DGUV Information 209-014 - Lackierer (bisher: BGI 557)

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Abschnitt 2, 2. Lacklagerung
Abschnitt 2
Lackierer (bisher: BGI 557)
Titel: Lackierer (bisher: BGI 557)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2. Lacklagerung

Für die Lagerung von Lacken und Lösemitteln sind die Betriebssicherheitsverordnung und die Bestimmungen der Technischen Regel für brennbare Flüssigkeiten TRbF 20 "Läger" zu beachten. Beim Lagern von brennbaren Flüssigkeiten ist mit Brand- und Explosionsgefahren zu rechnen.

Die Anforderungen für das sichere Lagern brennbarer Flüssigkeiten aller Gefahrklassen (nach Gefahrstoffverordnung [GefStoffV] und Betriebssicherheitsverordnung [BetrSichV] - siehe Bild 2-1) sind in der TRbF 20 zusammengefasst.

Allerdings ist die bisherige Anzeigepflicht für Lager gemäß VbF entfallen. Nach Betriebssicherheitsverordnung sind Lager nur noch dann erlaubnisbedürftig, wenn mehr als 10.000 Liter entzündliche, leicht entzündliche oder hoch entzündliche Flüssigkeiten gelagert werden.

Unzulässig ist die Lagerung von Lacken und Lösemitteln in Durchgängen und Durchfahrten, in Treppenräumen, in allgemein zugänglichen Fluren, auf Dächern sowie in deren Dachräumen.

Auch die baulichen Anforderungen an ein Lacklager sind in der TRbF 20 geregelt. Neben den baulichen Anforderungen ist eine wirkungsvolle Durchlüftung des Lacklagers von primärer Bedeutung. Weitere allgemeine Sicherheitsanforderungen, z. B. für den Explosionsschutz und den Verkehr mit Fahrzeugen, findet man in Abschnitt 8.8.1 (11) TRbF 20.

Beim Verarbeiten von Beschichtungsstoffen erfolgt die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten praktisch ausschließlich in gefahrgutrechtlich zulässigen ortsbeweglichen Behältern (z. B. Gebinde, Kanister, Fässer, Tankcontainer).

Das Lagern regelt die TRbF 20, das Bereitstellen (max. den Bedarf für eine Schicht) regelt Kapitel 2.29 "Verarbeiten von Beschichtungsstoffen" der BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR 500).

Die Anforderungen an die Lüftung und den Explosionsschutz der Lagerräume wurden erheblich praxisnäher geregelt. Es ergeben sich damit viele Lösungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Betriebe für passive und aktive Lagerung.

Der wesentliche Unterschied zur bisherigen Regelung der explosionsgefährdeten Bereiche (Zonen) liegt darin, dass in einem Lagerraum nach TRbF 20, in dem auch abgefüllt wird (also bei aktiver Lagerung), nur noch der Abfüllbereich als Zone 1 eingestuft wird, nicht mehr wie früher grundsätzlich der gesamte Lagerraum.

Nochmals zur Verdeutlichung: Die Einstufung in Zone 1 gilt unabhängig von der Art der Abfüllung und abgefüllten Menge.

Die Größe bzw. Ausdehnung des explosionsgefährdeten Bereiches der Zone 1 hängt jedoch davon ab, wie und welche Menge abgefüllt wird und welche örtlichen Lüftungsverhältnisse am Abfüllplatz (Objektabsaugung, Raumabsaugung) vorliegen. Daher lässt sich die Ausdehnung des explosionsgefährdeten Bereiches, der in Zone 1 eingestuft wird, nur im Einzelfall festlegen. Dies kann in Anlehnung an die Beispielsammlung der BG-Regel "Explosionsschutz-Regeln (EX-RL)" (BGR 104) Punkt

  • 2.2.1 Abfüllen in verschließbare Gebinde und Behälter

    und

  • 2.2.2 Abfüllen in offene Behälter

geschehen. Für alle Betriebsmittel in Zone 1 müssen mindestens Geräte der Gerätegruppe II der Gerätekategorie 2G verwendet werden.

