DGUV Information 209-009 - Galvaniseure (bisher: BGI 552)

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Abschnitt 3.3, 3.3 Arbeiten an Bädern
Abschnitt 3.3
Galvaniseure (bisher: BGI 552)
Titel: Galvaniseure (bisher: BGI 552)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-009
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.3 – 3.3 Arbeiten an Bädern

Das oberste Gebot für das Arbeiten an Bädern ist die Beachtung der Betriebsanweisung. Sie ist Kernforderung verschiedener Rechtsvorschriften, die für den Arbeitsplatz gelten:

Besondere Gefährdungen bestehen beim Ansetzen, Befüllen, Entleeren und Reinigen der Bäder.

Beim Ansetzen der Behandlungsbäder ist zu beachten:

  • Konzentrierte Säure unter Umrühren in Wasser gießen, nie umgekehrt.

  • Selbsterhitzung beim Zusetzen von Schwefelsäure und beim Auflösen von Alkalien und Ätzkalk berücksichtigen.

  • Zum Umrühren keine Rohre benutzen.

  • Transport- und Lagergefäße vorsichtig öffnen, weil sie aus verschiedenen Gründen unter Druck stehen können; Gesichtsschutz tragen!

  • Aufgrund der Spritzgefahr beim Umfüllen von Flüssigkeiten und beim Auflösen von ätzenden Chemikalien ist Gesichtsschutz und Körperschutz zu tragen!

  • Beim Einfüllen staubender Stoffe, z.B. Ätznatron, Chromtrioxid, Nickelsulfat, oder staubender Zusätze, z.B. pulverförmige Entfettungs- oder Netzmittel, sind die ermittelten Schutzmaßnahmen zu treffen und anzuwenden (Betriebsanweisung).

Beim Befüllen von Bädern, zu dem auch das Nach- und Auffüllen sowie Badkorrekturen gehören, können Gefahren auftreten durch

  • Verwechseln von Bädern und Zusätzen,

  • Überlaufen von Behältern

    und

  • nicht ausreichend befestigte Schlauchverbindungen, z.B. bei Fasspumpen.

Manuelle bzw. nicht automatisch überwachte Befüllvorgänge sind ständig zu beaufsichtigen. Für das Herausholen von Gegenständen, die in das Bad gefallen sind, müssen die vorhandenen Hilfsmittel, z.B. Magnete oder Haken, verwendet werden.

An Handanlagen besteht die Möglichkeit der Verletzung durch Spritzer, weil sich die Bediener direkt am Bad aufhalten und die Werkstücke von Hand einsetzen. Durch die Form der Werkstücke selbst können Spritzer oder Eruptionen auftreten. Offene Hohlkörper und Rohre sind deshalb besonders vorsichtig einzutauchen. Bei geschlossenen Hohlkörpern ist zu beachten, dass sich beim Einsetzen in heiße Bäder ein Innendruck aufbaut, der bereits bei 100 C Betriebstemperatur etwa ein Drittel über dem Normaldruck liegt.

Beim Entleeren der Bäder in Zwischenbehälter treten zusätzliche Gefahren auf, wenn das Behältermaterial nicht beständig gegen die Badflüssigkeit und die Temperatur ist oder sich Reste von anderen Chemikalien darin befinden. Kann der Zwischenbehälter nicht den gesamten Inhalt des Bades aufnehmen, ist der Umfüllvorgang ständig zu beobachten, um rechtzeitig gestoppt werden zu können.

Beim Reinigen von Behältern können Gefahren auftreten, insbesondere

  • durch Restmengen (z.B. Elektrolyt, Beize usw.) im Behälter,

  • durch Rückstände mit gefährlichen Eigenschaften (z.B. Schlamm, Ablagerungen, Auskristallisation),

  • beim Abtransport der Rückstände in nicht völlig geschlossenen Behältern

    und

  • beim Reinigen der Abluftanlage.

Wenn aufgrund der Größe der Behälter in diese eingestiegen werden muss, so sind Schutzmaßnahmen zu treffen, die abhängig von den durchzuführenden Arbeiten und eingesetzten Stoffen sind, z.B.

  • besondere Unterweisung

  • Freigabe und Befahrerlaubnis,

  • umgebungsluftunabhängiger Atemschutz,

  • Schutzanzug,

  • Gummistiefel,

  • Schutzhandschuhe,

  • Gesichtsschutz

    und

  • Überwachung der Arbeiten.

Bei Arbeiten über den Bädern sind diese tragfähig abzudecken oder Absturzsicherungen zu verwenden.