DGUV Information 209-014 - Lackierer (bisher: BGI 557)

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Abschnitt 22, 22. Trockner für Beschichtungsstoffe
Abschnitt 22
Lackierer (bisher: BGI 557)
Titel: Lackierer (bisher: BGI 557)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 22 – 22. Trockner für Beschichtungsstoffe

Der Betrieb von Trocknern für Beschichtungsstoffe ist im Kapitel 2.28 "Betreiben von Trocknern für Beschichtungsstoffe" der BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR 500) geregelt.

Es ist darauf hinzuweisen, dass seit dem 01.01.1995 die Hersteller von Lacktrocknern die DIN EN 1539 "Trockner und Öfen, in denen brennbare Beschichtungsstoffe freigesetzt werden; Sicherheitsanforderungen" zu beachten haben. Für die jeweiligen Beheizungsarten sind die entsprechenden Regeln der Technik einzuhalten.

Für den Betrieb ist es wichtig, dass der Betreiber je nach der Leistungsfähigkeit des Lacktrockners, die sowohl dem Fabrikschild als auch der Betriebsanleitung entnommen werden kann, eine Beschickungsanweisung aufstellt. Diese Beschickungsanweisung muss Angaben über die höchstzulässige Lösemittelmenge enthalten, die in den Lacktrockner eingebracht werden darf. Dabei sind Größe und Anzahl der zu trocknenden Teile, die Taktfolge der Beschickung und die beschichteten Oberflächen zu berücksichtigen.

Bei Einhaltung dieser Festlegungen wird der Trockner hinsichtlich seines Lufthaushaltes mit dem Ziel der Unterschreitung der unteren Explosionsgrenze nicht überfordert. Der Betrieb von Trocknern bedarf also besonderer Regelungen und technischer Lösungen (ein Beispiel zeigt Bild 22-1).

Bild 22-1: Kammertrockner

Von Trocknern angesaugte Spritznebeldämpfe können sich im Trockner entzünden und bei Rückzündung zur Explosion, z. B. des Spritzstandes, führen. Soweit Trockner mit z. B. Spritzwänden, -ständen, -kabinen verkettet sind, ist deshalb ein Abstimmen der Sicherheitsmaßnahmen (vorrangig der technischen Lüftung) erforderlich.

Insbesondere sind Lösemitteldämpfe, die z. B. aus der vorgeschalteten Auftragseinrichtung durch den Trockner angesaugt werden, bei der Berechnung des Mindestabluftvolumenstromes des Trockners zu berücksichtigen.

An Trocknern müssen folgende Angaben in deutscher Sprache deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein:

  1. 1.

    An allen Trocknern

    • Hersteller oder Lieferer

    • Typ, Baujahr oder Herstellnummer

    • höchstzulässige Trocknungstemperatur in Grad Celsius (Nenntemperatur)

    • höchstzulässige Menge oder Durchsatz an/von brennbaren Stoffen, die freigesetzt werden

    • Mindestabluft-Volumenstrom bei 20C in m3/h bei höchstzulässiger Menge oder höchstzulässigem Durchsatz an/von brennbaren Stoffen, die freigesetzt werden

    • höchstzulässige Temperatur der Heizflächen in C oder "über 750C"

  2. 2.

    An Kammertrocknern zusätzlich:

    • Nutzraum in m3

    • Gesamtdampfraum in m3

Grundsätzlich müssen Kammertrockner in Bereichen aufgestellt und betrieben werden, die nicht explosionsgefährdet sind. Dies ist besonders dann zu beachten, wenn Trockner in Lackierräumen oder -bereichen aufgestellt werden sollen. Zur Festlegung der explosionsgefährdeten Bereiche an Spritzlackierarbeitsplätzen siehe Abschnitt 5.