DGUV Information 209-014 - Lackierer (bisher: BGI 557)

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Abschnitt 3, 3. Zubereiten
Abschnitt 3
Lackierer (bisher: BGI 557)
Titel: Lackierer (bisher: BGI 557)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – 3. Zubereiten

Zum Zubereiten zählen beispielsweise Lösen, Verdünnen, Mischen, Erwärmen, Umfüllen und Bereitstellen von Beschichtungsstoffen am Arbeitsplatz. Der Lack wird an Mischplätzen oder in besonderen Mischräumen auf seine Verarbeitungsviskosität eingestellt oder pigmentiert. Auch an diesen Arbeitsplätzen ist für ausreichende Lüftungsmaßnahmen zu sorgen.

Farbmischanlagen bestehen aus Regalfarbmischgerät, Mikrofilmlesegerät/Mischcomputer und Waage. Die sicherheitstechnischen Anforderungen können je nach Aufstellungsort (z. B. gesonderter Farbmischraum, andere Arbeitsräume, Lacklager) recht unterschiedlich sein. Für den Brandschutz gelten die Forderungen des Kapitels 2.29 "Verarbeiten von Beschichtungsstoffen" der BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmiteln" (BGR 500).

Danach ist der Bereich von 5 m um die Verarbeitungsstelle ein "feuergefährdeter Bereich" und entsprechend zu kennzeichnen. Für die Explosionsschutzmaßnahmen und die Ausdehnung der explosionsgefährdeten Bereiche ist auch hier der Flammpunkt des verwendeten Lackes maßgebend.

Werden ausschließlich Beschichtungsstoffe, Lösemittel o. Ä. mit einem Flammpunkt verarbeitet, der ausreichend (mindestens 5 K bei reinen Lösemitteln bzw. mindestens 15 K bei Lösemittelgemischen) über der Verarbeitungstemperatur liegt, ist mit Explosionsgefährdung nicht zu rechnen.

Werden Beschichtungsstoffe, Lösemittel o. Ä. mit einem Flammpunkt, der nicht ausreichend über der Verarbeitungstemperatur liegt, verarbeitet, sollte Folgendes berücksichtigt werden: In Räumen, in denen Beschichtungsstoffe, Lösemittel o. Ä. zum Teil aus offenen Behältern abgefüllt, gemischt, umgefüllt oder umgepumpt werden, gilt:

  • bei natürlicher Lüftung: 1 m um die Verarbeitungsstelle Zone 1, weitere 2 m Zone 2

  • bei technischer Lüftung: 1 m um die Verarbeitungsstelle Zone 1, weitere 1 m Zone 2

  • bei Absaugung an der Verarbeitungsstelle: 0,5 m um die Verarbeitungsstelle Zone 2

An Farbmischregalen mit ausschließlich selbstschließenden Einzelgebinden ist mit Explosionsgefährdung nicht zu rechnen. An Farbmischregalen mit nicht nur selbstschließenden Einzelgebinden von höchstens 5 Litern gilt:

  • bei natürlicher Lüftung: bis zu einer Höhe von 0,5 m über der Farbmischwaage und bis zu 2 m um das Zielgebinde und 0,5 m über Flur: Zone 2

  • bei technischer Lüftung: 0,5 m um die Farbmischwaage und 0,2 m über Flur: Zone 2

Hinsichtlich der baulichen Maßnahmen und Kennzeichnung gelten für solche Misch- und Bereitstellungsräume dieselben Anforderungen wie an Lacklager. Explosionsgefährdete Bereiche sind gleichzeitig feuergefährdete Bereiche.

Bei größerem Verbrauch von Beschichtungsstoffen wird die Beschaffung einer Material-Umlaufanlage mit sauberer Trennung zwischen Zubereiten und Abnahme am Arbeitsplatz empfohlen.

Beim Umfüllen von Lösemitteln und Lacken besteht die Gefahr der Bildung elektrostatischer Elektrizität. Zur Vermeidung eines zündfähigen Funkens müssen alle verwendeten Gefäße oder Behälter über eine flexible metallische Verbindung miteinander verbunden und elektrostatisch geerdet werden. Die Befestigung kann mit Klammern vorgenommen werden.

Auch Wasserlack wird nicht im verarbeitungsfähigen Zustand angeliefert. Vor dem Verarbeiten wird vorbehandeltes Wasser zugegeben. Es muss darauf hingewiesen werden, dass auch Wasserlacke leicht entzündlich oder entzündlich sein sowie gesundheitsschädliche Stoffe enthalten können.

Die BG-Information "Lösemittel" (BGI 621) informiert über die Gefahren von Lösemitteln, nennt Schutzmaßnahmen zur Vermeidung gefährlicher Konzentrationen durch Absaugung und Belüftung, durch persönliche Schutzausrüstungen bei Beseitigung bzw. Aufarbeitung gebrauchter Lösemittel und gibt Hinweise für eine sachbezogene Erste Hilfe.