschaffen sein, dass sich ein im Behälter entstehender Brand nicht auf die Umgebung ausbreiten kann, z. B. durch Abdeckungen, Löscheinrichtungen.

Vagabundierende Lösemitteldämpfe müssen abgesaugt werden. Am wirksamsten sind hier Randabsaugungen. Mit Absaughauben wird der Lackierraum mit entlüftet, jedoch die Tauchbehälteroberfläche zur Abführung der Lösemitteldämpfe nicht ausreichend erfasst.

Mit der Handhabung der elektrischen Schalteinrichtung für den Lackierbereich - insbesondere für den Gefahrfall - sollte sich der Lackierer vertraut machen. Sehr oft sind Leuchten und Motoren betriebsmäßig Spritz- und Sprühnebeln ausgesetzt. Deshalb müssen diese Einrichtungen durch Bleche oder Glas zusätzlich abgedeckt sein.

IP-Schutzarten in feuergefährdeten Bereichen sind:

  • für Elektromotoren mindestens IP 44

  • für Leuchten mindestens IP 54

Zusätzlich sind beim Verarbeiten von lösemittelhaltigen Lacken in explosionsgefährdeten Bereichen folgende Bestimmungen für die Auswahl der Betriebsmittel einzuhalten:

  1. 1.

    Nach bisherigem Recht (bis 30.06.2003), Gemäß DIN VDE 0165 (Febr. 1991):

    • Abschnitt 6.1 für Zone 1

    • Abschnitt 6.3 für Zone 2

  2. 2.

    Nach neuem Recht (ab 20.12.1996):

    • für Zone 1: Betriebsmittel der Gerätegruppe II und der Gerätekategorie 2G nach der EG-Richtlinie 94/4/EG (ATEX 95) bzw. Explosionsschutz-VO (11. GPSGV)

    • für Zone 2: Betriebsmittel der Gerätegruppe II und der Gerätekategorie 3G nach der EG-Richtlinie 94/4/EG (ATEX 95) bzw. Explosionsschutz-VO

(11. GPSGV).
Weitere hilfreiche und detaillierte Hinweise sind in der BG-Information "Lackierräume und -einrichtungen für flüssige Beschichtungsstoffe - Bauliche Einrichtungen, Brand- und Explosionsschutz, Betrieb" (BGI 740) zu finden.