DGUV Information 209-011 - Gasschweißer (bisher: BGI 554)

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Abschnitt 2.2, 2.2 Umgang mit Druckminderern
Abschnitt 2.2
Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Titel: Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.2 – 2.2 Umgang mit Druckminderern

Jede Gasentnahme aus einer Gasflasche zum Schweißen und Schneiden erfolgt über einen Flaschendruckminderer. Die Konstruktion und wichtige Bestandteile eines Flaschendruckminderers zeigt Bild 2-7.

Bild 2-7: Prinzipskizze eines Flaschendruckminderers

Da es sich bei Druckminderern und Manometern um empfindliche feinmechanische Geräte handelt, bedürfen sie pfleglicher Behandlung. Treten trotzdem Schäden an ihnen auf, dürfen sie nicht weiter benutzt werden. Reparaturen dürfen nur durch Fachleute, die meist auch von den Herstellern dafür autorisiert wurden, ausgeführt werden; nur Ersatzteile des Original-Herstellers sind zulässig.

Nicht sachgemäßes Anschließen des Druckminderers oder zu schnelles Öffnen des Flaschenventils bei nicht entspannter Stellschraube des Druckminderers können zu Schäden am Druckminderer selbst, aber auch in nachgeschalteten Verteilungsleitungen führen.

Vor dem Anschrauben des Druckminderers ist das Flaschenventil vorsichtig kurz zu öffnen, um Staub und andere Verunreinigungen aus dem Anschlussstutzen zu blasen. Der Druckminderer ist in der aus der Bedienungsanleitung des Herstellers ersichtlichen Einbaulage anzubauen. Dabei ist darauf zu achten, dass weder Ventilabgang noch der Schlauchanschlussstutzen auf andere Flaschen gerichtet sind.

Vor dem Öffnen des Flaschenventils muss die Einstellschraube des Druckminderers bis zur Entlastung der Feder zurückgedreht werden. Dann erst ist langsam und vorsichtig das Flaschenventil zu öffnen. Dabei soll der Bediener sich niemals in der direkten Verlängerung von Ventilabgang, Abblasventil oder Schlauchanschlussstutzen aufstellen.

Die Dichtheit des Druckmindereranschlusses am Flaschenventil ist zu prüfen, gegebenenfalls sind Schaum bildende Mittel einzusetzen. Bei Undichtigkeiten ist der Anschluss auf korrekten Sitz und unbeschädigte Dichtung zu überprüfen. Das bloße Erzwingen von Dichtheit durch Erhöhung des Anzugmomentes der Anschlussmutter durch Verlängerung des Schlüssels oder Hammerschläge auf den Schlüssel ist, genau wie jegliches Nachziehen des Druckmindereranschlusses unter Druckbeanspruchung, äußerst gefährlich und immer wieder Ursache schwerer Unfälle.

Nach Feststellen der Dichtheit des Druckmindereranschlusses am Gasflaschen- oder Bündelventil ist durch langsames Einschrauben der Stellschraube der erforderliche Arbeitsdruck einzustellen.

Um Gasaustritte zu vermeiden, müssen die Flaschenventile oder Ventile an den Gebrauchsstellen von Gasversorgungsleitungen bei längeren Arbeitsunterbrechungen, nach Verbrauch des Flascheninhaltes und vor dem Abschrauben des Druckminderers geschlossen werden.

Bei größerer und länger dauernder Gasentnahme können insbesondere einstufige Druckminderer einfrieren, da bei der Entspannung des Gases vom hohen Flaschendruck (bei Sauerstoff 200 oder heute auch 300 bar) auf den relativ niedrigen Arbeitsdruck eine starke Abkühlung eintritt. Das Auftauen darf nur mit heißem Wasser, Warmluft oder Ähnlichem erfolgen. Anwendung offener Flammen oder glühender Gegenstände ist untersagt.

Vorrangig sollte aber die Gerätetechnik dem Verbrauch angepasst werden, d.h. Einsatz von Flaschenbatterien oder -bündeln, Wahl auch mehrstufiger Druckminderer und von Druckminderern größerer Leistung.

Bild 2-8: Acetylen-Flaschendruckminderer (Bauform für Deutschland: mit Anschlussbügel und Sicherheitsmanometern)

Die Druckminderer müssen für die entsprechende Gasart gekennzeichnet sein und zum genormten Flaschenanschluss passen. Zwischenstücke oder Adapter dürfen nicht verwendet werden. Es ist nicht zulässig, Flaschendruckminderer oder Entnahmestellendruckminderer für die Entnahme von Acetylen aus Flaschenbündeln einzusetzen oder für diesen Einsatz anzupassen. Hier sind geeignete Hauptstellendruckminderer zu benutzen.

Die Manometer von Acetylen-Flaschendruckminderern tragen die Aufschrift "acetylene" und der einstellbare Hinterdruck ist auf 1,5 bar zu begrenzen (zusätzlich rote Marke am Hinterdruckmanometer bei 1,5 bar).

Alle Sauerstoffmanometer sind gemäß DIN EN 562 auf dem Zifferblatt mit dem Wort "oxigen" oder dem Buchstaben "O" sowie dem Symbol    gekennzeichnet.

Eine farbliche Kennzeichnung der Zifferblattmitte erfolgt nicht mehr.

Der höchstzulässige Betriebsdruck ist mit einer farbigen Marke zu kennzeichnen.

Für alle Anlagenteile, die mit reinem Sauerstoff in Kontakt kommen können, ist auf absolute Freiheit von Öl, Fett oder Glyzerin zu achten.

Geringe Spuren dieser Stoffe, besonders in feiner Verteilung, genügen bei Vorhandensein von reinem Sauerstoff bereits zur Einleitung einer Entzündung und explosionsartigen Verbrennung. Fettige Finger, gebrauchte Putzlappen, abtropfendes oder verspritztes Öl sind schon für schwere Unfälle oder Brandschäden ursächlich gewesen.

Verschmutzte Teile lassen sich mit entsprechenden Mitteln reinigen (siehe BG-Information "Sauerstoff" [BGI 617] und BG-Regel "Einrichtungen zum Reinigen von Werkstücken mit Lösemitteln" [BGR 180]).

Bild 2-9: Einstufiger Sauerstoff-Flaschendruckminderer (mit Sicherheitsmanometern für Druckgasflaschen mit 200 bar und einstellbarem Arbeitsdruck bis maximal 10 bar)