DGUV Information 209-011 - Gasschweißer (bisher: BGI 554)

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Abschnitt 2.5, 2.5 Umgang mit Sicherheitseinrichtungen
Abschnitt 2.5
Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Titel: Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.5 – 2.5 Umgang mit Sicherheitseinrichtungen

In der Autogentechnik sind Sicherheitseinrichtungen notwendig, um Menschen, Anlagen und Geräte zu schützen.

Jeder Schweißer weiß, dass es dann und wann zum "Abknallen" des Brenners kommt - sei es infolge Überhitzung, sei es infolge Verstopfung des Brennermundstückes -, manche haben ein "Rückzünden" erlebt, ein Zurückschlagen der Flamme in den Brenner und Weiterbrennen dort mit pfeifendem Geräusch.

Wirklich gefährlich wird es indes, wenn - etwa infolge von Undichtigkeiten oder nur nachlässig angezogenen Verbindungen - im ganzen Brenner und in einem der Zuführungsschläuche ein Brenngas-Sauerstoff-Gemisch vorhanden ist, das dann bei einer Rückzündung explosionsartig verbrennt.

Aufgerissene Schläuche, Handverbrennungen, selbst Brände am Druckminderer und im schlimmsten Falle eine Acetylenzersetzung in der Flasche können die Folge eines solchen "Flammenrückschlages" sein.

Was ist dagegen zu tun?

Einwandfreie Brenner, Schläuche und Druckminderer sind so wichtig wie eine sachgerechte Bedienung der Anlage: Dies sind die entscheidenden Voraussetzungen, um Gefährdungen zu vermeiden.

Will man mehr tun, können zur Vermeidung von Gefährdungen durch fehlerhafte Betriebszustände zusätzliche Sicherheitseinrichtungen zur Anwendung gelangen.

Solche Sicherheitseinrichtungen wurden im Sprachgebrauch der ehemaligen Acetylenverordnung als Gebrauchsstellenvorlage oder als Einzelflaschensicherung bezeichnet (Bilder 2-17 und 2-18).

Die Europäische Normung verwendet diese Begriffe nicht, sondern unterscheidet nur nach der Funktion. Es kommen je nach Schutzziel Sicherheitseinrichtungen mit Flammensperre, mit Gasrücktrittsicherung, mit Nachströmsperre oder mit Kombinationen dieser Eigenschaften zum Einsatz (Bild 2-16).

Bild 2-16: Acetylenflasche mit Druckminderer, Sicherheitsmanometern und Sicherheitseinrichtung mit Flammensperre, Gasrücktrittsicherung und Nachströmsperre

Bild 2-17: Schweißbrenner mit Sicherheitseinrichtungen am Brenner (Einzelflaschensicherungen für Acetylen und Sauerstoff)

Bild 2-18: Sicherheitseinrichtung an Entnahmestelle einer fest verlegten Acetylenleitung sowie Sauerstoff-Entnahmestelle mit Entnahmenstellen-Druckminderer und Manometer

Einen Sonderfall der Sicherheitseinrichtungen stellt die Gebrauchsstellenvorlage ATEX dar, die jedoch nur für den Einsatz mit Injektorbrennern geeignet ist. Sie ist eine Kombination aus Sicherheitseinrichtung und Leckgassicherung.

Der Brenngasschlauch ist bei diesem System drucklos und wird erst durch die Injektorwirkung des Verbrauchsgerätes bei dessen Inbetriebnahme gefüllt.

Sobald der Unterdruck entfällt (kleine Leckagen, Schlauchbruch, undichte Verschraubungen, Außerbetriebsetzen des Brenners) wird der Gasfluss unterbrochen.

Damit bietet das System erhöhte Sicherheit vor allem beim Arbeiten in engen Räumen.

Bild 2-19: Gebrauchsstellenvorlage ATEX