DGUV Information 209-009 - Galvaniseure (DGUV Information 209-009)

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Abschnitt 6, 6 Schutzmaßnahmen gegen Brände
Abschnitt 6
Galvaniseure (DGUV Information 209-009)
Titel: Galvaniseure (DGUV Information 209-009)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-009
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – 6 Schutzmaßnahmen gegen Brände

Die grundlegende Maßnahme gegen Brände ist die Ausstattung der Produktionsstätte mit Feuerlöschern. Handfeuerlöscher sind zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vorgesehen, das heißt dazu, Kleinbrände nach dem Erkennen sofort zu bekämpfen und zu löschen. Zwar gibt es auch größere Geräte wie die fahrbaren 50 kg-Löscher; auch diese können jedoch nur bedingt zum Löschen größerer Brände eingesetzt werden. Bei den Löschmitteln gibt es Entwicklungen, die den Standard-Löscher mit Löschpulver ersetzen sollen. Um die großen Kollateralschäden aufgrund der korrosiven Wirkung des Löschpulvers zu vermeiden, werden vermehrt Schaum- und Wasserlöscher eingesetzt. Beim Löschen von Elektrobränden hat sich der CO2-Löscher durchgesetzt. So können kleine Schwelbrände, zum Beispiel an einem Schaltschrank, schnell gelöscht werden. Achten Sie darauf, dass die Standorte der Feuerlöscher deutlich gekennzeichnet sind, damit im Notfall nicht gesucht werden muss. Die Feuerlöscher müssen gut zugänglich und gegen Anfahrschäden geschützt sein.

Neben den ortsbeweglichen Löschern gibt es auch die Möglichkeit, mit ortsfesten Anlagen Brände zu löschen. Das sind in erster Linie die Sprühlöschanlagen, die weitaus geringere Wassermengen als Sprinkler benötigen und dadurch auch geringere Wasserschäden verursachen. Für speziell zu sichernde Räume wie Gleichrichterräume oder Steuerschränke bieten sich auch Gaslöschanlagen, zum Beispiel mit CO2, an. Wegen der Sauerstoffverdrängung muss bei der Verwendung dieser Anlagen auf den Schutz der Beschäftigten geachtet werden.

Brände müssen rechtzeitig detektiert und gemeldet werden. In den Zeiten, in denen sich keine Beschäftigten in den Galvanik-Bereichen aufhalten oder an Orten, an denen sich üblicherweise niemand aufhält, ist das automatische Erkennen und Melden, zum Beispiel durch Rauchmelder und Brandmeldeanlagen, wichtig.

Ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems ist auch die Überwachung von Bauteilen. Über Temperaturfühler können außergewöhnliche Temperaturen früh erkannt werden, zum Beispiel an Motoren oder Kontaktböcken. Ein dauerhaftes Monitoring ist zwar oft nicht möglich; grundlegend können jedoch organisatorische Maßnahmen wie Stichproben (vom Handauflegen bis zur Thermografie) umgesetzt werden.

Eine Schädigung und Überhitzung von Pumpen kann durch einen Trockengehschutz vermieden werden, dessen Funktion regelmäßig geprüft werden muss.

Ein häufiger Ausgangspunkt für Brände sind die elektrischen Tauchbadwärmer. Wenn es keine alternative Beheizungsmöglichkeit durch Warmwasser oder Thermoöl gibt, muss darauf geachtet werden, dass die Bauteile der elektrischen Tauchbadwärmer zuverlässig sind und dass kein Überhitzen möglich ist. Schwimmer und Niveauschalter müssen regelmäßig kontrolliert und ihre Funktion bei der Weiterleitung von Signalen muss sichergestellt werden, wenn der Inhalt der Prozessbehälter auch im unbeaufsichtigten Betrieb hochgeheizt wird.

Zu den organisatorischen Maßnahmen gehören neben Schulung und Sensibilisierung der Beschäftigten auch die richtige Wartung und Instandhaltung.

Aufgrund ihrer theoretischen und praktischen Ausbildung können Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer kleine Entstehungsbrände selbst löschen.

Eine wichtige Schutzmaßnahme ist auch die vorbeugende Instandhaltung.

Die Kontrolle aller stromführenden Bauteile, Stromschienen/-kabel, Verschraubungen und die Reinigung der Kontaktböcke verhindert hohe Übergangswiderstände und Erwärmungen. Thermografische Untersuchungen der Schaltschränke und anderer Bauteile mit der Wärmebildkamera ermöglichen es, Hot-Spots zu erkennen, bevor sie zu weitreichenden Problemen führen. Brände entstehen zum Beispiel auch an unterdimensionierten Gestellen oder Halterungen, bei denen zu hohe Übergangswiderstände zu unzulässig hohen Erwärmungen führen können. Korrosion und Versalzungen führen oft zu erhöhten Widerständen, bei Flexkabeln (z. B. an Stationen mit Warenbewegungen) gibt es Litzenbrüche und bei Kabeln oft innere Korrosion, wenn Chemikalien durch ungeschickte Anbringung ins Kabel laufen können.

Im Brandfall ist es sehr wichtig, die Feuerwehr entweder telefonisch oder über eine automatische Brandmeldeanlage schnell zu alarmieren.

Die Räumlichkeiten mit ihren Besonderheiten sind der Feuerwehr durch regelmäßige Begehungen kenntlich zu machen. Dazu gehören die Art und Lagerung der eingesetzten Gefahrstoffe, die Gefahrenschwerpunkte, die Orte der Haupteinspeisungen, der Löschwasserrückhaltung, etc.