DGUV Information 209-014 - Lackieren und Beschichten (DGUV Information 209-014 )

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.4, 3.4 Streichen und Rollen
Abschnitt 3.4
Lackieren und Beschichten (DGUV Information 209-014 )
Titel: Lackieren und Beschichten (DGUV Information 209-014 )
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – 3.4 Streichen und Rollen

Das Auftragen von Hand (Streichen und Rollen) wird neben dem Spritzverfahren noch häufig angewendet. Durch Streichen oder Rollen können höherviskose Materialien verarbeitet werden als durch Spritzen oder Tauchen, das heißt, es können Beschichtungsstoffe mit höherem Festkörperanteil verarbeitet werden.

3.4.1 Gefährdungen

Tabelle 23
Gefährdungen beim Streichen und Rollen

Gefährdungen
Wasserbasierte Produkte
  • Reizende bis ätzende Wirkung auf Haut und Augen

Lösemittelhaltige Produkte
  • Reizende Wirkung auf Haut und Augen

  • Gesundheitsschädlich beim Einatmen und bei Hautkontakt

  • Mit Luft können sich explosionsfähige Gemische bilden.

  • Kriechende Dämpfe können auch in größerer Entfernung zur Entzündung führen.

Bei einigen Produkten besteht die Gefahr der Sensibilisierung und des Auslösens einer Allergie der Haut (z. B. Epoxide) oder der Atemwege (z. B. Isocyanate).

3.4.2 Schutzmaßnahmen

Tabelle 24
Schutzmaßnahmen beim Streichen und Rollen

Schutzmaßnahmen Zusätzliche Schutzmaßnahmen
Substitution
Wenn möglich, Produkte mit geringerer Gefährdung verwenden.
Beispiele:
  • Wasserbasierte Produkte statt lösemittelhaltiger Produkte

  • Produkte mit einem Flammpunkt von > 40C

  • Keine sensibilisierenden Produkte

 
Technische
Keine Bei unzureichender Lüftung (z. B. in engen Räumen, Behältern, bei Verarbeitung von großen Mengen):
  • Absaugung oder technische Belüftung verwenden.

Bei Brand- und Explosionsgefährdungen:
  • Explosionsgeschützte Absaugung oder Belüftung verwenden.

Organisatorische
  • Gute Belüftung an den Arbeitsplätzen (z. B. Fenster und Türen öffnen)

  • Gefäße nicht offen stehen lassen oder abdecken.

  • Vorratsmenge am Arbeitsplatz auf einen Schichtbedarf beschränken.

Bei Brand- und Explosionsgefährdungen:
  • Entstehende Lösemitteldämpfe sind von Zündquellen (auch elektrische Geräte ohne Explosionsschutz) fernzuhalten, nicht rauchen, offene Flammen vermeiden!

  • Auf Baustellen Arbeitsplatz abgrenzen.

  • Wechselwirkungen mit anderen Arbeitsplätzen berücksichtigen.

  • Zahl der gefährdeten Personen möglichst gering halten.

Persönliche
  • Bei Spritzgefahr: Schutzhandschuhe benutzen, z. B. aus Nitrilkautschuk oder Butylkautschuk.

  • Bei Spritzgefahr Augenschutz (Gestellbrille) benutzen.

  • Arbeitskleidung benutzen.

In schlecht belüfteten Räumen, engen Räumen, Behältern, Schächten oder Silos:
  • Atemschutz mit Gasfilter A benutzen.