DGUV Information 209-014 - Lackierer (bisher: BGI 557)

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Abschnitt 1, 1. Vorbehandlung
Abschnitt 1
Lackierer (bisher: BGI 557)
Titel: Lackierer (bisher: BGI 557)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1 – 1. Vorbehandlung

Schon bei der für eine gute Lackierung erforderlichen Vorbehandlung durch Reinigen und Entfetten des Lackiergutes gilt es aufzupassen. Beim Reinigen und Entfetten wird einerseits mit organischen Lösemitteln (z. B. überwiegend mit Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen, seltener mit Chlorkohlenwasserstoffen und Fluorkohlenwasserstoffen) sowie so genannten Kaltreinigern umgegangen, andererseits werden mit steigender Tendenz wässrige Reinigungsmedien verwendet. Dabei kommen häufig Gefahrstoffe zum Einsatz. Vorschriften und Regeln weisen auf die Gefahren beim Umgang mit Reinigungs- und Entfettungsmitteln hin. Sie geben auch Hinweise zur sicheren Verwendung. Diese Schriften sind im Abschnitt 23 zusammengestellt.

Eine besondere Rolle fällt in diesem Zusammenhang der Lüftung zu. Deshalb ist ihr in dieser Broschüre ein besonderer Abschnitt zugewiesen. So viel kann jedoch auch an dieser Stelle gesagt werden: Wenn die Lüftung nicht ausreicht, muss zusätzlich Atemschutz als persönliche Schutzausrüstung benutzt werden.

Bei der mechanischen Behandlung des Lackiergutes bestehen Gefahren sowohl durch das Schleifen als auch durch entstehenden Staub. Beim Schleifen von Aluminium ist zusätzlich die BG-Regel "Vermeidung der Gefahren von Staubbränden und Staubexplosionen beim Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium und seinen Legierungen" (BGR 109) zu beachten.

Sind bei Schleifarbeiten vorrangig Brand-, Explosions- und Staubgefährdungen zu beachten, sollten diese Arbeiten so weit wie möglich nass erfolgen. Andererseits ist es aus Gründen des Betriebsablaufes sinnvoll, so weit wie möglich alles trocken zu schleifen (entweder mit handgeführten Maschinen oder mit Schleifpad). Außerdem gibt es beim Trockenschleifen keine Probleme mit so genannten "Froschfingern" die durch häufiges Nassschleifen verursacht werden. Durch die aufgeweichte Haut können eher Gefahrstoffe eindringen. Des Weiteren entfallen beim Trockenschleifen die Probleme mit dem Abwasser Einleiten von Werkstattwasser, Abscheideranlage usw.). Den Schwing- und Exzenterschleifern ist der Vorzug zu geben vor Band- und Tellerschleifgeräten.

Bei Schleifarbeiten, insbesondere an älteren Fahrzeugen, ist ein Entstehen zinkchromathaltiger (krebserzeugender) Stäube nicht auszuschließen. Ein Absaugen des Staubes an der Entstehungsstelle ist deshalb besonders wichtig.

Eine Luftrückführung in die Arbeitsräume ist in der Regel nicht zulässig. Siehe TRGS 560 "Luftrückführung beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen". Absauganlagen müssen vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitssicherheit (BGIA) für die Verwendungskategorie C und K1 (kanzerogen) zugelassen sein. Sollte aufgrund der Art der zu behandelnden Oberflächen (z. B. starke Wölbung) die Staubabsaugung allein nicht oder nicht vollständig wirksam sein, so ist zusätzlich Atemschutz zu benutzen.

Die Liste geprüfter staubbeseitigender Maschinen und Geräte der o. a. Verwendungskategorien wird im Bundesarbeitsblatt bekannt gegeben.

Bei der chemischen Vorbehandlung durch Beizen werden insbesondere die alkalische Entfettung, Eisenphosphatierung und Zinkphosphatierung eingesetzt. Informationen über Schutzmaßnahmen bei derartigen Verfahren sind in der BG-Regel "Reinigen von Werkstücken mit flüssigen Reinigungsmitteln" (BGR 180) und der Gefahrstoffverordnung enthalten.

Bei der Grobreinigung mit Hochdruckwasser/Dampf ist darauf zu achten, dass die Bedienperson durch den Strahl nicht verletzt wird. Weitere betriebstechnische Anforderungen enthält Kapitel 2.36 "Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern" der BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500). Zu den Flüssigkeitsstrahlern gehören auch die luftlosen Spritzpistolen des Airless-Verfahrens.

Bei der Reinigung mit Ultraschall ist zu beachten, dass Körperteile - insbesondere die Hände - nicht in das Schallfeld geraten.

Schließlich gehört zur Vorbehandlung auch noch das Spachteln. Wenn Spachtelmassen auch pastenförmig sind, können sie dennoch Lösemittel enthalten, die beim Trocknen nicht ungefährlich sind, weswegen auch hier mit einer ausreichenden Lüftung gearbeitet werden muss.