DGUV Information 209-009 - Galvaniseure (bisher: BGI 552)

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Abschnitt 4, 4 Stoffe und Zubereitungen
Abschnitt 4
Galvaniseure (bisher: BGI 552)
Titel: Galvaniseure (bisher: BGI 552)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-009
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4 – 4 Stoffe und Zubereitungen

Die meisten Stoffe und Zubereitungen für die Oberflächenbehandlung sind Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung. Die gefährlichen Eigenschaften der im Bereich der Galvanotechnik eingesetzten Chemikalien sind überwiegend

  • ätzend

    (z.B. konzentrierte Schwefel-, Salpeter-, Salz- und Flusssäure, Ätznatron),

  • reizend

    (z.B. verdünnte Säuren, Laugen),

  • gesundheitsschädlich

    (z.B. Eisensulfat),

  • sehr giftig

    (z.B. Cyanide, Chromtrioxid, Flusssäure),

  • giftig

    (z.B. Nickelsalze, Chlorkohlenwasserstoffe - CKW),

  • leicht entzündlich

    (z.B. Isopropanol in Glanzzusätzen),

  • entzündlich

    (z.B. Testbenzine)

    und

  • brandfördernd

    (z.B. Nitrate, Chlorate, Chromtrioxid).

Einige der eingesetzten Chemikalien sind als krebserzeugend eingestuft (z.B. lösliche Nickelsalze Kat. 1, Natrium-, Kaliumchromat Kat. 2, Perchlorethen Kat. 3).

Die Kennzeichnung auf den Gebinden und die Sicherheitsdatenblätter der Hersteller, Importeure, Händler geben erste Hinweise über die Gefahren, die von den eingesetzten und bei den Tätigkeiten entstehenden Stoffen ausgehen.

Hinweis:

Die Daten im Sicherheitsdatenblatt sind kritisch zu prüfen (Plausibilitätsprüfung). Weitere Informationen zu Einzelstoffen können unter www.hvbg.de/d/bia/fac/stoffdb/index.html abgefragt werden.

Die Kennzeichnung der Gebinde besteht insbesondere aus

  • dem Produktnamen,

  • der chemischen Bezeichnung von Einzelstoff oder Zubereitung,

  • dem Gefahrensymbol mit der Bezeichnung,

  • dem Hinweis auf besondere Gefahren

    (R-Sätze),

  • den Sicherheitsratschlägen

    (S-Sätze)

    und

  • den Gefahren auslösenden Komponenten

    (Name und CAS-Nummer).

Der Betrieb muss ermitteln, in welcher Weise der Stoff oder die Zubereitung eingesetzt wird bzw. welche Tätigkeiten durchgeführt werden. Für die verschiedenen Tätigkeiten muss ermittelt und beurteilt werden, welche Gefährdungen im Einzelfall vorliegen. Die Gefahrstoffverordnung und das nachgeordnete Regelwerk geben hierbei eine Hilfestellung bei der Zuordnung der Stoffe und für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen.

In Abhängigkeit von den Tätigkeiten, z.B.

  • offener Umgang oder geschlossene Apparatur,

  • geringe oder große Stoffmenge,

  • kurze oder lange Exposition

    und

  • Normalbetrieb oder Instandhaltung

müssen Maßnahmen ergriffen werden, die den jeweiligen Schutzstufen zugeordnet sind. Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind die Besonderheiten der jeweiligen Tätigkeit zu berücksichtigen (Wartung, Störungssuche und -beseitigung, Reinigung, Entschlammung, Instandsetzung usw.). So sind bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten im Allgemeinen umfangreichere persönliche Schutzmaßnahmen zu treffen als im Normalbetrieb der Anlage.

Tätigkeiten sind nach der Gefahrstoffverordnung:

  • Produktion,

  • Handhabung,

  • Lagerung,

  • Beförderung,

  • Entsorgung

    und

  • Behandlung.

Hierzu gehören auch Bedien- und Überwachungsarbeiten.

Welche Schutzmaßnahmen bei den einzelnen Tätigkeiten zu ergreifen sind, kann den Mitarbeitern nur durch spezifische Betriebsanweisungen und Unterweisungen vermittelt werden. Hierfür gibt es eine rechtliche Grundlage im Arbeitsschutzgesetz, der Betriebssicherheitsverordnung, der Gefahrstoffverordnung und im Vorschriftenwerk der Berufsgenossenschaften. Die hier genannten Schutzmaßnahmen müssen von den Mitarbeitern angewendet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Um sich und andere während der Arbeit zu schützen, muss jeder Beschäftigte

  • unterwiesen worden sein,

  • die Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz beachten,

  • die Kennzeichnung der Bäder berücksichtigen

    und

  • die Betriebsanweisung kennen und befolgen.

Beschäftigungsbeschränkungen nach Arbeitsschutzgesetz (z.B. schwangere und stillende Mütter, Jugendliche) sind zu beachten.