DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 4.1, 4.1 Allgemeine Hinweise zur Verwendung sicher...
Abschnitt 4.1
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.1 – 4.1 Allgemeine Hinweise zur Verwendung sicherer Werkzeuge

Um Pressenwerkzeuge als "sichere Werkzeuge" zu gestalten, werden oft feste Verkleidungen eingesetzt. Diese müssen so am Pressenwerkzeug befestigt sein, dass sie nicht ohne Werkzeug entfernt werden können.
Werkzeuge, die konstruktiv so gestaltet sind, dass deren Öffnungen zwischen sich bewegenden Teilen nicht größer als 6 mm sind, gelten ebenfalls als sichere Werkzeuge.

Der Einrichter muss darüber hinaus sicherstellen, dass folgende Punkte eingehalten werden:

  • Die erforderlichen festen Verkleidungen, z. B. aus Lochblech oder durchsichtigem Kunststoff, sind angebracht und nicht beschädigt.

  • Vorhandene Öffnungen im Werkzeug sind durch die betriebliche Abnutzung nicht so vergrößert, dass Gefahrstellen erreicht werden können und entsprechen den Anforderungen der DIN EN ISO 13857 (siehe Tabelle im Bild 5-3, Seite 19).

  • Pressenhub, Stößel und Tisch sind so eingestellt, dass keine Quetsch- und Scherstellen vorhanden sind.

  • Spannmittel und Spannschrauben sind so angebracht, dass sie keine Quetsch- und Scherstellen mit dem Stößel bzw. Oberwerkzeug bilden.

  • Die Aufspannung ist so ausgeführt, dass das Unterwerkzeug nicht verschoben werden kann und somit Werkzeugbrüche vermieden werden.

  • Die bei kraftbetätigten Schieberwerkzeugen zusätzlich auftretenden Quetsch- und Scherstellen sind durch Schutzmaßnahmen gesichert.

Häufig versuchen Bedienpersonen zur Beseitigung von Störungen verklemmte Werkstücke, Abfallmaterial oder Schmutzpartikel mit den Händen aus dem Werkzeug zu entfernen, ohne die Presse durch Betätigen der Schaltsperre (Ausschalteinrichtung) zu sichern. Hierzu werden oft auch Teile der festen Verkleidungen entfernt und für die weiteren Arbeiten nicht wieder angebracht.

Um Verletzungen durch solche "Verhaltensfehler" der Bedienpersonen zu vermeiden, sollten in erster Linie die Ursachen der Störungen nachhaltig beseitigt werden und darüber hinaus nur, wenn das nicht möglich ist, zumindest Hilfsmittel, wie Haken, Pinzetten oder Druckluftpistolen, zur Verfügung gestellt werden.

Beispiele für sichere Werkzeuge sind in den Bildern 4-1 und 4-2 (Seite 16) dargestellt.

Bild 4-1: Sicheres Werkzeug durch feste Verkleidungen

 

Bild 4-2: Sicheres Werkzeug durch konstruktive Gestaltung (Zwischenlage aus dauerelastischem PUR-Kunststoff)