DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 15, 15. Einrichtarbeiten immer nur mit Schutzmaßna...
Abschnitt 15
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 15 – 15. Einrichtarbeiten immer nur mit Schutzmaßnahmen

An kleineren Pressen, die für Handeinlegearbeiten eingesetzt werden, führt der beauftragte Einrichter die Einrichtarbeiten in der Regel allein durch. Seine Hauptaufgabe besteht in diesem Fall darin, die Presse für die auszuführenden Arbeitsvorgänge so einzurichten, dass die Bedienperson an der Maschine sicher arbeiten kann.

Hierzu ist es erforderlich, dass er sicherstellt, dass ausreichende Schutzmaßnahmen für die Bedienperson vorhanden und wirksam sind.

An größeren Pressen und besonders auch an automatisiert arbeitenden Großpressen werden die Arbeiten zum Einrichten der Presse oft von mehreren Personen gleichzeitig ausgeführt. Auch hier ist es die Aufgabe des Einrichters, sicherzustellen, dass für den späteren Betrieb der Presse ausreichende Schutzmaßnahmen vorhanden und wirksam sind.

Darüber hinaus gehört es in diesem Fall aber auch zu seiner Aufgabe, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter während der Einrichtarbeiten durch ausreichende Schutzmaßnahmen geschützt sind (siehe auch Abschnitt 13.2).

In beiden Fällen muss der Einrichter aber besonders auch auf seine eigene Sicherheit achten.

Grundsätzlich gilt, dass Stößelbewegungen, und sei es auch nur für "Einstellarbeiten" oder "Probehübe", und andere Gefahr bringende Bewegungen auch während der Einrichtarbeiten nur unter der Verwendung zulässiger Schutzmaßnahmen durchgeführt werden dürfen.

Weil beim Einrichtvorgang die Stößelbewegung in der Regel durch den Einrichter beobachtet werden muss, kommen hierfür folgende Schutzmaßnahmen in Betracht:

  • Zweihandschaltung

  • berührungslos wirkende Schutzeinrichtung

  • verringerte Schließgeschwindigkeit ≤ 10 mm/s zusammen mit einer Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung

  • Schrittschaltung mit maximal 6 mm Stößelbewegung je Schritt

Einrichtarbeiten sollten nur in der an der Presse hierfür vorgesehenen Betriebsart durchgeführt werden. Die Hinweise aus der Betriebsanleitung des Pressenherstellers sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Je nach Möglichkeit sollten aber zumindest die folgenden Schutzmaßnahmen getroffen werden:

  • Wenn möglich, den Antrieb abschalten und abwarten, bis Gefahr bringende Bewegungen (z. B. Schwungraddrehung) zum Stillstand gekommen sind.

  • Hilfsenergiequellen (z. B. Pneumatik, Hydraulik) abschalten und eventuell vorhandene Restenergie abbauen (Druckspeicher).

Wo dieses nicht möglich ist, müssen die Angaben zu Schutzmaßnahmen beim Einrichten aus der Betriebsanleitung des Pressenherstellers zu Rate gezogen und beachtet werden.

Die folgenden Punkte sollten aber gerade auch an solchen Pressen bei Einrichtarbeiten unbedingt sichergestellt werden:

  • Ein unbeabsichtigtes Einleiten Gefahr bringender Bewegungen muss ausgeschlossen werden, z. B. durch Betätigen der Schaltsperre oder des alternativ wirkenden "Not-Aus" bzw. "Not-Halt"-Schalters.

  • Ein unbefugtes Ingangsetzen muss ausgeschlossen werden, z. B. durch eine Sicherung der entsprechenden Befehlseinrichtungen.

  • Vor dem Auslösen Gefahr bringender Bewegungen muss sichergestellt sein, dass sich keine Person mehr im Gefahrenbereich befindet und ein Zutritt während dieser Bewegungen durch entsprechend zulässige Schutzmaßnahmen ausgeschlossen ist.

  • Arbeiten im Werkzeugraum bzw. unter dem Stößel der Presse sollten nur durchgeführt werden, wenn der Stößel durch die an der Presse vorhandenen Hochhalteeinrichtungen gegen unbeabsichtigtes Absinken gesichert ist.

Unfalluntersuchungen ergeben aber leider immer wieder, dass "Einrichtunfälle" fast ausschließlich auf unzureichende oder fehlende Schutzmaßnahmen zurückzuführen sind.

Die an älteren Pressen noch weit verbreitete Einhand-Tipp-Schaltung, die im Einrichtbetrieb aktiviert wird und zusammen mit der für die Produktion vorgesehenen hohen Schließgeschwindigkeit wirksam ist, ist für Einrichtarbeiten keine zulässige Schutzmaßnahme.

Wo für das Einrichten keine ausreichenden zulässigen Schutzmaßnahmen vorhanden sind und aktiviert werden können, müssen diese nachträglich geschaffen werden.