Flammpunkt CGeltungsbereich
GefStoffV/BetrSichV
Geltungsbereich ehemalige VbF
> 100--
> 55 ... 55-nicht wasserlöslich A III
21 ...55entzündlich R 10nicht wasserlöslich A II
<21leicht entzündlich F, R 11nicht
wasserlöslich
A I


wasserlöslich
B
< 0 und Siedepunkt 35
  • hoch entzündlich F+, R 11

 
Flammpunkt (FP): Unter festgelegten Prüfbedingungen ermittelte niedrigste Temperatur, bei der sich aus einer Flüssigkeit Dämpfe in solcher Menge entwickeln, dass sie mit der über dem Flüssigkeitsspiegel stehenden Luft ein entflammbares Gemisch ergeben (DIN 55945).

Tabelle 2-1: Einteilung der brennbaren Flüssigkeiten

 Art der BehälterLagermenge in Liter
A I und A II oder B
1.Wohnungen und Räume, die mit Wohnungen in unmittelbarer, nicht feuerbeständig abschließender Verbindung stehenzerbrechliche Gefäße 15
sonstige Gefäße15
2.Keller von Wohnhäusernzerbrechliche Gefäße 1 5
sonstige Gefäße2020
3.Verkaufs- und Vorratsräume des Einzelhandels mit einer Grundfläche   
3.1bis 60 m2zerbrechliche Gefäße 5 10
sonstige Gefäße60120
3.2über 60 bis 500 m2zerbrechliche Gefäße 20 40
sonstige Gefäße200400
3.3über 500 m2zerbrechliche Gefäße 30 60
sonstige Gefäße300600

Tabelle 2-2: Zulässige Lagermengen an bestimmten Orten (Tafel 1 TRbF 20)

Die Einhaltung der TRbF 20 erfüllt die Forderung des § 5 Arbeitsschutzgesetz hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilung durch Brand- und Explosionsgefahren für die Arbeitnehmer.

Lagerräume dürfen nicht anderweitig genutzt werden; in ihnen dürfen sich keine Feuerstätten befinden (siehe Abschnitt 5.4.1 (11) TRbF 20).

Passive Lagerung
ist das Aufbewahren brennbarer Flüssigkeiten in gefahrgutrechtlich zulässigen Tankcontainern und ortsbeweglichen Gefäßen, die dicht verschlossen sind und die während des Aufbewahrens im Lager weder befüllt noch entleert noch zu sonstigen Zwecken geöffnet werden.

Aktive Lagerung
ist das Aufbewahren brennbarer Flüssigkeiten in Tankcontainern oder ortsbeweglichen Gefäßen, die am Ort ihrer Lagerung ortsfest als Entnahme- oder Sammelbehälter benutzt oder zu sonstigen Zwecken geöffnet werden.

Gerätegruppe II
Geräte und Komponenten im Sinne der Explosionsschutzverordnung (11. GPSGV) werden eingestuft in Gerätegruppen und -kategorien.

Gerätegruppe II umfasst die Geräte, die in von Gasen, Dämpfen, Nebel oder Stäuben erzeugten explosionsgefährdeten Bereichen verwendet werden, außer die Bereiche im Bergbau oder deren oberirdische Anlagen.

Gerätekategorien
Gerätekategorien unterscheiden Geräte in "G" für den Einsatz in gasexplosionsgefährdeten Bereichen (gas protected) und "D" für den Einsatz in staubexplosionsgefährdeten Bereichen (dust protected). Da es sich in der Regel um den Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten handelt, kommen praktisch nur Geräte mit der Kennzeichnung "G" zur Verwendung.

Auf die notwendige Kennzeichnung von ortsbeweglichen Gefäßen nach der Gefahrstoffverordnung, z. B. Flaschen, Kanister, Fässer und vergleichbare Behälter, wird in Abschnitt 6 TRbF 60 "Ortsbewegliche Behälter" hingewiesen (siehe auch Abschnitt 4 "Kennzeichnung").

Des Weiteren enthält die TRbF 20 Anforderungen, z. B. über das richtige Stapeln ortsbeweglicher Gefäße mit Angaben wie Lagerhöhe, Fallhöhe, Schutz gegen außergewöhnliche Erwärmung, Betriebsanweisung