DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 9, 9. Zweihandschaltungen
Abschnitt 9
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9 – 9. Zweihandschaltungen

Die Schutzwirkung von Zweihandschaltungen besteht darin, dass hierdurch die an Pressen tätigen Personen und insbesondere ihre Hände örtlich so gebunden werden, dass sie während Gefahr bringender Bewegungen die Gefahrstellen nicht erreichen können.

Hierzu ist es erforderlich, dass sich Gefahr bringende Bewegungen, wie z. B. der Pressenhub, nur auslösen lassen, wenn beide Betätigungselemente einer Zweihandschaltung gleichzeitig gedrückt und diese Bewegungen unmittelbar unterbrochen werden, sobald auch nur eines der Betätigungselemente losgelassen wird.

Diese Funktion der Zweihandschaltung muss während der gesamten Gefahr bringenden Bewegung wirksam sein. Darüber hinaus müssen Zweihandschaltungen in einem ausreichend großen Abstand zur Gefahrstelle angeordnet und fixiert werden, damit die Gefahr bringenden Bewegungen nach dem Loslassen auch nur eines der Betätigungselemente rechtzeitig stillgesetzt werden, bevor die Gefahrstellen von Bedienpersonen erreicht werden können. Dieser Abstand wird als Sicherheitsabstand bezeichnet.

Der für eine Presse einzuhaltende Wert des Sicherheitsabstandes muss an der Presse, z. B. auf dem Typenschild, angegeben sein, wenn diese Presse für Handeinlegearbeiten mit der Schutzeinrichtung "Zweihandschaltung" oder "berührungslos wirkende Schutzeinrichtung" (BWS, siehe auch Abschnitt 10) verwendet werden soll. Der Sicherheitsabstand wird von der Mitte der Betätigungselemente einer Zweihandschaltung oder dem Schutzfeld der BWS bis zur nächstgelegenen Gefahrstelle, z. B. im Werkzeugraum, gemessen. Bei der Beurteilung, wo sich diese nächstgelegene Gefahrstelle befindet, sind auch Besonderheiten zu beachten, die u. a. auch durch die eingebauten Werkzeuge entstehen können.

Bild 9-1: Typenschild mit Angaben zum Sicherheitsabstand

Zweihandschaltungen dürfen nur an hierzu geeigneten Pressen verwendet werden (siehe Abschnitt 3) und dienen nur zur Absicherung der jeweiligen Bedienseite der Presse. Diese Seite der Presse muss vom Ort der Zweihandschaltung von der Bedienperson gut eingesehen werden können. Nur so kann sichergestellt werden, dass keine weitere, nicht befugte Person unzulässigerweise in die Gefahrstelle eingreift, während der Bediener eine Hubbewegung auslöst. Andere Öffnungen, durch die in die Gefahrstellen eingegriffen werden kann, z. B. die Rückseite der Presse, müssen durch zusätzliche Schutzeinrichtungen abgesichert werden.

Um eine ausreichende Schutzwirkung der Zweihandschaltung zu gewährleisten, muss der Einrichter sicherstellen, dass folgende Funktionen und Bedingungen eingehalten werden:

Bild 9-2: Ortsveränderliches Zweihandpult mit Distanzring zur Gewährleistung des Sicherheitsabstandes

  • Sollen mehrere Personen an einer Presse arbeiten, muss für jede Person eine Zweihandschaltung vorhanden und wirksam sein.

  • Die Umstelleinrichtung muss so eingestellt sein, dass die Betätigungsart "Zweihandschaltung", die Betriebsart "Einzelhub" und die entsprechende Anzahl der notwendigen Zweihandschaltungen wirksam sind.

  • Die Umstelleinrichtung muss gegen unbefugtes Verstellen gesichert sein (Schlüssel abziehen und sicher verwahren).

  • Verstellbare Zweihandschaltungen oder ortsveränderliche Zweihandschaltpulte müssen mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand befestigt oder so gestaltet sein, dass sie nur mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu den Gefahrstellen aufgestellt werden können. Die o. g. entsprechende Gestaltung der Zweihandpulte wird in der Praxis oft dadurch umgesetzt, dass Zweihandpulte mit kreisrunden Standfüßen oder geformten Distanzringen entsprechender Größe ausgestattet sind.

  • Die Zweihandschaltung muss so gestaltet sein, dass das Auslösen nicht mit nur einer Hand, Hand und Ellenbogen desselben Armes oder mit einer Hand und mit einem anderen Körperteil, z. B. dem Knie, möglich ist.

  • Beim Loslassen auch nur eines Betätigungselementes der Zweihandschaltung müssen die eingeleiteten Gefahr bringenden Bewegungen, z. B. die Schließbewegung der Presse, sofort beendet werden.

  • Werden die Betätigungselemente der Zweihandschaltung nicht gleichzeitig betätigt (Zeitabstand > 0,5 s), darf keine Gefahr bringende Bewegung, z. B. ein Pressenhub, ausgelöst werden.

  • Nach Unterbrechung oder Beendigung der Hubbewegung oder anderer Gefahr bringender Bewegungen der Presse darf ein erneutes Auslösen der Bewegungen nur möglich sein, nachdem beide Betätigungselemente der Zweihandschaltung losgelassen wurden.

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