DGUV Information 209-011 - Gasschweißer (bisher: BGI 554)

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Abschnitt 5.3, 5.3 Schweißarbeiten an oder in Behältern mit ...
Abschnitt 5.3
Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Titel: Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.3 – 5.3 Schweißarbeiten an oder in Behältern mit gefährlichem Inhalt

Für Schweißarbeiten in oder an Behältern, z.B. Tanks, Silos, Fässern, Apparaten, Rohrleitungen, Kanälen und dergleichen, die gefährliche Stoffe oder Zubereitungen enthalten oder enthalten haben können, müssen vor Beginn der Arbeiten sachkundig die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen festgelegt werden. Die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen und die Durchführung der Arbeiten sind durch den Unternehmer oder seinen Beauftragten zu überwachen.

Gefährliche Stoffe oder Zubereitungen haben eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften:

  • explosionsgefährlich,

  • brandfördernd,

  • hoch entzündlich,

  • leicht entzündlich,

  • entzündlich,

  • krebserzeugend,

  • sehr giftig,

  • giftig,

  • gesundheitsschädlich,

  • ätzend

    und

  • reizend.

Auch geringe Reste solcher Stoffe können - insbesondere unter Schweißhitze - gefährlich werden. Solche Stoffe sind auch z.B. Heizöl, Dieselkraftstoff, Öle, Fette, bituminöse Massen.

Ergänzende Informationen können der BG-Regel "Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen" (BGR 117-1) und der BG-Information "Arbeiten in engen Räumen" (BGI 534) entnommen werden.

Die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen umfassen in der Regel das Entleeren und Reinigen des Behälters sowie eine flammenerstickende Schutzfüllung während der Arbeiten, gegebenenfalls auch gefahrloses Abführen von Schadstoffen.

Die Eigenschaften des Behälterinhaltes können z.B. folgende Maßnahmen beim Entleeren und Reinigen erfordern:

  • Benutzen geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen,

  • Potenzialausgleich zum Vermeiden elektrostatischer Aufladungen,

  • funkenfreies Öffnen der Verschlüsse,

  • Verwenden funkenfreier Entnahmeeinrichtungen

    sowie

  • Verwenden geeigneter Auffangbehälter.

Eine flammenerstickende Schutzfüllung ist erforderlich bei Behältern, die z.B. explosionsgefährliche oder entzündliche Stoffe enthielten.

Die Schutzfüllung kann z.B. aus Wasser, Stickstoff oder Kohlendioxid bestehen. Beispiellösungen dafür sind in den Bildern 5-11 bis 5-14 zu sehen.

Bild 5-11: Arbeitstechnik beim Schweißen an Fässern oder ähnlichen Hohlkörpern

Bild 5-12: Ausdämpfen eines Behälters

Bild 5-13: Schutzfüllung mit Stickstoff

Bild 5-14: Schutzfüllung mit Kohlendioxid

An geschlossenen Behältern darf nur geschweißt oder brenngeschnitten werden, wenn darüber hinaus Vorsichtsmaßnahmen getroffen sind, die das Entstehen eines gefährlichen Überdruckes verhindern.