DGUV Information 209-011 - Gasschweißer (bisher: BGI 554)

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Abschnitt 2.4, 2.4 Umgang mit Brennern
Abschnitt 2.4
Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Titel: Gasschweißer (bisher: BGI 554)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.4 – 2.4 Umgang mit Brennern

Für Schweiß-, Schneid- und Anwärmarbeiten mit der Flamme werden in Deutschland überwiegend Saugbrenner (Injektorbrenner) benutzt, bei denen der Sauerstoff (oder bei Wärmebrennern auch die Druckluft) infolge des höheren Arbeitsdruckes das Brenngas über eine Injektordüse ansaugt.

Die erforderliche Funktionsprüfung ist zumindest

  • vor der ersten Inbetriebnahme

    und

  • beim Anschluss von Schläuchen

durchzuführen.

Es empfiehlt sich, die Saugprobe auch nach Wechsel des Brennereinsatzes zu machen. Sie lässt sich nach Abnehmen des Brenngasschlauches von der Brennertülle leicht durchführen.

Die angefeuchtete Fingerspitze wird bei geöffneten Brennerventilen und anstehendem Sauerstoff- oder Pressluftdruck auf die Brenngastülle gelegt (Bild 2-13).

Bild 2-13: Saugprobe am Injektorbrenner

Zeigt sich dabei keine Saugwirkung, so ist der Brenner nicht in Ordnung und darf in diesem Zustand nicht benutzt werden.

Soll der Saugbrenner gezündet werden, so ist üblicherweise diese Reihenfolge einzuhalten:

  1. 1.

    Sauerstoffventil öffnen

  2. 2.

    Brenngasventil öffnen

  3. 3.

    Ausströmendes Gasgemisch anzünden

  4. 4.

    Flamme einstellen

Zum Abstellen ist in umgekehrter Reihenfolge zu verfahren.

Das Zünden des Brenners muss mit geeigneten Gasanzündern, die der Unternehmer bereitzustellen hat, erfolgen. Die Verwendung von Streichhölzern oder Feuerzeugen kann zu Brandverletzungen führen. Es ist zu beachten, dass sofort mit Zündung der Flamme große Wärme entsteht. Auf ausreichenden Abstand zu Körperteilen, Kleidung oder brennbaren Gegenständen ist zu achten.

Wenn die Brennerflamme beim Gebrauch wiederholt abknallt oder gar zurückschlägt, ist dafür die Ursache meist in Überhitzung oder Verstopfung der Brennerdüse oder dem ungenügenden Dichtsitz des Brennereinsatzes zu finden.

Kühlen, Reinigen und leichtes Nachziehen der Überwurfmutter des Brennereinsatzes sollten für richtige Funktion sorgen. Lässt sich die Störung mit diesen Mitteln jedoch nicht beseitigen, ist der Brenner zur Reparatur an einen Fachmann, z.B. Herstellerbetrieb oder autorisierte Fachwerkstatt, zu übergeben.

Der Austausch von Verschleißteilen kann auch durch den Schweißer selbst erfolgen, wenn er nach besonderer Unterweisung über entsprechende Fachkunde verfügt und Ersatzteile des Herstellers zur Verfügung stehen.

Nach jeder Reparatur, besonders bei Verwendung von Bauteilen anderer Hersteller, ist eine Prüfung des Brenners auf Dichtheit, Saugfähigkeit, Gasrücktrittsicherheit, Rückzündsicherheit und sicheren Betrieb erforderlich. Die Ergebnisse der Prüfung sind zu dokumentieren.

Um jede Verwechslung zu vermeiden, müssen auf jedem sicherheitstechnisch wichtigen Einzelteil des Brenners der Name oder das Firmenzeichen des Herstellers und die Brenngasart angegeben sein.

Für Brenngase werden z.B. folgende Zeichen verwendet:

A = Acetylen

P = Flüssiggas, Propan

M = Erdgas, Methan

H = Wasserstoff

An der Mischdüse eines jeden Brenngas-Sauerstoff- oder Brenngas-Druckluft-Brenners muss das Kennzeichen für das jeweilige Mischsystem angegeben sein.

   für Mischung mit Saugwirkung (Saugbrenner)

   für Mischung ohne Saugwirkung (Druckbrenner)

   für gasrücktrittsichere Mischung mit Saugwirkung

   für gasrücktrittsichere Mischung ohne Saugwirkung

Fehlt der waagerechte Strich im Mischsystem-Kennzeichen, so bedeutet das mangelnde Sicherheit gegen Gasrücktritt. Dem Brenner muss dann an den Eingängen für Brenngas und Sauerstoff bzw. Druckluft jeweils eine entsprechende Sicherheitseinrichtung vorgeschaltet werden.

Für Wärmearbeiten sind anstelle eines Schweißbrenners spezielle Wärmebrenner mit Mehrlochdüse (Bild 2-14) oder Luftansaugbrenner einzusetzen. Derartige Brenner verursachen wesentlich geringere Geräusche.

Bild 2-14: Geräuscharmer Wärmebrenner mit Mehrlochdüse

Alle Geräte der Autogentechnik sind Präzisionsgeräte. Sie sind immer pfleglich zu behandeln, vor mechanischen und thermischen Beschädigungen zu schützen und bei Nichtgebrauch sorgsam zu verwahren.

Das Anhängen der Schläuche und Brenner an Gasflaschen und Druckminderer ist gefährlich, hat wiederholt zu schweren Unfällen geführt und ist deshalb nicht gestattet.

Für das kurzfristige Ablegen des Brenners bei der Arbeit haben sich Aufhängegabeln bewährt. Durch eine sinnvolle Zusatzeinrichtung kann dabei die Gaszufuhr zum Brenner unterbrochen werden, sodass die Flamme verlischt; eine Zündflamme zur Wiederzündung des Brenners ermöglicht schnelles Weiterarbeiten ohne Neueinstellung der Brennerflamme (Bild 2-15).

Bild 2-15: Aufhängevorrichtung für Brenner, mit selbsttätiger Gasabsperrung und Sicherung gegen Herausfallen

Angeschlossene Brenner dürfen niemals in geschlossene Schränke, Schubladen oder Werkzeugkisten abgelegt werden, weil es infolge unzureichenden Luftaustausches bei undichten oder unverschlossenen Ventilen zu explosionsfähigen Gasansammlungen kommen kann.