DGUV Information 209-014 - Lackierer (bisher: BGI 557)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 11, 11. Behälter
Abschnitt 11
Lackierer (bisher: BGI 557)
Titel: Lackierer (bisher: BGI 557)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 11 – 11. Behälter

Es sind besondere Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz erforderlich, wenn auf Innenflächen oder Einbauten von befahrbaren Behältern oder Hohlräumen sonstiger Werkstücke Beschichtungsstoffe aufgetragen werden müssen. Für das Reinigen einschließlich Restmengenbeseitigung, Arbeiten zum Aufbringen von Beschichtungen - hierzu gehören auch Anstricharbeiten, Klebearbeiten sowie Nebenarbeiten, wie das Trocknen der Oberflächen - sind die Bestimmungen der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 507 "Oberflächenbehandlung in Räumen und Behältern" zu beachten.

In diesem Zusammenhang handelt es sich um enge Räume, wie Tanks, Apparate, Kessel, Kastenträger von Brücken oder Kranen, Silos und Bunker, Hohlräume in Bauwerken und Maschinen, Rohrleitungen und Schiffsräume, in denen in der Regel auf natürliche Weise nicht ausreichend belüftet werden kann.

In solchen Behältern dürfen nur die zum ungehinderten Fortgang der Arbeiten erforderlichen Mengen an Beschichtungsstoffen bereitgehalten werden. Zubereiten der Beschichtungsstoffe und Reinigungsarbeiten mit Lösemitteln an den Lackiereinrichtungen müssen außerhalb der Behälter erfolgen.

Neben den Lackierarbeiten dürfen gleichzeitig keine anderen Arbeiten durchgeführt werden, es sei denn, sie sind für den Fortgang der Arbeiten erforderlich und ohne Gefahrenerhöhung möglich. Nach Abschluss der Lackierarbeiten dürfen andere Arbeiten noch nicht durchgeführt werden, solange im Raum mit gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre zu rechnen ist. Es wird besonders darauf hingewiesen, dass Gase, die schwerer als Luft sind, auch zu einer Verdrängung der Atemluft führen können.

Während der Arbeiten im Behälter sind technische Lüftungsmaßnahmen zur Verhinderung explosionsfähiger Lösemitteldampf/Luft-Gemische und zur Aufrechterhaltung von ungefährlicher Atemluft unerlässlich.

Die Luftführung sollte so gestaltet werden, dass der gesamte Raum durchspült wird und die Arbeitnehmer möglichst im Frischluftstrom arbeiten. In vielen Fällen kann die Einwirkung durch gefährliche Stoffe nicht verhindert werden. Es müssen dann von der Umgebungsluft unabhängig wirkende Atemschutzgeräte benutzt werden. Hinsichtlich der erforderlichen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen von Lackierern, die Atemschutzgeräte benutzen müssen, siehe Abschnitt 21.

Wird nur technische Be- und Entlüftung vorgesehen, ist das Absaugen dem Ausblasen vorzuziehen, da durch Absaugung die Schadstoffe kontrolliert abgeführt werden können und somit die Gefährdung von Personen vermieden wird. Erneut muss darauf hingewiesen werden, dass Sauerstoff und Luft mit erhöhtem Sauerstoffanteil zur Raumbelüftung nicht verwendet werden dürfen. Die Wirksamkeit der Lüftung ist zu überwachen, z. B. durch:

  • fortlaufende Konzentrationsmessungen mit selbsttätigen Einrichtungen

  • wiederholte Einzelmessungen der Konzentration und

  • Kontrolle der Einhaltung der Luftrate

Die Überwachung muss durch befähigte Personen vorgenommen werden. Besonderer Wert muss wegen der hohen Gefährdung des Lackierers auf die in der TRGS 507 detailliert geforderte Leitung und Beaufsichtigung der Arbeiten durch eine beauftragte Person gelegt werden.