DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 17, 17. Zusammenfassung
Abschnitt 17
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 17 – 17. Zusammenfassung

Damit Pressen in der Produktion sicherheitsgerecht betrieben werden können, müssen an ihnen vorschriftsmäßige Schutzeinrichtungen vorhanden sein. Nur dann können vom Einrichter entsprechende zulässige Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Der Einrichter muss entsprechend ausgebildet sein, damit er seine Tätigkeit gewissenhaft und sicherheitsbewusst ausführen kann und somit Unfällen vorgebeugt wird. Hierzu sind eine maschinenspezifische, praktische und eine fachspezifische, theoretische Ausbildung erforderlich. Durch diese Ausbildung müssen die für seine Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse bezüglich der Bedienung der Presse, der Zulässigkeit von Schutzmaßnahmen für Pressen und der aktuell gültigen Vorschriftenlage vermittelt werden.

Für die fachspezifische Ausbildung bieten die Berufsgenossenschaften Seminare für unterschiedliche Zielgruppen von Einrichtern und Kontrollpersonen an.

Es werden z. B. Seminare angeboten, die jeweils schwerpunktmäßig für Einrichter und Kontrollpersonen zu empfehlen sind, die an

  • Pressen für Handeinlegearbeiten und mit geringem Automatisierungsgrad,

  • Großpressen sowie

  • Gesenkbiegepressen

eingesetzt werden. Die Teilnahme an solchen BG-Seminaren ist in der Regel für Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaften kostenfrei.

Vor Beginn der Einrichtarbeiten muss Folgendes gewährleistet werden:

  • Es muss eine für den Arbeitsgang und die zu verwendenden Werkzeuge geeignete Presse ausgewählt werden.

  • Die Hinweise aus der Betriebsanleitung des Herstellers bzw. der Betriebs- oder Arbeitsanweisung des Unternehmens für die Presse müssen bekannt sein und berücksichtigt werden.

  • Wenn möglich, ist für die Einrichtarbeiten der Hauptantrieb abzuschalten und zu sichern. Ist das nicht möglich, ist die "Schaltsperre" zu betätigen, um ein ungewolltes Auslösen Gefahr bringender Bewegungen auszuschließen.

  • Die für die Einrichtarbeiten vorgesehene Betriebsart ist einzustellen.

  • Schwere Werkzeuge sind mit geeigneten Fördermitteln und Hebezeugen vom Lagerplatz zur Presse zu transportieren und auf den Pressentisch zu heben.

  • Und nicht vergessen: Die erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen, besonders auch der Gehörschutz, müssen zum Schutz der eigenen Person getragen werden.

Bei den Einrichtarbeiten ist darauf zu achten, dass

  • Arbeiten im Werkzeugraum bzw. unter dem Stößel der Presse nur durchgeführt werden, wenn der Stößel durch die an der Presse vorhandenen Hochhalteeinrichtungen gegen unbeabsichtigtes Absinken gesichert ist,

  • das Werkzeug richtig ausgerichtet und sicher befestigt wird,

  • die erforderlichen Maschinenparameter, wie Hubgröße und Hublage, richtig eingestellt werden,

  • zur eigenen Sicherheit Schließbewegungen des Werkzeuges, wenn möglich unter Verwendung entsprechender Hilfswerkzeuge, von Hand durchgeführt werden,

  • wenn Schließbewegungen an der Presse nur kraftbetätigt durch einen Antrieb durchgeführt werden können, zulässige Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen verwendet werden müssen,

  • die für den Produktionsbetrieb erforderlichen, zulässigen Schutzeinrichtungen, z. B. trennende Schutzeinrichtungen, Zweihandschaltungen oder berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen, nach Abschluss der Einrichtarbeiten wieder alle an ihrem Platz und ordnungsgemäß befestigt sind,

  • beim Einsatz von berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen oder Zweihandschaltungen der erforderliche Sicherheitsabstand eingehalten ist,

  • die Funktionsbereitschaft der Presse überprüft ist,

  • Probehübe zur eigenen Sicherheit nur mit den auch für die Produktion zulässigen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden dürfen,

  • für jede im Produktionsbetrieb an der Presse arbeitende Person eine zulässige Schutzmaßnahme aktiviert und wirksam ist,

  • die entsprechende Betriebsart für den Produktionsbetrieb eingestellt ist,

  • die Umstelleinrichtungen gegen unbefugtes Betätigen, z. B. durch Abziehen der Schlüssel, zu sichern sind.

Nach Beendigung der Einrichtarbeiten ist von der zuständigen Kontrollperson zu überprüfen und zu bestätigen, ob

  • die Werkzeuge ordnungsgemäß eingerichtet sind,

  • die erforderliche Betriebsart eingestellt ist,

  • die erforderlichen, vorschriftsmäßigen Schutzmaßnahmen getroffen, richtig eingestellt und wirksam sind und

  • die Umstelleinrichtungen gegen unbefugtes Betätigen gesichert sind.

Falls einer dieser Punkte nicht erfüllt ist und Abhilfe durch entsprechende Korrekturarbeiten nicht geschaffen wurde, darf die Presse nicht für den Produktionsbetrieb freigegeben werden. Stattdessen ist der zuständige Vorgesetzte zu informieren.

Wenn diese bewährten Regeln eingehalten werden, kann der Einrichtvorgang an der Presse mit möglichst geringem Restrisiko durchgeführt und im Anschluss sicher und produktiv daran gearbeitet werden.