DGUV Information 209-011 - Gasschweißer (bisher: BGI 554)

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Abschnitt 2.3, 2.3 Umgang mit Gasschläuchen
Abschnitt 2.3
Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Titel: Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.3 – 2.3 Umgang mit Gasschläuchen

Bei stationärem Betrieb und hohem Bedarf an Gasen für Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren erfolgt die Gasversorgung vorwiegend über fest verlegte Rohrleitungen. Von der Entnahmestelle der Versorgungsanlagen zum Verbrauchsgerät sowie im handwerklichen Bereich, mit häufig wechselnden Verbrauchsplätzen und -mengen, werden vorwiegend Schlauchleitungen eingesetzt. Es werden dabei besondere Anforderungen an die Schläuche, Schlauchkupplungen, Schlauchanschlüsse und deren Verbindungen gestellt.

Die technischen Anforderungen an die Beschaffenheit und Gestaltung sind in Normen festgelegt. Allein damit ist aber keine ausreichende Sicherheit gewährleistet. Betriebliche Einsatzbedingungen sind in jedem Fall zu berücksichtigen.

Es bleibt dabei oberstes Gebot, die Dichtheit der Schläuche und der Anschlussstellen zu erhalten, um Unfälle durch ausströmendes Gas zu vermeiden.

Dabei ist besonders zu achten auf:

  1. 1.

    Sicherung gegen Abgleiten

    Es ist auf fachgerechte Verbindung zwischen Schlauch und Anschlussstück zu achten. Dabei sind nur genormte Durchmesser-Kombinationen von Schlauchinnendurchmesser und Anschlussstück einzusetzen. Maschinell gefertigte und damit geprüfte Schlaucheinbindungen sind zu bevorzugen.

    Für Reparaturen sind aber auch Schlauchschellen oder Klemmen zulässig, die nach dem Schlauchaußendurchmesser ausgewählt werden. Beschädigungen des Schlauches durch falsche Platzierung der Befestigung oder zu starkes Quetschen des Schlauches sind dabei sicher auszuschließen. Die Dichtheit des Anschlusses ist z.B. durch Abpinseln mit Schaum bildenden Mitteln nachzuweisen.

    Verbindungen mit Draht sind völlig ungeeignet.

  2. 2.

    Schutz gegen äußere Einwirkungen

    Insbesondere bei Bauarbeiten ist mit mechanischen Beschädigungen, Verunreinigungen durch Öl oder Fett oder gar thermischen Einwirkungen zu rechnen. Biegebeanspruchung, Wärmestrahlung, aber auch UV-Strahlung können zur Versprödung der Schlauchhülle führen. Damit sind Festigkeit und Dichtheit des Schlauches nicht mehr gewährleistet. Beispiele solcher Schädigungen sind in den Bildern 2-10 und 2-11 zu sehen.

    Bild 2-10: Beschädigter Sauerstoffschlauch

    Bild 2-11: Beschädigter Brenngasschlauch

    Gegen mechanische Beschädigungen sind die Schläuche z.B. zu schützen durch

    • Schutzmaßnahmen an scharfen Kanten,

    • druckfeste Überdeckung auf Verkehrswegen (Bild 2-12) und

    • zweckmäßige Verlegung und Führung der Schläuche.

    Bild 2-12: Druckfeste Überdeckung für Gasschläuche

  3. 3.

    Austausch schadhafter Schläuche

    Insbesondere die Biegebeanspruchung am Flaschenanschluss und vielmehr noch am Brenner sorgt dafür, dass Schläuche über Gebühr beansprucht werden und Beschädigungen aufweisen.

    Schadhafte Schläuche sind nachzusetzen oder sachgemäß auszubessern (Einsatz geeigneter Schlauchkupplungen); ein Ausbessern mit Isolierband ist kein sachgemäßes Ausbessern.

    Vor allem ist auf richtigen Sitz der Schlauchklemme zu achten, damit hier nicht eine Beschädigung einzelner Schichten des Schlauches auftritt.

  4. 4.

    Erstmaliges Anschließen

    Neue Schläuche sind vor erstmaligem Gebrauch gründlich mit vorzugsweise inerten Gasen auszuspülen. Damit sollen Verunreinigungen in den Schläuchen beseitigt werden. Vor Zünden des Brenners sind die Schläuche ausreichend mit den entsprechenden Betriebsgasen zu spülen. Das gilt sowohl für neue Schläuche als auch für Schläuche, die z.B. auf Baustellen an Einzelflaschen neu angeschlossen werden. Damit wird verhindert, dass sich im Schlauch noch rückzündfähiges Brenngas-Luft- oder Brenngas-Sauerstoff-Gemisch befindet.

    Die tägliche Sichtprüfung ist wichtigstes Mittel zur Einhaltung der ersten drei Forderungen, umso mehr, wenn es sich um Arbeitsbereiche ohne ausreichende Lüftung handelt oder die Schläuche nicht im unmittelbaren Sichtbereich verlegt sind.

    Der Unternehmer ist gut beraten, wenn er durch Unterweisungen oder Anweisungen derartige Maßnahmen zum Bestandteil der täglichen Arbeitsaufgabe werden lässt; es ist Aufgabe der Versicherten sich entsprechend zu verhalten.